Mariella Ahrens

Mariella Ahrens





Über die Liebe

Die schlechte Nachricht für alle Fans der ARD-Reihe "Ein Fall von Liebe" mit Mariella Ahrens und Francis Fulton-Smith: "Ein Fall von Liebe - Annas Baby" ist der dritte und bereits der letzte Film (Donnerstag, 23.10., 20.15 Uhr). Die gute Nachricht lautet: Nach der Trilogie kommt die Vorabendserie - los geht's im Ersten schon eine Woche später, am Donnerstag, 30. Oktober, 18.50 Uhr! Obwohl die Gefühle groß sind, lässt sich die Journalistin Sarah Pohl (Ahrens) nur mit angezogener Handbremse auf die Beziehung mit dem Rechtsanwalt Florian Faber (Fulton-Smith) ein. Er würde gern Nägel mit Köpfen machen, ihr hingegen sind Beziehungen suspekt, die Vorstellung eines Ehelebens ein Gräuel. Umso mutiger ist sie, wenn es um das Aufdecken von Ungereimtheiten geht. Für eine gute Story prescht sie auch schon mal allein in die Höhle von Kriminellen vor. Hand in Hand löst das Paar schließlich den Fall, doch das Glück wird nur von kurzer Dauer sein. Im Gespräch verrät Hauptdarstellerin Mariella Ahrens (45), ob sie nach zwei gescheiterten Ehen noch immer an die große Liebe glaubt, was sie gegen Herzschmerz unternimmt und warum sie sich seit Jahren für Senioren engagiert.

teleschau: Die Trilogie heißt "Ein Fall von Liebe", um welchen besonderen Fall von Liebe handelt es sich denn dabei?

Mariella Ahrens: Um zwei Menschen, die tiefe Gefühle füreinander hegen, denen aber immer wieder alltäglicher Kram und tief liegende Ängste in die Quere kommen.

teleschau: Ist Ihnen das auch schon passiert?

Ahrens: Klar! Wem nicht?

teleschau: Welchen Stellenwert nimmt die Liebe in Ihrem Leben ein?

Ahrens: Einen großen. Sie gibt mir Halt, wenn die Dinge, die rund um mich herum passieren, aus dem Gleichgewicht geraten. Dazu kommt die Oberflächlichkeit der Filmwelt, in der ich mich bewege, die das Bedürfnis nach etwas Warmem, Herzlichem, Tiefgründigem verstärkt.

teleschau: Sie haben zwei Töchter geboren. Hat das Ihr Empfinden von Liebe verändert?

Ahrens: Sagen wir mal so, man lernt eine andere Form kennen. Die kann man mit der zu einem Mann nicht vergleichen.

teleschau: Was werden Sie Ihren Kindern als Ratschlag in Beziehungsdingen mit auf den Weg geben?

Ahrens: Dass Taten zählen und nicht Worte. Reden können viele. Aber wenn es darum geht, etwas für den anderen zu tun, da trennt sich die Spreu vom Weizen. Zudem werde ich ihnen sagen, dass nur gegenseitige Zuneigung glücklich macht. Ist sie einseitig, sollten sie besser die Finger davon lassen. Das bringt nichts.

teleschau: Woran, glauben Sie, erkennt man wahre Liebe?

Ahrens: Wenn man sich ein Leben ohne den anderen nicht vorstellen kann.

teleschau: Ist sie etwas Vorbestimmtes?

Ahrens: Ich glaube schon an Schicksal. Dass einem Menschen nicht ohne Grund begegnen. Aber natürlich entwickeln sich Liebe und Verbundenheit erst mit der Zeit.

teleschau: Tiefe Gefühle haben auch ihre Schattenseiten - Wie gehen Sie mit Herzschmerz um?

Ahrens: Ich versuche mich da nicht so reinzusteigern, lenke mich ab, gehe aus, treffe mich mit Freundinnen, arbeite viel. Schaue, dass ich nicht in der Trauerecke versinke. Ich habe gelernt, dass mir das nichts bringt.

teleschau: Ihre Rolle, Sarah Pohl, ist ein ziemlicher Ehemuffel. Sie selbst lassen sich gerade zum zweiten Mal scheiden. Werden Sie sich noch ein weiteres Mal ins Standesamt trauen?

Ahrens: Die Ehe als solche finde ich nach wie vor einen wunderbaren Liebesbeweis. Man sollte nicht aus anderen Gründen heiraten. Ob ich selbst noch mal diesen Schritt gehen werde, kann ich erst sagen wenn es so weit ist. Ich schließe es aber nicht aus.

teleschau: Sie wurden in der ehemaligen Sowjetunion geboren, sind in Bulgarien aufgewachsen - inwiefern hat Ihre Herkunft Spuren hinterlassen?

Ahrens: In Bulgarien war ich bis zu meinem vierten Lebensjahr. Diese Zeit hat mich sehr geprägt. Das Südländische, das Herzliche, das Gastfreundliche, das habe ich mitgebracht.

teleschau: Sie haben dort bei Ihren Großeltern gelebt - gibt es da einen Zusammenhang zu Ihrem langjährigen Engagement für Senioren?

Ahrens: Ja, als ich vor neun Jahren den Verein "Lebensherbst" gegründet habe, war das auch, weil ich immer eine innige Beziehung zu meinen Großeltern hatte. In den Medien hatte ich von den katastrophalen Zuständen in Altersheimen erfahren. Ich habe sofort gespürt, dass ich etwas dagegen unternehmen möchte. Der Verein ist in ganz Deutschland aktiv. Er ermöglicht alten, pflegebedürftigen Menschen Freizeitbeschäftigungen, kleine Reisen und erfüllt Herzenswünsche.

teleschau: Apropos Herzenswünsche, welche sind bei Ihnen noch offen?

Ahrens: Natürlich der, dass ich noch tolle Rollen spielen darf. Aber auch, dass ich im Privaten zur Ruhe kommen und mich einfach glücklich zurücklehnen kann. Keine Kämpfe mehr, nur noch Entspanntheit und Seelenfrieden.

Quelle: teleschau - der mediendienst