Die Vampirschwestern 2 - Fledermäuse im Bauch

Die Vampirschwestern 2 - Fledermäuse im Bauch





Vampire sind auch nur Menschen

Das lief doch gar nicht schlecht für "Die Vampirschwestern": Immerhin rund 900.000 Zuschauer lockte das Kinoabenteuer 2012 in die deutschen Kinos. Franziska Gehms eckzähnige Jugendbuchheldinnen Silvania und Dakaria schlugen sich auf der Leinwand also fast so gut wie im selben Jahr die "Fünf Freunde" (rund eine Million Zuschauer) und sogar etwas besser als "Hanni & Nanni" (855.000 Zuschauer) in ihrem zweiten Kinofilm. Mit "Die Vampirschwestern 2 - Fledermäuse im Bauch" wollen Drehbuchautorin Ursula Gruber und Regisseur Wolfgang Groos nun an diesen Erfolg anknüpfen.

Um die Liebe geht es diesmal also, wie der Untertitel "Fledermäuse im Bauch" bereits verrät: Während Silvania (Marta Martin) noch vor ihrem Freund Jacob (Jeremias Meyer) zu verbergen versucht, dass sie Halbvampirin ist, hat sich ihre wilde Schwester Daka (Laura Roge) in einen echten Vollblutvampir verguckt - in Murdo (Tim Oliver Schultz), den Sänger ihrer Lieblingsband Krypton Krax. Dass sie zu dem Konzert fliegen muss, das er und seine Rocker ganz in der Nähe von Bindburg geben, steht für Daka außer Frage.

Um so größer ist ihre Enttäuschung, als Papa Mihai (Stipe Erceg) es ihr strikt verbietet. Eine Begründung hat er für seine Tochter nicht, insgeheim aber einen sehr guten Grund: Der neue Bandmanager Xantor (Georg Friedrich) wollte Elvira (Christiane Paul), die sterbliche Mutter der beiden Vampirschwestern, einst zu seiner Vampirdienerin machen. Dass Mihai seine Pläne durchkreuzte, hat Xantor ihm nie verziehen.

So gestaltet sich "Die Vampirschwestern 2" in erster Linie doch eher abenteuerlich statt gefühlsduselig. Für Humor ist erneut dank "Switch Reloaded"-Komiker Michael Kessler gesorgt. Allerdings basieren die meisten Gags leider wieder nur darauf, dass sich Kesslers Vampirjäger Dirk van Kombast beim Hantieren mit seinen wunderlichen Gerätschaften böse wehtut. Verschenkt.

Überhaupt liegen die Stärken und Schwächen der Fortsetzung ziemlich genau dort, wo sie bereits im ersten Teil zu verorten waren: Liebevoll und detailreich wurde erneut nicht nur das Szenenbild gestaltet, sondern auch die Sprache der Blutsauger. Immer wieder baut Ursula Gruber in ihrer Dialoge ein paar Brocken Vampvanisch ein, die Muttersprache der zugereisten Vampire. Und natürlich haben auch sie ihr eigenes Social Network - Vampibook. Bei so viel Kreativität im Kleinen wirkt der Plot an sich fast schon ein wenig zu konventionell für einen Fantasyfilm. Würden die Vampirschwestern beim Schmollen nicht kopfüber von der Decke hängen, könnte man sie glatt für normale Teenies halten.

Den großen und kleinen Darstellern jedoch scheint das wenig auszumachen. Der Spaß an der Sache ist ihnen deutlich anzumerken, allen voran Christiane Paul und Stipe Erceg, die wieder ein unverschämt charmantes (Eltern-)Paar abgeben. Zu einem dritten Teil würden sie sicherlich nicht nein sagen. Und das Publikum?

Quelle: teleschau - der mediendienst