Wie in alten Zeiten

Wie in alten Zeiten





Die rosaroten Panther kehren zurück

Eines sollte man über "Wie in alten Zeiten" wissen, bevor man an der Kasse eine Kinokarte löst: Der Film des Briten Joel Hopkins ist eine Mischung aus moderner romantischer Komödie - mit zeitgemäß betagterem Zielpublikum im Visier - und Screwball-Komödien älteren Datums, die so oft an eine Farce grenzten. Denn wenn der Zuschauer nicht weiß, worauf er sich einlässt, könnte ihn die haarsträubende Geschichte um ein geschiedenes Ehepaar, das sich für einen Diamantenraub wieder zusammenrauft, enttäuschen. Trotz des hochkarätigen, spielfreudigen Ensembles ...

Emma Thompson, mit der Joel Hopkins bereits 2008 in seinem Film "Liebe auf den zweiten Blick" zusammengearbeitet hat, gibt die nicht auf den Mund gefallene, recht emanzipierte Kate. Augenzwinkernderweise ist sie wesentlich mutiger und beherzter als ihr Ex-Ehemann Richard, verkörpert vom ehemaligen James Bond-Darsteller Pierce Brosnan. Auch ihre besten Freunde, die Eheleute Jerry (Timothy Spall, "Harry Potter") und Penelope (Celia Imrie, "Best Exotic Marigold Hotel"), tragen einiges zum gewollt überdrehten Ton der leichten Komödie bei.

Als Beinah-Rentner sind Kate und Richard schon auf einen sorgenfreien Lebensabend eingestellt. Doch am letzten Tag vor dem Ruhestand muss Richard feststellen, dass er dem windigen Hedgefond-Manager Vincent (Laurent Lafitte) auf den Leim gegangen ist: Seine Firma ist bankrott. Seine Altersvorsorge, die seiner Ex-Gattin und all seiner Angestellten - futsch. In seiner Verzweiflung überredet Richard seine Ex-Frau, die im Gegensatz zu ihm Französisch spricht, mit ihm nach Paris zu fliegen, um die Heuschrecke zu stellen. Als der skrupellose Manager das Ex-Ehepaar lediglich auslacht, wächst in Kate eine "brillante und bescheuerte" Idee: Die beiden beschließen, gemeinsam mit ihren besten Freunden zu Vincents Hochzeit an der Côte d'Azur zu reisen und dort den zehn Millionen Dollar schweren Diamanten seiner Verlobten zu stehlen.

Bei dem attraktiven Setting an der französischen Riviera, das von Kameramann Jérôme Alméras so hübsch gefilmt wurde, fallen einem nicht von ungefähr die Kriminalkomödien um den "rosaroten Panther" ein. Selbst wenn sich "Wie in alten Zeiten" nicht mit diesen Meilensteinen der Filmgeschichte messen kann, so wartet doch auch diese moderne, nicht wirklich graue-Panther-Geschichte mit einigen netten Slapstickeinlagen und ein paar Running Gags auf. Etwa, wenn immer mehr haarsträubende Details aus Jerrys Vergangenheit als Fremdenlegionär und Westentaschenganove zu Tage treten, die selbst seine langjährige Gattin Penelope sichtlich überraschen. Oder wenn Kate und Richard mit ihrem Sohn skypen und sich dessen unwissender WG-Mitbewohner im Hintergrund immer ausgesprochen peinlich benimmt.

Das kann dem Zuschauer, wenn er in entsprechender Stimmung ist, durchaus Spaß bereiten. Aber natürlich kann man sich auch an all den inakzeptablen Inkontinenz- und biederen Bandscheiben-Witzchen stoßen, wenngleich dies nun einmal die gesundheitlichen Hauptprobleme der Rentner-Zielgruppe sind. Und ja, letztlich könnten auch die Dialoge manchmal etwas spritziger und die Szenarien etwas weniger konstruiert sein. Dennoch reicht die romantische Komödie allemal für einen recht unterhaltsamen Kinoabend mit der besten Freundin. Und die muss nicht zwingend ein grauer Panther sein.

Quelle: teleschau - der mediendienst