Anna Faris

Anna Faris





Von Müttern und ihren Kindern

Bisher kannte man Schauspielerin Anna Faris hauptsächlich aus der "Scary Movie"-Filmreihe. Nun ergatterte sich die 37-Jährige die Hauptrolle in der neuen US-Sitcom "Mom" von Hollywoods Comedy-Genie Chuck Lorre ("Two and a half Men", "The Big Bang Theory"). In der Serie geht es um ein äußerst turbulentes Mutter-Tochter-Verhältnis, wie man es vorher noch nicht auf den Bildschirmen zu sehen beklam. ProSieben zeigt "Mom" ab 2. September, dienstags, 22.05 Uhr. Im Interview spricht Anna Faris nun über den Wechsel vom Film zum Fernsehen, darüber wie ihr Sohn Jack ihre Arbeit beeinflusst. Außerdem erzählt die kecke Blondine von der Beziehung zu ihrer eigenen Mutter und erklärt, was Mütter-Töchter-Beziehungen so spannend und kompliziert macht.

teleschau: Frau Faris, die Rolle der Christy in "Mom" ist Ihr erstes großer TV-Engagement. Was unterscheidet die Arbeit fürs Fernsehen von der Arbeit beim Film?

Anna Faris: Für mich ist es auf die verschiedenste Weise etwas ganz anderes. Ich spiele jetzt erstmals einen Charakter, mit dem ich wachsen kann. Wir spielen vor einem Live-Publikum, was eine wunderbare Erfahrung ist. Und ich arbeite jetzt in den Warner Bros. Studios in Los Angeles. Das ist deshalb toll, weil ich nicht mehr in Hotels leben muss, sondern bei mir zu Hause schlafen kann. Außerdem ist es so eine willkommene Abwechslung, dass ich eine komplexe Rolle spielen darf. Die meisten Figuren, die ich bisher spielte, waren ja ehrlich gesagt sehr simpel. Ich liebe die Arbeit an dieser Serie tatsächlich so sehr, dass ich wirklich Angst habe, dass irgendetwas passiert. Man investiert emotional viel mehr, als bei einem Filmdreh.

teleschau: Wie schwer war es, überhaupt wieder zu arbeiten? Die Rolle war ja Ihr erstes Engagement nach der Geburt Ihres Sohnes Jack, den Sie und Ihr Mann Chris Pratt im August 2012 begrüßten.

Faris: Es war wundervoll! Ich liebe es, Mutter zu sein. Aber es fühlte sich so gut an wieder zu arbeiten. Vorher dachte ich noch, vielleicht bleibe ich doch zu Hause und kümmere mich Vollzeit um Jack. Aber "Mom" war so eine große Chance für mich. Als wir dann den Piloten drehten, war ich überrascht, wie glücklich mich die Dreharbeiten machten. Ich liebe die Schauspielerei einfach und bin sehr dankbar, dass ich so eine Rolle bekam.

teleschau: Beeinflusst Ihr Sohn Ihre Arbeit? Ist es einfacher, eine Mom zu spielen, wenn man wirklich eine Mom ist?

Faris: Ich denke, Christy und ich haben eine entscheidende Sache gemeinsam: Wir wissen beide nicht genau, was wir eigentlich machen! (lacht) Aber diese Liebe, die man für sein Kind empfindet, ist so besonders und tief, dass man sie eigentlich gar nicht mehr Liebe nennen sollte. Es sollte einen eigenen Namen dafür geben. Und wenn Christie ihre Kinder anschaut, liebt sie sie. Egal wie viel sie verbockt haben. Ich würde für meinen Sohn sterben. Um die Gefühle einer Mom nachvollziehen zu können, ist es also schon von Vorteil, selbst eine zu sein.

teleschau: Glauben Sie, Ihr Sohn wird Ihnen irgendwann die Schuld an gewissen Sachen geben, wie Christy ihrer Mutter die Schuld für alles gibt?

Faris: Er wird mir für Alles die Schuld geben! (lacht)

teleschau: Wie ist das Verhältnis zu Ihrer eigenen Mom?

Faris: Sie ist die beste Mutter der Welt. Aber wie bei jeder Mutter-Tochter-Beziehung läuft es auch bei uns nicht ganz reibungslos ab. Ich mache sie verrückt und sie mich auch. Aber die meiste Zeit lachen wir darüber. Mütter und Töchter haben eben ein sehr nuancenreiches Verhältnis zueinander. Da gibt es alle möglichen komischen passiv-aggressiven Handlungen. So etwas gibt natürlich unheimlich viel Stoff für eine Sitcom her.

teleschau: Waren die Erwartungen an "Mom" sehr hoch, nachdem die letzten Serien von Chuck Lorre so erfolgreich waren? Haben Sie einen persönlichen Druck empfunden?

Faris: Ich bin immer nervös, egal um was es geht. Aber diesmal wusste ich, wenn ich eine Chuck Lorre Show mache, bin ich in sehr guten Händen. Ehrlich gesagt, war er einer der Gründe, warum ich überhaupt zugesagt habe. Wenn du eine Comedy-Serie machen willst, gibt es einfach momentan keinen Besseren als ihn. Wegen Chuck konnten wir beispielsweise Themen wie Alkoholismus, Drogenmissbrauch und Schwangerschaft bei Teenagern behandeln. Das würde sich keine andere Sitcom trauen.

teleschau: Diese Themen werden allerdings sehr humorvoll angepackt. Wie dünn ist die Linie zwischen lustig und unangebracht?

Faris: Jedesmal, wenn ich ein neues Skript bekam, war ich überrascht, dass der Sender sich so viel traut. Wir haben es allerdings geschafft, humorvoll aber dennoch sensibel damit umzugehen. Die meisten Sitcoms hangeln sich derzeit von einem Witz zum anderen. Bei "Mom" finden zwischen den Gags Dialoge statt, die es uns erlauben, tiefer in die Materie und Emotionalität zu gehen. Der große Witz kommt dann erst am Ende der Szene oder sogar erst am Ende der Episode. Damit erlösen wir das Publikum quasi von der aufgebauten Spannung.

teleschau: Aber war es für Sie persönlich unangenehm, manche der Witze machen zu müssen?

Faris: Nein, gar nicht. Ich finde, alles kommt immer sehr respektvoll daher. Und überhaupt: Ich habe vier Scary-Movie Filme gemacht - so schnell ist mir also überhaupt nichts mehr unangenehm (lacht).

Quelle: teleschau - der mediendienst