Der kleine Nick macht Ferien

Der kleine Nick macht Ferien





Lausbuben-Action zwischen Sandburgen

"Der kleine Nick" erblickte 1959 als Held einer illustrierten Erzählbandreihe das Licht der Welt. Die Geschichten rund um das liebenswert sturköpfige Einzelkind schuf niemand Geringeres als der Schöpfer von "Asterix" und "Lucky Luke": René Goscinny. Als der gebürtige Pariser 1977 im Alter von nur 51 Jahren unerwartet verstarb, ließ sich nicht ahnen, welche Bedeutung "Der kleine Nick" auch über die Grenzen Frankreichs hinaus erreichen würde. Bis heute zählen die Abenteuer des unbeholfenen Jungen mit dem großen Herzen in Buchform zum festen Inventar in den heimischen Kinderzimmern. Und nicht nur Bücherwürmer lieben Nick: In Frankreich war die Verfilmung von "Der kleine Nick" 2009 der erfolgreichste Kinofilm des Jahres. Grund genug für Regisseur Laurent Tirard, mit "Der kleine Nick macht Ferien" jetzt einen weiteren Erzählband Goscinnys und mit ihm erneut das Flair der 1960er-Jahre auf die Leinwand zu bringen.

Das Schuljahr ist vorbei, und endlich darf Nick (Mathéo Boisselier) wohlverdient Urlaub machen: Mit Mama (Valérie Lemercier), Papa (Kad Merad) und der durchgeknallten Oma (Dominique Lavanant) geht's zum Sandburgen-Bauen in ein spießiges Hotel an die Atlantikküste.

Dort lernt Nick gleich eine ganze Horde Lausbuben kennen: Ben, der die abenteuerlichsten Dinge (Schlangen-Eier!) isst, das ewig quängelnde Paulchen, den Engländer Jojo und den ultra-besserwisserischen Como. Und dann ist da noch Isabelle (Erja Malatier), die Augen wie Autoreifen hat und Nick damit immerzu anstarrt. Gruselig, findet der. Folgerichtig ist sein Schreck groß, als er herausfindet, dass seine Eltern ihn offenbar mit Isabelle verkuppeln wollen. Dabei liebt er doch schon Marie-Hedwig (Elisa Heusch)!

Während die Lausbuben so einige Gaunereien aushecken, um Nicks Zwangsheirat zu verhindern, stecken die Eltern ebenfalls in Beziehungsproblemen: Ein italienischer Regisseur (Francis Perrin) will aus Nicks Mutter einen Filmstar machen. Nicks Papa nimmt notgedrungen den Kampf gegen den ungeliebten Rivalen auf. Da ist der Ärger vorprogrammiert. Und zu allem Übel merkt der kleine Nick mitten im Sabotage-Akt an Isabelle, dass er das Mädchen eigentlich doch ganz gern hat - noch "gerner" sogar als Marie-Hedwig ...

Arbeiten von René Goscinny zu verfilmen, ist für Laurent Tirard nichts Neues. Nach "Der kleine Nick" brachte der französische Regisseur 2012 auch "Asterix und Obelix: Im Auftrag Ihrer Majestät" auf die Leinwand. "Der kleine Nick macht Ferien" drehen zu dürfen, war für Tirard aber ein ganz besonders beeindruckendes Erlebnis. "Das Set war von Leichtigkeit und Freude am Projekt erfüllt. Spielerisch realisierten wir unsere Vorstellungen, und jeder war einfach gerne dabei", schwärmt der 47-Jährige. Und auch mit der Hauptfigur kann Tirard sich gut identifizieren: "Ich erkannte mich in diesem Jungen wieder, der das Leben aus einem verschrobenen Blickwinkel sieht, aus der Kraft seiner Fantasie."

Ebendieses hohe Identifikationspotenzial des "Kleinen Nicks" dürfte auch das zweite Leinwand-Abenteuer des Comic-Jungen zu einem Erfolg werden lassen. "Der kleine Nick macht Ferien" verzichtet auf große Effekte und schnelle Wendungen in der Handlung und gewinnt stattdessen durch liebenswert gezeichnete Figuren, gewitzte Dialoge und so manche humorvoll-nostalgische Anspielung auf Größen der Filmgeschichte wie Alfred Hitchcock.

Die Handlung kommt allerdings nur langsam in Schwung und nimmt erst mit der Ankunft im Ferienhotel richtig an Fahrt auf. Spätestens aber, wenn Nick und seine Lausbuben-Freunde mit einer manipulierten Dusche und einer saftigen Schwindelei erste deftige Manöver gegen die Erwachsenenwelt auffahren, dürften sich die Schlitzohren unter den Kinogängern amüsant unterhalten fühlen. Besonders junge Zuschauer werden sich in der liebenswert chaotischen und von den Jungdarstellern rund um Mathéo Boisselier (Nick) lebhaft gespielten Kinderwelt so richtig wohlfühlen.

Quelle: teleschau - der mediendienst