Winterkartoffelknödel

Winterkartoffelknödel





Na Servus!

Das Genre des Heimatkrimis erfreut sich bleibender Beliebtheit - nicht nur im Fernsehen, auch auf der großen Leinwand. Über eine halbe Million Kinobesucher zählte beispielsweise der erste Eberhofer-Krimi im vergangenen Jahr. "Polizeiruf 110"-Regisseur Ed Herzog inszenierte den Roman von Rita Falk mit einem herrlich lakonischen Sebastian Bezzel in der Hauptrolle, der in der bayerischen Provinz Niederkaltenkirchen unbeirrt dem Verbrechen auf der Spur ist. Und das, obwohl seine Kripo-Karriere doch eigentlich vorbei ist. Mit "Winterkartoffelknödel" erfährt der urkomische Provinzkrimi mit dem bekanntem Ensemble seine vergnügliche Fortsetzung.

Für Dorfpolizist Franz Eberhofer (Bezzel) stinkt die Sache zum Himmel: Dass in der Familie Neuhofer erst der Vater (Erich Hinterdobler) ums Leben kommt und kurz darauf einer der Söhne beim Rauchen von einem herabfallenden Container erschlagen wird, ist doch seltsam. Auch, weil sich dessen Bruder Hans (Moritz Katzmair) bald darauf ein nagelneues Auto leistet und dann noch die Mutter (Maria Peschek) tot aufgefunden wird. Für Eberhofer Grund genug, die Fährte aufzunehmen und zu ermitteln. Ganz diskret versteht sich, denn sein selbstgerechter Chef Moratschek (Sigi Zimmerschied) will von Eberhofers untrüglichem Spürsinn nichts mehr wissen.

Zeitgleich taucht eine höchst attraktive Immobilienerbin Mercedes (Jeanette Hain) in Niederkaltenkirchen auf, die nicht nur Eberhofer, sondern auch dem nerdigen Installateur Flötzinger (Daniel Christensen) gehörig den Kopf verdreht. Als dann auch noch der Letzte der Neuhofers ums Leben kommt, ist Eberhofers Hauptverdächtiger tot. Zum Glück wittert Eberhofers Ex-Kollege Rudi Birkenhofer (Simon Schwarz) eine neue Spur, die das Ermittler-Duo wider Willen sogar nach Teneriffa führt ...

Bei "Winterkartoffelknödel" setzt Regisseur Ed Herzog wieder, gleichwohl mit opulenterem Budget, auf die bewährten Ingredienzien: auf ein herrlich eigenwilliges Figurenarsenal, trockenen Humor, derbe Situationskomik und pointierte Dialoge im zünftigem Lokalkolorit. Sebastian Bezzel zeigt erneut, dass er als origineller Niederbayern-Cop die Idealbesetzung ist. Auch Eisi Gulp als sein ewig kiffender Vater und Weltverbesserer sorgt zuverlässig für Lacher.

Dass die Filmemacher das Schräge und Groteske lieben, das wird in diesem neuen Heimatkrimi mehr als deutlich. Und das ist irre witzig, pardon: sauguat! Dass manche Gags etwas platt sind und die Handlung stellenweise vorhersehbar ist, das mag man diesem sympathischen Film doch bitte schön nachsehen!

Quelle: teleschau - der mediendienst