Susan Sideropoulos

Susan Sideropoulos





"Zu Hause bin ich die Königin"

Wenn Schauspieler jahrelang Teil einer Daily Soap waren, ist es nach einem Ausstieg nicht ganz leicht, in andere Formate zu wechseln. Zu eng ist für Millionen Fans der Star mit der Rolle verknüpft. So war es sicherlich nicht die schlechteste Entscheidung von Susan Sideropoulos, nach ihrem Serientod bei der RTL-Seifenoper "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", sich ein zweites Standbein als Moderatorin aufzubauen. Dass die Neuauflage der "Traumhochzeit" floppte, konnte der positiven Lebenseinstellung der Hamburgerin mit griechischen und israelischen Wurzeln ebenso wenig etwas anhaben wie die Tatsache, dass die Hauptrollenangebote zuletzt eher rar waren. Denn die quirlige Blondine erfreut sich an den kleinen Dingen des Lebens und schlüpfte in eine ganz besondere Rolle: als Mutter von zwei Söhnen genoss sie auch arbeitsfreie Zeiten. Doch diese haben nun ein Ende: Die 34-Jährige ist Dienstag, 24. Februar, 20.15 Uhr, in der romantischen Beziehungskomödie "Verliebt, verlobt, vertauscht" bei SAT.1 zu sehen, und sie bekommt, ebenfalls bei SAT.1, die Hauptrolle in der neuen Vorabendserie "Mila - Allein war gestern". In der Daily Soap, die voraussichtlich ab Herbst 2015 ausgestrahlt wird, begibt sich Susan Susan Sideropoulos auf die Suche nach ihrem Traummann, den sie privat schon vor langer Zeit gefunden hat.

teleschau: In "Verliebt, verlobt, vertauscht" tauschen ein Mann und eine Frau ihre Körper. Was war die größte Herausforderung dabei, das andere Geschlecht zu verkörpern?

Susan Sideropoulos: Es ist natürlich ein wenig Klischee-Denken, aber meist sind Männer eher pragmatischer, lauter und derber als Frauen. Wir sind eher emotional und gefühlsbetont. Das mussten die beiden Hauptdarsteller Sebastian Ströbel und Marie Burchard transportieren - was sehr schwierig ist. Sebastian hat es toll hinbekommen, dass er nicht wie ein homosexueller Klischee-Mann wirkt, sondern wie eine Frau im Mann.

teleschau: Sie kennen sich ja bestens mit den Marotten von Männern aus: Wie ist es, mit zwei Söhnen und einem Ehemann als einzige Frau zusammenzuleben?

Sideropoulos: Ich liebe das! So bin ich immer die Königin zu Hause. (lacht) Ich habe ganz bezaubernde Söhne und den besten Ehemann, der zudem ein ganz toller Vater ist.

teleschau: Sie sind eine der wenigen Ausnahmen im Showbusiness: Seit 18 Jahren sind Sie mit Ihrer Jugendliebe zusammen. Gibt es ein Beziehungsgeheimnis?

Sideropoulos: Wenn ich ein konkretes Geheimnis kennen würde, hätte ich schon einen Ratgeber herausgebracht und wäre millionenschwer. (lacht) Kommunikation ist sehr wichtig, und man muss sich Freiräume lassen. Für uns funktioniert es super, dass wir auch Dinge getrennt voneinander machen. Manchmal fahren wir auch alleine in den Urlaub. Außerdem muss ich mindestens zweimal pro Woche was mit meinen Mädels unternehmen und er mit seinen Jungs. Wir haben einen großen, gemeinsamen Freundeskreis und nehmen uns natürlich auch Zeit für Zweisamkeit. Das ist eine gesunde Mischung und wichtig für eine Beziehung.

teleschau: Wie ist es Ihnen gelungen, sich gemeinsam weiterzuentwickeln, anstatt sich im Laufe der Jahre voneinander zu entfernen?

Sideropoulos: Wir arbeiten immer wieder an unserer Beziehung. Man darf nicht an alten Mustern festhalten, sondern sollte diese regelmäßig hinterfragen und überlegen: Wo stehen wir heute? Gelten noch die gleichen Regeln, oder müssen wir uns neue überlegen, die jetzt besser zu uns und den Umständen passen? Ich glaube auch, dass es mein Schicksal war, dass ich meinen Mann Jakob so früh kennengelernt habe.

teleschau: Denken Sie, dass man mit einer optimistischen Einstellung das Gute anzieht?

