Die Biene Maja

Die Biene Maja





Das Leben ist spannend!

In einem unbekannten Land, vor gar nicht allzu langer Zeit, war eine Biene sehr bekannt. Und in einem uns sehr gut bekannten Land restauriert man gerne Kinderfilme oder -serien, um sie im 3D-Format den Kindern von heute neu zu verkaufen. Die Figuren bekommen die Stimmen beliebter Jungschauspieler und fertig ist das risikoarme Mittelmaß. Doch bei der "Biene Maja" ist das anders. Wunderbar anders.

Es sei dahingestellt, ob die Biene nun drei Gramm leichter werden musste als zu ihren Serienzeiten oder nicht - sie wird in jedem Fall von den alten Freunden aus den 70er- und 80er-Jahren wiedererkannt und von den neuen Zuschauern sofort ins Herz geschlossen. Denn Maja ist so, wie die Hauptfigur in einem Kinderfilm sein soll: neugierig, mutig und niedlich. Sie fragt "Warum kann ich nicht machen, was ich will?", und meint das ernst, mitten im Bienenstock, wo alles militärisch geordnet abläuft.

Die kleine Anarchobiene nimmt kein Blatt vor den Mund, fragt, was sie wissen will, und hat erst mal so viel Spaß wie Pippi Langstrumpf im Reich der Menschen. Doch lang kann das nicht gutgehen, so entzückend der Augenaufschlag des Summchens auf Außenstehende auch wirken mag. Denn Gunilla, die durchtriebene Ratgeberin der Königin, ist stets auf Ordnung und ihren eigenen Vorteil bedacht.

Genau genommen schielt sie sogar ein wenig auf den Thron und stiehlt das Gelee Royal, die einzige Nahrung der Königin. Dumm nur, dass sie eine Zeugin hat - Maja. Um den Putsch nicht zu gefährden, wird die störende kleine Biene auf der Wiese ausgesetzt, von der dem Reden nach Gefahr droht. Nicht aber, wenn man zu Fremden so freundlich ist wie die frisch geschlüpfte Maja, die das Leben samt Wiese sehr spannend findet. Sogar Grashüpfer Flip bekommt - Hühüpf - einen kurzen Auftritt. Der musste auch nicht länger sein, denn seine Ähnlichkeit mit Kermit, dem Frosch (!), ist doch eher irritierend.

Nina Hagen tobt sich mit ihrer Stimmgewalt als Gunilla aus und ist nach Herzenslust zischend böse. Die großmütterliche Königin wird von ihrer Mutter Eva-Maria Hagen gesprochen, Tochter Cosma Shiva Hagen ist die Dritte im Bunde. Da jene aber, wenn auch die Jüngste im Hagentrio, aus dem Maja-Alter inzwischen herausgewachsen ist, spricht sie nicht die Titelbiene, sondern nur eine kleine Nebenrolle. Die beste und naheliegendste Wahl wurde jedoch mit Jan Delay getroffen, der den Willi übernahm. Im Grunde ist der HipHop-Künstler die menschgewordene Reinkarnation von Majas bestem Freund. Es ist nicht seine erste Sprecherrolle, aber doch die nachhaltigste und die, die seine Fanbase noch einmal vergrößern wird.

"Die Biene Maja" ist ein Film über Freundschaft und Toleranz - Majas Optimismus und ihr Sinn für Gerechtigkeit tragen die Geschichte über die Klatschmohnwiese, wo ein schlimmes Aufeinandertreffen der Bienen mit den Hornissen verhindert werden muss. Die wollen sich bekriegen, doch Maja tut alles für die Völkerverständigung, während Willi immer noch seinen Mut sucht, den er gleich unter diesem Blatt vermutet. Oder lag er doch unter dem anderen?

Das 3D-Abenteuer ist ein Kinderfilm im besten Sinne und dürfte Zuschauern jeden Alters Spaß machen, auch denen, die "von früher" ein Hornissentrauma haben, wird geholfen. Das kriegt die neue Maja weg. Ein rundum gelungenes Erlebnis, nur einen Wermutstropfen gibt es: Karel Gott, der Sänger der Titelmelodie, wurde wie schon zuletzt in der ZDF-Serie durch Helene Fischer ersetzt.

Quelle: teleschau - der mediendienst