The Salvation - Spur der Vergeltung

The Salvation - Spur der Vergeltung





Danish Dynamite

Man ahnt, dass der Tod mit einsteigt. Bis die ersten Leichen in der Postkutsche liegen, dauert es auch nicht lange. Was dann folgt, ist keine Überraschung: Was der Titel verspricht, hält "The Salvation - Spur der Vergeltung". Nicht mehr, und nicht weniger. Der Western arbeitet sich ganz einfach und sehr geradlinig an klassischen Genremustern ab und macht aus einer Familienzusammenführung in den 1870ern einen blutigen Rachefeldzug. Der dänische Regisseur Kristian Levring hat "The Salvation" als echten Hingucker mit überkontrastrierten, sorgfältig eingefärbten Bildern von cinemascopischer Weite inszeniert. Sein Film ist aber nicht nur visuell sehr verspielt.

"The Salvation" wirkt so, als hätten große Jungs schon immer mal Western spielen wollen. In der stilbewussten und todschicken Inszenierung hat Kristian Levring, der das Drehbuch zusammen mit Dänemarks begnadetem Allesschreiber Anders Thomas Jensen verfasste, alles reingepackt, was er in Western gut fand. Als archetypische Figuren treten auf: ein schweigsamer Rächer, brutale Mörder, verängstigte Stadtbewohner, hinterhältige Verräter, undurchsichtige Frauenzimmer und Kick-Legende Eric Cantona als Schläger. Es geht um Öl, es wird gemeuchelt, und Indianer spielen am Rande auch eine Rolle. Das Thema ist Rache, ein Showdown unvermeidlich.

Im Mittelpunkt steht Jon (Mads Mikkelsen), ein vom Krieg in Europa gezeichneter Däne, der zusammen mit seinem Bruder Peter (Mikael Persbrandt) eine kleine Farm bewirtschaftet. Nach sieben harten Jahren holt er seine Familie in den ziemlich wilden Westen: Die Ankunft von Frau und Kind löst eine Kettenreaktion blutiger Ereignisse aus, die vom widerlichen Bandenführer Colonel Delarue (Jeffrey Dean Morgan) mit größtmöglicher Brutalität befeuert werden.

Delarue und seine Bande nehmen eine eingeschüchterte Stadt als Geisel, um den Mörder seines Bruders zu schnappen. Und Jon, der dänische Ex-Soldat, muss als Erlöser ran, einen Ein-Mann-Feldzug führen. Die Leute hoffen, dass Jon ganz alleine die glorreichen Sieben ist.

Reichlich überfrachtet und in seiner Symbolik bisweilen die Grenze zur Lächerlichkeit überschreitend, ist "The Salvation" dennoch ein in seiner wohltuenden Schlichtheit unterhaltsamer Western. Man weiß, was kommt und kann sich deshalb ganz entspannt zurücklehnen. Zumal der mit europäischem Stilbewusstsein und sehr kompromisslos inszenierte Film ohnehin schön anzusehen ist.

Quelle: teleschau - der mediendienst