Dakota Johnson

Dakota Johnson





Ans Bett gefesselt nach oben

Wer ist eigentlich Dakota Johnson? Noch vor Kurzem war diese Frage kaum zu beantworten, ohne die Eltern der jungen Frau zu erwähnen. Schließlich tritt die 25-Jährige als Tochter von Don Johnson und Melanie Griffith in riesige Fußstapfen. Zukünftig jedoch könnte man entgegnen: Das war die Hauptdarstellerin in "Fifty Shades of Grey". Denn ihre Rolle in der Umsetzung des viel diskutierten Sex-Romans (Kinostart: 12.02.) beschert der gebürtigen Texanerin so viel Aufmerksamkeit wie nie zuvor.

Um zu erkennen, dass sich Dakota Johnson möglicherweise nicht ganz unvoreingenommen für das Schauspielerleben entschied, bedarf es eines Blicks auf eine der ganz großen Kinolegenden: Alfred Hitchcock castete für sein Meisterwerk "Die Vögel" mit Tippi Hedren eine junge Hauptdarstellerin, in die er sich später verliebte. Sie gewann für ihre Rolle den Golden Globe, seine Liebe erwiderte sie nicht. Dakota Johnson ist Hedrens Enkelin mütterlicherseits und begründet damit die dritte Generation einer Familie mit weitreichender Hollywood-Tradition.

Weltbekannt ist nicht nur ihre Großmutter, für Dakota "die glamouröseste Frau" und Vorbild für ihren Tierrechtsaktivismus, sondern insbesondere ihre Eltern: Don Johnson, seit "Miami Vice" lebende Schauspiellegende sowie begnadeter 80er-Jahre-Sänger, prägte die frühe Sozialisation seiner Tochter inmitten von Stars ebenso wie die Mutter Melanie Griffith, ihrerseits oscarnominierter rasender Blondschopf aus "Die Waffen der Frauen".

Rückblickend beschreibt Dakota das Aufwachsen als Kind von Berühmtheiten vor allem hinsichtlich des Presseinteresses als "schrecklich". "Man erfindet Dinge, es ist wirklich traurig. Und es gibt absolut nichts, was du als 16-Jährige dagegen tun kannst", verriet sie der "Elle". Doch barg das Promileben nicht nur Nachteile: Antonio Banderas gab zwischenzeitlich ihren Stiefvater - und verhalf Dakota 1999 als Zehnjähriger in seinem Film "Verrückt in Alabama" zu ihrer ersten Kinorolle.

Es sollte für über zehn Jahre die einzige bleiben. Denn neben der Schule, die sie erst in Colorado und später in Kalifornien besuchte, erlaubten die Eltern ihr keine weiteren Rollen, sodass sich die begeisterte Tänzerin vor allem als Model betätigte. Ihre Celebrity-Herkunft brachte der attraktiven Eigentlich-Blondine 2006 den Titel Miss Golden Globe ein, später warb sie für Marken wie Mango und unterschrieb einen Vertrag bei IMG Models.

Erst nach Abschluss der High School begann sich die talentierte junge Frau auf den selben Weg wie ihre bekannten Eltern zu begeben. Dabei hatte sie die tägliche Konfrontation mit deren ekzessivem, drogenreichen Leben schon in jungen Jahren in einer Therapie verarbeiten müssen. Dennoch: Gerade der emotionalen Verfassung ihrer Teenagerjahre entsprang auch der Wunsch, zu schauspielern: "Ich war glücklich und gleichzeitig traurig und wütend. Da realisierte ich, dass ich Geschichten erzählen und Charakter zum Leben erwecken will, dass ich Leute zum Weinen und Lachen bringen möchte".

2010 hatte sie in David Finchers Facebook-Story "Social Network" ihr neuerliches Debüt - ihr eigenes Profil in dem sozialen Netzwerk jedoch löschte Dakota, weil sie es nicht mochte, eine öffentliche Plattform zu haben. Im Film bekam sie lediglich einen recht undankbaren Part als One Night Stand von Justin Timberlake. Es folgten weitere kleinere Rollen in Filmen wie "Beastly" (2011), "21 Jump Street" (2012) oder "Need for Speed" (2014). Die Hauptrolle als Anastasia Steele in "Fifty Shades of Grey" könnte der ehrgeizigen Schauspielerin nun zum Durchbruch verhelfen.

Und sie wagt damit viel: Schließlich ist Dakota in dem Sado-Maso-Drama, bei dessen Vorsprechen sie einen sexuell expliziten Dialog aus Ingmar Bergmans "Persona" von 1966 vortrug, als Gespielin eines Millionärs vollständig nackt in über 20 Minuten Sexszenen zu sehen. Als recht unerfahrene Darstellerin pure Arbeit: "Es ist stressig genug, in einer Szene nackt ans Bett gefesselt zu sein. Aber dann heißt es 'Schnitt' - und du bist immer noch nackt ans Bett gebunden". Bisweilen wurde es sogar ernsthafter, wie Dakota der britischen "Glamour" verriet: "Es gab einige schmerzhafte Momente. Ich bekam einmal ein Schleudertrauma, als ich aufs Bett geworfen wurde".

Auch ansonsten scheint die Produktion nicht spurlos an Dakota Johnson vorübergegangen zu sein. Noch im vergangenen Jahr hatte sie angesichts der Dreharbeiten zu dem heiklen Streifen gegenüber der "Elle" behauptet: "Ich habe kein Problem mit irgendwas. Das Geheimnis ist, dass ich kein Schamgefühl habe." Kürzlich offenbarte sie im "Glamour"-Interview jedoch, dass sie nicht möchte, dass ihre Eltern sich "Fifty Shades of Grey" anschauen - es sei "unangemessen". Vielmehr noch: Es gibt auch einen Teil von mit, der nicht will, dass überhaupt jemand den Film sieht". Das wird sie angesichts des riesigen Interesses wohl nicht verhindern können - ihrem Bekanntheitsgrad kommt "Fifty Shades of Grey" schon seit Filmankündigung zu Gute. Ob ihrer noch jungen Karriere ebenfalls, wird man sehen.

Quelle: teleschau - der mediendienst