Sideropoulos: Ja, ich glaube daran, dass man Dinge anzieht: Wenn ich negativ denke, passiert auch etwas Negatives. Man sollte sich an den kleinen Dingen im Leben erfreuen und sich nicht von Schwierigkeiten aus der Bahn werfen lassen. Denn meist funktioniert ja mehr, als schiefgeht. Aber wir sehen das Gute nicht sondern oft nur das Negative.

teleschau: Für welche "Kleinigkeiten" sind Sie dankbar?

Sideropoulos: Gesundheit! Gerade jetzt, wo ich die schwierige Situation bei einer Freundin und ihrem leukämiekranken Sohn miterlebe, sehe ich vieles mit anderen Augen. Alles, worüber man sich im Alltag sonst vielleicht aufregt, wirkt plötzlich lächerlich. Natürlich hat jeder sein Päckchen zu tragen. Aber manchmal sollte man sich bewusst machen: Eigentlich geht es uns gut. Unser Leben steht nicht auf der Kippe. Es ist nur ein Job oder eine kleine Krise - das ist alles eine Frage der Sichtweise.

teleschau: Wie hat sich Ihre Sichtweise verändert, seitdem Sie Mutter sind?

Sideropoulos: Die Prioritäten verschieben sich. Ich liebe meine Arbeit, aber wenn ich jetzt mal nicht arbeite und zu Hause bin, ist das auch wunderbar. Das ist das Tolle an meinem Job: Mal ist man länger weg, als Leute mit einem Nive-to-Five-Job, aber wenn ich mal nicht arbeite, dann bin ich wirklich komplett zu Hause und habe Zeit. Das ist ein großes Geschenk. Ich weiß das zu schätzen und bin überzeugt, dass alles aus einem bestimmten Grund passiert.

teleschau: Ihren Ausstieg bei "GZSZ" bereuen Sie demnach nicht?

Sideropoulos: Null! Es waren tolle zehn Jahre, und ich habe jeden Tag genossen: sowohl die guten als auch die schlechten Zeiten. (lacht) Aber irgendwann bin ich aus der Rolle herausgewachsen, und es war genau der richtige Zeitpunkt für den Ausstieg. Danach kamen und kommen weiterhin neue Projekte - die einen waren mehr die anderen weniger erfolgreich - aber für mich ist das völlig in Ordnung!

teleschau: Zumal Sie sich nun auf ein wirklich großes, neue Projekt freuen dürfen!

Sideropoulos: Ich freue mich wahnsinnig, dass ich es jetzt endlich offiziell sagen darf: Ich werde die Hauptrolle in einer neuen Vorabendserie von SAT.1 übernehmen. "Mila - Allein war gestern" wird eine tägliche romantische Komödie. Außerdem wird in diesem Jahr der Kinofilm "Gut zu Vögeln" mit mir zu sehen sein.

teleschau: Mit dem Gewinn von "Let's dance" 2007 haben Sie Ihre Fitness bewiesen. Wie bleiben Sie heute trotz stressigem Job und zwei Kindern so gut in Form?

Sideropoulos: Genau wegen dem stressigen Job und den beiden Kindern. (lacht) Ich bin immer auf Trab. Das hält fit! Früher hatte ich ein bisschen Babyspeck, was mir persönlich nicht so gut gefiel. Deshalb verbrachte ich meine ganzen 20-er mit irgendwelchen bescheuerten Diäten, die nichts gebracht haben. Mein Körper hat sich jetzt verändert, ohne dass ich bewusst dafür gesorgt habe.

teleschau: Sie haben griechische und israelische Wurzeln. Inwieweit sind die Teil Ihres Lebens?

Sideropoulos: Wir leben traditionell jüdisch. Meine Kinder gehen auch in einen jüdischen Kindergarten. Ich mag Traditionen und das familiäre Beisammensein. Deshalb feiern wir auch alle Feiertage - nicht nur die jüdischen! Wir nehmen jede Möglichkeit wahr, um als Familie zusammenzukommen und zu feiern. (lacht) Es ist wunderschön, noch in zwei weiteren Ländern außer in Deutschland Familie zu haben und sich dort auch heimisch zu fühlen.

Quelle: teleschau - der mediendienst