Alles ist Liebe

Alles ist Liebe





Tatsächlich ... liebenswert

An Weihnachten, das ist bekannt, sind alle irgendwie auf der Suche nach Liebe. Daraus kann man ganz schön schreckliche, aber auch schrecklich schöne Filme machen. "Alles ist Liebe", eine deutsche "Romantic Comedy", gehört zur letzteren Kategorie. Mit Nora Tschirner, Heike Makatsch, Fahri Yardim, Christian Ulmen, Wotan Wilke Möhring, Katharina Schüttler und Elmar Wepper schickt der Film von Markus Goller ("Friendship!, "Frau Ella") Stars ohne Ende durch ein vorweihnachtliches Frankfurt. Er lässt das starke Ensemble an der Liebe zweifeln, um es am Ende doch irgendwie zu ihr führen.

Kiki (Nora Tschirner) ist das nette Mädchen von nebenan. Seit ihr Ex-Freund Jan (Tom Beck) als Schauspieler in Hollywood Karriere machte, ist ihr der Glaube an die große Liebe irgendwie flöten gegangen. Nun kommt der arrogante Schnösel zurück in die alten Heimat, um ein paar weihnachtliche PR-Termine wahrzunehmen. Weitaus bodenständiger geht es bei Simone (Katharina Schüttler) und Kerem (Fahri Yardim) zu. Das Paar freut sich auf Kind Nummer drei, doch Kerem hat seiner Familie verschwiegen, dass er seinen Job verlor und längst pleite ist. Noch nicht mal für Geschenke reicht das Geld.

Dann wären da noch Clara (Heike Makatsch) und Hannes (Wotan Wilke Möhring) die sich getrennt haben und ihren Sohn Boris nicht glücklicher machen könnten, als sich zum Fest wieder zu vertragen. Der Vollstreckungsbeamte Viktor (Christian Ulmen) will indes den Bestattungsunternehmer Klaus (Friedrich Mücke) heiraten, doch Klaus, dem gerade die Mutter gestorben ist, hat Angst vor der Liebe und dem Leben. Alice (Inez Bjørg David), Aufnahmeleiterin beim lokalen Fernsehsender, macht sich unterdessen auf die Suche nach dem Weihnachtsmann mit Selbstwertproblematik. Aus professionellen, aber auch persönlichen Gründen. Wie praktisch, dass Clochard Martin (Elmar Wepper) gerade nach Frankfurt getrampt ist, um hier jemanden von früher zu besuchen.

Die Idee, ein Ensemble von Stars auf die Suche nach Liebe in der weihnachtlichen Großstadt zu schicken, hatte vor gut zehn Jahren schon der britische RomCom-Schreiber Richard Curtis ("Vier Hochzeiten und ein Todesfall", "Bridget Jones"): Sein Regiedebüt "Tatsächlich ... Liebe" - mit Heike Makatsch in einer Nebenrolle - war eine der anrührendsten und besten Abhandlungen über Liebe in der Kinogeschichte.

Nun agiert der Teutone bei Stoffen derlei Art - leicht und trotzdem anrührend - nicht immer geschmackssicher. Doch im Drehbuch von Jane Ainscough, die sich an einem niederländischen Weihnachtsfilm orientierte, stimmt die Gemengelage: spielfreudige Stars greifen dankbar die lebensecht-witzigen Dialoge der fein ausgedachten und miteinander verschachtelten Episoden auf, die tatsächlich ans Herz gehen.

Ainscough war im letzten Jahr verantwortlich für das wunderbare Kleinod "Eltern" mit Charly Hübner und Christiane Paul in den Hauptrollen - einem der besten deutschen Filme zum Thema Leben mit Kindern. "Alles ist Liebe" schafft nun etwas, das auch im internationalen Kino selten zu finden ist. Der mit Stars gespickte Ensemblefilm erzeugt bei allem Kalkül der Vorgehensweise eine besondere Magie. Sie berührt den Zuschauer, erwärmt ihn, lässt ihn lachen, weinen und der Liebe nachspüren. Mehr kann man auch außerhalb der Weihnachtszeit nicht vom Kino erwarten.

Quelle: teleschau - der mediendienst