Da muss Mann durch

Da muss Mann durch





Klischeehaftes Chaos

"Männerherzen", "Vollidiot", "Vaterfreuden": Komödien um durchaus sympathische Kerle, denen das Leben allerdings nicht recht gelingen will, kommen gut an im Unterhaltungskino. Auch "Mann tut was Mann kann", die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Hans Rath, war vor zwei Jahren ein veritabler Erfolg. Mit "Da muss Mann durch" kommt nun eine weitere Adaption des Berliner Bestsellerautors ins Kino. Die Rolle des verträumten Paul spielt einmal mehr Wotan Wilke Möhring, der weiterhin fest entschlossen ist, die Frau fürs Leben zu finden.

Und siehe da, schon begegnet ihm die aparte Lena von Beuthen (Julia Jentsch). Sie ist die Erbin des Verlages, in dem er als Personalchef arbeitet. Allerdings muss Paul nun deren Eltern davon überzeugen, dass er der Richtige für ihre Tochter ist. Nichts leichter als das, sollte man zumindest meinen. Also fliegt Paul mit seiner Lena nach Mallorca, wo die standesbewusste Familie ihr imposantes Prunk-Domizil hat.

Lenas Mutter Elisabeth von Beuthen (Daniela Ziegler) pflegt einen soliden Standesdünkel und ist daher vom profanen Neuen ihrer Tochter nicht besonders angetan; lieber wäre ihr da schon der adlige Hedgefonds-Manager Patrick Arterberry (Stephan Luca). Den hatte Lena für Paul verlassen, aber es gibt nun ein akutes Problem: Lena ist schwanger und zwar nicht von Paul! Für Patrick ist das die große Chance, die alte Liebe neu zu befeuern und seinen Widersacher auszustechen: Er erklärt ihm hinter grienender Miene den Krieg. Der Hahnenkampf der beiden Balzhähne wird zum Desaster, bei dem nicht nur die Familien-Yacht dran glauben muss, sondern auch die Beziehung zu Lena gehörig ins Wanken gerät...

Zum Glück stehen Paul seine besten Freunde Schamski (Jan Josef Liefers), Bronko (Fahri Yardim) und Günther (Oliver Korittke) auch auf Mallorca zur Seite. Gemeinsam sinnieren sie, diesmal unter der natürlich immer scheinenden spanischen Sonne, wie ihr Kumpel wieder zurück in Lenas Herz finden könnte.

"Da muss Mann durch" ist eine ziemlich überschaubare Liebeskomödie geworden, vorhersehbar vom Anfang bis zum Ende. Paul und seine Freunde bleiben dabei ihren festgezurrten Rollen treu: Paul als hoffnungsloser Romantiker, Schamski als unbändiger Verführer, Bronko als esoterischer Träumer und Günther als Problem behafteter Looser. Nicht weniger stereotyp sind die restlichen Filmfiguren geraten: Lenas Ex ist als adliger Banker zwangsläufig arrogant und manipulativ, ihre Mutter eine nicht minder hochnäsige feine Dame und ihre Schwestern sind Töchter reicher Eltern, wahlweise mit eklatantem Kinderwunsch und Drogenproblemen. Ach ja, und der Vater (Peter Prager) ein softer Bonvivant, dessen wichtigstes Accessoire das Whiskeyglas ist. Insofern ist das Drehbuch, von einigen sympathischen Gags abgesehen, eine ähnliche Katastrophe wie Pauls Unterfangen, Lenas Familie für sich zu gewinnen.

Schön anzusehen sind die sonnigen Vorzeige-Locations Mallorcas, die Outfits der Damen und natürlich die dekorative Villa der Familie. Sieht alles aus wie in einem Werbefilm. Und genauso klischeehaft ist auch diese Romanze. Die Produktion stand offenbar unter keinem guten Stern: Zwischen Regisseur Marc Rothemund (der schon den Vorgänger "Mann tut was Mann kann" inszeniert hatte und mit Filmen wie "Sophie Scholl", 2005, und "Heute bin ich blond", 2013, über eine solide Filmographie verfügt) und den Produzenten kam es im Laufe der Dreharbeiten zu Zerwürfnissen, weshalb Rothemund nur noch unter dem Pseudonym Thomas Lee als Regisseur firmieren wollte. Tatsächlich wurde der Film von der Produktion zu Ende gebracht. Keine gute Idee.

Quelle: teleschau - der mediendienst