Mein Freund, der Delfin 2

Mein Freund, der Delfin 2





Delfin für WG gesucht

Fortsetzungen sind für die Produzenten meist eine sichere Bank - aber nur, wenn die Story einen inhaltlichen Mehrwert bringt wie im Sequel von "Mein Freund, der Delfin". Wieder einmal dreht sich alles um das Wohlergehen von Delfinweibchen Winter, die aufgrund ihrer verlorenen Schwanzflosse ein Leben lang auf Hilfe angewiesen ist. Es gibt ein Wiedersehen mit dem hochkarätigen Cast, darunter Ashley Judd, Kris Kristofferson und Morgan Freeman als witziger Prothesen-Tüftler.

Die Story tragen jedoch wie im 2011 erschienenen ersten Teil die Kinder Sawyer (Nathan Gamble) und Hazel (Cozi Zuehlsdorff), die zu engagierten Jugendlichen gereift sind und im Clearwater Marine Aquarium (CMA) verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen. Mit Einsichten in die tägliche Arbeit des Instituts, das sich der Rettung, Rehabilitation und möglichst auch der Auswilderung von gestrandeten und verletzten Meerestieren verschrieben hat, beginnt der Film. Begleitet von gewöhnungsbedürftiger amerikanischer Motivationsrethorik sorgen Sawyer und Hazel mit dafür, dass das gewachsene und bekannt gewordene Institut weiterhin Spenden erhält. Dazu gehört auch das Vorstellen ihrer Arbeit an Tagen der offenen Tür. Und natürlich ein Besuch bei Winter, dem Delfin mit der Flossenprothese. Hier suchen invalide Menschen Aufmunterung für ihr eigenes Leben.

Als jedoch Winters betagte Delfin-Ersatzmutter stirbt, lässt das Weibchen niemand mehr an sich heran. Auch ihr menschlicher Freund Sawyer kann nicht mehr zu ihr vordringen. Versuche, sie mit anderen Delfinen zusammenzubringen, drohen zu scheitern. Die Zeit läuft, denn aufgrund von behördlichen Vorschriften dürfen die Meeressäuger nur mit Artgenossen gehalten werden. Wenn das für Winter im CMA nicht gelingt, wird sie in ein anderes Aquarium verlegt. Für das CMA würde das einen harten Schlag bedeuten und für Sawyer das Ende einer ungewöhnlichen Freundschaft.

Die Unberechenbarkeit von Wildtieren und ein moralischer Überbau zu Fragen der Tierhaltung bringen in dieser Fortsetzung die Spannungsmomente. Was wohl auch in der Realität durchaus Probleme bereitet, wird hier dramaturgisch aufgebauscht und mit persönlichen Konflikten versehen. Insgesamt können sich die jungen Zuschauer gut mit den Hauptfiguren identifizieren, die ihren Egoismus zum Wohle höherer Ziele hinterfragen müssen. Für die Aha-Effekte sorgen schöne Szenen beim Schwimmen mit den Delfinen im Becken, und der tierische Komiker, Pelikan Rufus, bekommt seine Extrashow.

Quelle: teleschau - der mediendienst