Simon Baker

Simon Baker





Die Baker-Mentalität

Wer kann das schon von sich behaupten? Nicole Kidman, Patentante seines jüngsten Sohns Harry, feierte ihren Landsmann und guten Freund Simon Baker einst zusammen mit ihrem Ehemann Keith Urban mit einem Ständchen: "Sein Name ist Simon Baker. Ein Surfer-Dude, ein Heimwerker. Dazu bestimmt, ein Hollywood-Star zu sein", sangen die beiden im Duett. Und: "Er ist der Verkaufsschlager von CBS, 'The Mentalist' ist ein Quotenbringer." Seit 2008 ist Baker als Ermittler Patrick Jane der Star der Hit-Serie, mit der auch SAT.1 Erfolge feiert. Nun setzt er beim Münchner Sender seine außergewöhnlichen Beobachtungs- und Kombinationsfähigkeiten in der sechsten Staffel ein (ab Montag, 9. Februar., 21.15 Uhr).

Ist Simon Baker in Hollywood angekommen? "Ich hatte noch niemals den Gedanken: 'Ich spiele in einer Erfolgsserie in den USA: Ich hab's geschafft!", zitiert ihn eine Fanpage. "Wenn ich etwas mache, geht es mir dabei um meine persönliche Erfüllung." Das TV-Publikum schlug der charismatische Blondschopf mit dem unverschämt offenen Lächeln ganz ohne Mentalisten-Tricks in seinen Bann. Dass sich "Baker" gut auf "Heartbreaker" reimt, mussten uns nicht erst Kidman und Urban vorsingen. "Sime", wie er genannt wird, kann die Eleganz eines Michael Caine ausstrahlen, aber auch die Lässigkeit eines Surfer-Sonnyboys.

Bereits ehe er als "The Mentalist" Serien-Geschichte schrieb, war Baker Held der US-Serie "The Guardian - Retter mit Herz" (2001-2004) - und davor außerdem ein TV-Star in seiner Heimat ("Heartbreak High"). Nur mit der Hollywood-Karriere aus Blockbustern und Offerten der Regisseure, wie sie andere von Down Under hinlegten, tut sich Baker noch schwer. Obwohl er einen ersten Auftritt gleich im oscarprämierten Thriller "L.A. Confidential" (1997) hatte und zuletzt in "Das hält kein Jahr..!" (2013) charmierte. Aber eben immer nur in einer Nebenrolle. "Immer, wenn ich einen Film gemacht habe, muss ich von vorne anfangen. Zum Casting gehen für andere Filme. Ich schaffte nicht den Hugh-Jackman-Dreh oder den Heath-Ledger-Dreh: ein Film und das ist es!"

"The Mentalist", die Serie, die Baker groß machte, läuft in den USA zurzeit in ihrer siebten und letzten Staffel. Simon Baker wird sich also umsehen müssen. Ob er eine solche, perfekt auf ihn zugeschnittene Rolle noch einmal angeboten bekommen wird? "Wahrscheinlich werde ich als alter Mann einmal auf Kreuzfahrtschiffen arbeiten, dort Autogramme verteilen und davon leben, einmal der "Mentalist" gewesen zu sein", sagte Baker kürzlich augenzwinkernd.

Immerhin: Zumindest privat gibt es im Leben von Baker eine Konstante. Seit 1998 ist er mit der Schauspielerin Rebecca Rigg verheiratet, das Paar hat eine Tochter und zwei Söhne. "Eine Ehefrau und eine Familie zu haben, gibt mir ein Gefühl von Verantwortung und einen Sinn", sagt Baker. "Meine Frau war schon immer mein Fels."

Es dauerte eine Weile, bis Baker seinen Weg zum Film-Set fand. Der Mann aus Tasmanien verbrachte all seine Zeit auf dem Surfbrett - bis er Wettkampf-Niveau erreicht hatte (ebenso wie im Wasser-Polo). Eine Ausbildung zum Krankenpfleger brach er ab. Schließlich begann die Karriere vor der Kamera als leicht bekleideter Background-Tänzer in Musik-Videos. 1996 kam Baker dann nach Kalifornien. Wo er nun auftritt, scheint der sympathische Star mit der Hornbrille und der Portion Selbstironie die Lacher und die Gunst auf seiner Seite zu haben.

Seit Obamas Wahl zum US-Präsidenten liebäugelt Baker mit der US-amerikanischen als zweiter Staatsbürgerschaft, beantragt hat er sich aber noch nicht. Denn die Verbundenheit mit der Heimat ist nach wie vor stark: Neben Nicole Kidman zählt Naomi Watts zu den besten Freunden der Bakers; sie ist sogar Patin seines jüngsten Sohnes Claude. Aussies unter sich. Das Geheimnis ihrer Mentalität? Laut Simon Baker: "Wir haben die Fähigkeit, das Leben zu umarmen."

Quelle: teleschau - der mediendienst