Dumm und Dümmehr

Dumm und Dümmehr





Das Comeback der Trottel

Seit "Dumm und Dümmer" 1994 in die Kinos kam, mussten Fans der überdrehten Komödie ohne eine Fortsetzung auskommen. Oder sich mit dem halbgaren Prequel "Dumm und Dümmerer" (2003) zufriedengeben, das zwar dumm, aber eben nicht witzig war. Dessen größtes Manko: Jim Carrey und Jeff Daniels fehlten. Umso enthusiastischer waren die Reaktionen im Internet, als der Dreh von "Dumm und Dümmehr" angekündigt wurde - wieder mit Carrey und Daniels. Carrey stieg zwar wegen mangelnden Engagements der Produzenten zwischenzeitlich wieder aus. Letztendlich konnte er aber doch wieder an Bord geholt werden - und "Dumm und Dümmehr" in die Kinos kommen.

Nicht nur in der Realität sind 20 Jahre vergangen: Auch im Film sind die beiden Quatschköpfe Lloyd Christmas (Nicht wie das Fest, wie der Baum!), eine von Carreys Paraderollen, und Harry Dunne (Daniels) um zwei Dekaden gealtert. Es ist wenig passiert: Lloyd saß geistesabwesend im Rollstuhl, weil er seinen (Rest-)Verstand verloren hat, Harry besuchte ihn regelmäßig. Doch eines Tages, und so startet der Film, springt Lloyd auf und verkündet freudestrahlend, dass er alles nur gespielt hat. Bei einem so urkomischen Streich findet natürlich auch Harry, dass die 20 Jahre scheinbar verplemperte Lebenszeit bestens angelegt wurden.

Doch auch Harry hat inzwischen ein Problem mit seiner Gesundheit: Er braucht eine neue Niere. Auf der Suche nach einem passenden Spenderorgan nimmt er sogar Kontakt zu seinen Eltern auf. Die wollen ihm zwar keine Niere geben, doch im Elternhaus findet Harry den alten Brief einer Freundin, die ihm mitteilt, dass sie von ihm schwanger ist - oder besser gesagt, es vor knapp 20 Jahren war.

Schon gibt es eine neue Mission: Harry will seine Tochter finden. Doch nein, natürlich (noch) nicht aus Menschlichkeit und Vatergefühlen: Sie eigne sich bestens als Nierenspenderin, schließlich ist sie ja mit ihm verwandt. Lloyd und Harry nehmen die Verfolgung auf - sogar ihr Hundeauto hat dabei einen kurzen Auftritt - und geraten in Intrigen und Verstrickungen der reichen und intellektuellen Pflegeeltern der gesuchten Tochter Penny (Rachel Melvin).

Dass es in diesem Abenteuer Unmengen an Slapstick und zahllose Witze weit unter der Gürtellinie gibt, dürfte jedem Kinobesucher von vornherein klar sein. Nicht selbstverständlich ist jedoch, dass diese Fortsetzung zwei Jahrzehnte nach der kultigen Vorlage genauso gut funktioniert. Carrey und Daniels finden sich in ihre überdrehten Rollen so nahtlos wieder ein, als hätte es nie eine Pause gegeben, als wären beide Filme in einem Zug durchgedreht worden.

Doch nicht nur das amüsante Fremdschämen über Lloyds und Harrys chaotische Aktionen bleibt wirkungsvoll im Gedächtnis, auch die Story behält bis zum Schluss ein straffes Tempo bei. Natürlich ist die Geschichte so überdreht wie die Figuren selbst, doch sie verliert zu keinem Moment die Aufmerksamkeit des Zuschauers und spart nicht mit kleinen und großen Wendungen. Sicher - man muss sich auf das sehr niedrig angesetzte Niveau einlassen können. Dann aber bekommt man schlicht herrlichen Schwachsinn präsentiert, der den Charme des ersten Teils aufrecht erhält und an dem sich manch andere alberne Komödie eine Scheibe abschneiden könnte.

Quelle: teleschau - der mediendienst