Helden aus der zweiten Reihe

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Sieben Darsteller, die dringend mal eine große Kinorolle bekommen sollten

In der einen Woche ein Hacker in "Who Am I", in der nächsten ein verzweifeltes Mannsbild in "Männerhort" - Elyas M'Barek ist eindeutig ein gefragter Mann. Und das völlig zu Recht. Schließlich ist der Münchner nicht nur ein guter Darsteller, sondern mit seiner sympathischen Art auch ein Publikumsliebling. Kein Wunder also, dass Regisseure und Produzenten ihn oder ähnlich beliebte Kollegen wie Florian David Fitz, Wotan Wilke Möhring und Matthias Schweighöfer oft und gern für ihre Hochglanzkinoproduktionen engagieren. Nur könnte das auf Dauer doch etwas eintönig werden. Wie wäre es denn stattdessen mal (wieder) mit einer großen Kinorolle für einen dieser sieben Herren?

Antoine Monot, Jr.

Er mag neben Tom Schilling, Elyas M'Barek und Wotan Wilke Möhring der Vierte im Hackerquartett von "Who Am I" sein. Doch um anderen zu erklären, wer Antoine Monot, Jr. ist, werden Bewunderer des 39-Jährigen wohl weiterhin "Tech-Nick aus der Saturn-Werbung" sagen müssen. Dabei war der Rheinländer bereits einer von Sebastian Schippers "Absoluten Giganten" und Rosenmüllers "Schweren Jungs". Zumindest das ZDF hat erkannt, dass Antoine Monot, Jr. mal wieder eine Hauptrolle verdient hat: Seit Mai ermittelt er in "Ein Fall für zwei".

Johann von Bülow

Das Gesicht kenn' ich doch - richtig, beispielsweise aus einem halben Dutzend "Tatort"-Folgen, in denen Johann von Bülow in den letzten Jahren wahlweise Opfer, Täter oder einen Tatverdächtigen spielte. Tatsächlich ist der 42-Jährige einer der meistbeschäftigten Darsteller im deutschen Fernsehen - allerdings fast ausschließlich in tragenden Nebenrollen. "Es hat durchaus Vorteile, wenn man in diesem Job nicht der hübsche Junge ist, der am Ende das Mädchen bekommt", erklärte der gebürtige Münchner 2012 in einem Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau. "Der Finstere, der Antagonist oder auch der Komiker - das sind durchaus Rollen mit viel Potenzial. Trotzdem habe ich natürlich den Wunsch, dass die Charakterrollen, die ich in den letzten Jahren gespielt habe, auch mal die Hauptrollen sind."

Ludwig Trepte

Zwei Grimme-Preise, der Max-Ophüls-Preis, die Goldene Kamera und der Bayerische Fernsehpreis stehen bei Ludwig Trepte im Regal rum. Auf der Leinwand hat man den 26-Jährigen, der zuletzt im gefeierten Fernseh-Dreiteiler "Unsere Mütter, unsere Väter" glänzte, trotzdem schon eine ganze Weile nicht mehr gesehen. Er selbst scheint damit aber kein Problem zu haben: "Manche Projekte, die ich mache, wollen andere nicht. Fernsehen empfinden Kollegen oft als schwieriges Format, weil viele Entscheidungsträger involviert sind. Da verzichten einige Schauspieler lieber. Ich schließe Kompromisse, denn es ist einfach selten der Fall, dass Drehbuch, Regisseur, die Art zu arbeiten und die Kollegen stimmen."

Florian Lukas

Sympathischer Alleskönner für Kinohauptrolle gesucht? Wie wäre es denn mal wieder mit Florian Lukas? Der hat für seine Rollen in Filmen wie "Absolute Giganten", "St. Pauli Nacht" und "Goodbye Lenin" zwar so ziemlich jeden relevanten deutschen Film- und manchen internationalen Festivalpreis bekommen, große Rollen in Kinofilmen werden dem 41-Jährigen dennoch nicht gerade hinterhergeworfen. Das Erste weiß hingegen, was sie an dem Berliner hat: Er spielt eine der Hauptrollen in der DDR-Serie "Weissensee".

Jörg Hartmann

Auch Florian Lukas' "Weissensee"-Kollege und Theaterveteran Jörg Hartmann durfte sein Talent bislang vorrangig im Fernsehen unter Beweis stellen. Dort sieht man den 45-Jährigen, seit er im Dortmunder "Tatort" den herrlich komplizierten Hauptkommissar Peter Faber gibt, inzwischen zwar zur besten Sendezeit - aber eben noch viel zu selten. Dabei zeigt er doch allein in jener Rolle so viele verschiedene Facetten seines Könnens, um sich für Hauptrollen in Filmen jeden Genres zu empfehlen.

Christian Friedel

Der erste Film, in dem er mitspielte, wurde gleich mit der Goldenen Palme in Cannes und einer Oscarnominierung belohnt. Eigentlich kein schlechter Start für Christian Friedel, der vor seinem Kinodebüt als Dorflehrer in "Das weiße Band" ausschließlich Theater spielte. Als dritter Hauptdarsteller nach Matthias Schweighöfer und Friedrich Mücke in "Russendisko" ging es vielversprechend weiter - doch leider nur in der Theorie. Im April 2015 könnte der Bekanntheitsgrad des Magdeburgers jedoch ansteigen: Oliver Hirschbiegel engagierte ihn für die Hauptrolle in "Elser" (Arbeitstitel), einem Biopic über den gleichnamigen Hitlerattentäter. Hoffentlich nur das erste von vielen großen Projekten.

Robert Gwisdek

Dass er und nicht sein Sohn Robert am Ende den deutschen Filmpreis in der Kategorie Bester Nebendarsteller gewann, tat Michael Gwisdek 2013 sichtlich leid. Schließlich habe er sich, als er seine später prämierte Szene in "Oh Boy" spielte, an einen schauspielerischen Rat des Juniors gehalten. Tatsächlich lässt sich der Facettenreichtum, den Robert Gwisdek in seinem Spiel an den Tag legt, nicht allein mit Genetik erklären. Doch Hauptrollen wie die des Gelähmten in der Tragikomödie "Renn, wenn du kannst", spielt der 30-Jährige leider nur selten. Was womöglich auch daran liegt, dass sich Gwisdek inzwischen zusätzlich als Rapper und Romanautor verdingt.

Quelle: teleschau - der mediendienst