Ein Triumph der Leichtigkeit

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Oscar-Nominierungen: Bei den Academy Awards gelten zwei Komödien als Favoriten

Hollywood will lachen: Bei den Oscars 2015 sind zwei Komödien die großen Favoriten. "Birdman" und "The Grand Budapest Hotel" können sich bei der von Neil Patrick Harris ("How I Met Your Mother") moderierten Verleihung am Sonntag, 22. Februar, jeweils neun Mal Hoffnungen machen. Vor allem bei Wes Andersons famoser Hotel-Farce ist das eine Überraschung: Der Film hatte bereits bei der Berlinale 2014 Premiere. Normalerweise ist das zu lange her, um auf dem Radar der Academy zu bleiben. Aus deutscher Sicht gibt es zwei erfreuliche und eine schlechte Nachricht: Wim Wenders ist mit "Das Salz unserer Erde" in der Kategorie "Bester Dokumentarfilm", Komponist Hans Zimmer für die Filmmusik von "Interstellar" nominiert. Allerdings hat es der deutsche Beitrag "Die geliebten Schwestern" nicht unter die letzten fünf Kandidaten beim "Besten fremdsprachigen Film" geschafft.

So schön die Nominierungen für Wenders und Zimmer sind: Die beiden Grandseigneure dürften es schwer haben, wenn die Academy Awards in Los Angeles vergeben werden. Wenders tritt gegen die übermächtige Edward-Snowden-Doku "Citizen Four" an. Hans Zimmer hat mit Alexandre Desplat einen Konkurrenten, der als Komponist gleich zwei Filme auf der Rolle hat: "The Grand Budapest Hotel" und "The Imitation Game".

Das Biopic über den Computer-Pionier Alan Turing erhielt insgesamt acht Nominierungen, zwei mehr als "Boyhood" und "American Sniper". Das Ringer-Psychodrama "Foxcatcher" kommt auf fünf Nennungen. Überraschenderweise wurde der hochgelobte Martin-Luther-King-Film "Selma" mit nur zwei Nominierungen abgespeist: Damit hat es die Academy verpasst, ein starkes Signal im von Rassenunruhen erschütterten Amerika zu setzen.

Immerhin gehört "Selma" zu den acht Filmen, die in der Kategorie "Bester Film" nominiert wurden. So haben Clint Eastwoods Kriegsdrama "American Sniper", Richard Linklaters formidable Coming-of-Age-Geschichte "Boyhood" und das Steven-Hawking-Biopic "Die Entdeckung der Unendlichkeit" Chancen auf den prestigeträchtigsten Oscar. Als Favoriten gelten hier "Birdman", "Boyhood", "Foxcatcher" und "The Grand Budapest Hotel", die allesamt auch für Regie und Drehbuch nominiert sind. Das schafft zwar auch "The Imitation Game", dem aber nur Außenseiterchancen eingeräumt werden.

Bei den Hauptdarsteller-Oscars gibt es zwei klare Favoriten. Zum einen kommt an Julianne Moore niemand vorbei. Die Schauspielerin ist für "Still Alice" nominiert und gilt seit Monaten als Topfavoritin. Bei allem Respekt vor den Kolleginnen Marion Cotillard ("Zwei Tage, eine Nacht"), Felicity Jones ("Die Entdeckung der Unendlichkeit"), Rosamund Pike ("Gone Girl") und Reese Witherspoon ("Wild"): Wenn Julianne Moore nicht endlich ihren ersten Oscar gewinnt, sollten die Academy Awards abgeschafft werden. Golden Globe-Gewinnerin Amy Adams wurde ebenso wenig nominiert wie ihr "Big Eyes"-Kollege Christoph Waltz.

Bei den Männern gilt Jungspund Eddie Redmayne (23) als Favorit: Er hat für seine Rolle als Physiker-Legende Stephen Hawking ("Die Entdeckung der Unendlichkeit") bereits den Golden Globe gewonnen. Konkurrenz bekommt er von Benedict Cumberbatch ("The Imitation Game"), Steve Carell ("Foxcatcher"), Bradley Cooper ("American Sniper") und Michael Keaton ("Birdman"). Als beste Nebendarsteller wurden Robert Duvall ("The Judge"), Ethan Hawke ("Boyhood"), Edward Norton ("Birdman"), Mark Ruffalo ("Foxcatcher") und J.K. Simmons ("Whiplash") nominiert.

Und dann gibt es da noch das unerschütterlichste Gesetz der Filmbranche: Wenn Meryl Streep einen Film macht, dann wird sie für einen Oscar nominiert. Im wilden Märchenmusicalmix "Into The Woods" spielt sie eine alte Hexe und hat die Academy einmal mehr verzaubert: Die 65-Jährige ist bereits zum 19. Mal (!) für einen Oscar vorgeschlagen. Konkurrenz bekommt sie von Patricia Arquette ("Boyhood"), Laura Dern ("Wild"), Keira Knightley ("The Imitation Game") und - das ist eine Überraschung - Emma Stone ("Birdman").

Quelle: teleschau - der mediendienst