Polanski kommt nicht nach Locarno

Polanski kommt nicht nach Locarno





Roman Polanski hat als Reaktion auf Proteste gegen ihn seine Teilnahme am Filmfestival von Locarno in der Schweiz abgesagt. Ursprünglich sollte der 80-Jährige bei den Festspielen mit einem Sonderpreis geehrt werden. In einem Brief an die Festivalleitung ließ der Filmemacher verlauten: "Ich habe festgestellt, dass mein geplantes Erscheinen bei gewissen Personen, deren Haltung ich respektiere, zu Spannungen und Kontroversen führt. Ich bedaure, dass ich euch damit enttäuschen muss." Polanskis Auszeichnung hatte im Vorfeld zu politischen Konflikten geführt, insbesondere die Tessiner christdemokratische Partei CVP lehnte die Teilnahme des Regisseurs ab. Debatten um Polanski gab es seit 2009 immer wieder. Damals hatte man ihn auf dem Weg zum Filmfest Zürich wegen eines Sexualdelikts aus den 70er-Jahren festgenommen. Nachdem er zunächst an die USA ausgeliefert werden sollte, wurde er nach einigen Monaten Hausarrest wieder frei gelassen. Festivalleiter Carlo Chatrian reagierte auf die Absage Polanskis zwar mit Verständnis, fand aber auch harsche Kritik: Es habe seitens Polanski "wiederholte inakzeptable Einmischungen in künstlerische Entscheidungen des Festivals" gegeben, man habe aber das "Grundprinzip der künstlerischen Freiheit immer gegen Einmischung und Druck verteidigt".

Quelle: teleschau - der mediendienst