Robin Williams

Robin Williams





Der tragische Clown

"Robin Williams war ein Flieger, ein Arzt, ein Geist, eine Nanny, ein Präsident, ein Professor, Peter Pan und alles dazwischen. Aber er war einmalig!" - Mit diesen Worten würdigt US-Präsident Barack Obama einen der größten Komiker, den die Welt je gesehen hat - aus einem traurigen Anlass: Am Montag wurde der 63-jährige Oscarpreisträger leblos in seinem Haus in Tiburon, Kalifornien, gefunden. Die Polizei geht von Selbstmord aus.

"Kennen wir uns? Hatten wir Sex miteinander?" - Das war eine seiner beliebten Fragen, mit denen Williams versuchte, wildfremde Interviewpartner aus dem Konzept zu bringen. Denn anders als viele andere Komiker, die abseits der Bühne oder der Leinwand nur mäßig witzig sind, sprühte Robin Williams geradezu vor Gags und komischen Einfällen.

Für Regisseure konnte das schon einmal zum Problem werden. "Robin, lass es uns doch wenigstens einmal so versuchen, wie ich es geschrieben habe", jammerte etwa Chris Columbus bei den Dreharbeiten zu "Mrs. Doubtfire" (1993). Dabei meinte er es doch nur gut, was ihn nur noch sympathischer machte. Nichts hassen die Leute mehr, als wenn ein Schauspieler so gar nicht dem Bild entsprechen will, das sie sich von ihm in seinen Filmen gemacht haben.

Doch ziert die Filmografie des gebürtigen Chicagoers nicht nur Heiteres. Immer wieder brillierte Williams auch in dramatischen Rollen, etwa in "Der Club der toten Dichter" (1989), "Hinter dem Horizont" (1998) oder "Jakob der Lügner" (1999). Williams spielte Männer, die schon in den Abgrund des Lebens geblickt hatten. Wie er selbst. Über seine wiederkehrende Alkohol- und Drogenabhängigkeit redete er oft öffentlich: "Kokain war mein Rückzugsort", formulierte es Williams einst. "Die meisten werden von Coke aufgeputscht. Mich beruhigt es." Er war dabei in jener drogengefüllten Nacht 1982, die seinen Freund und Kollegen John Belushi das Leben kostete. Zu jener Zeit war Williams' erste Frau Valerie mit seinem Sohn Zak schwanger. "Die Belushi-Tragödie war furchteinflößend", erinnerte sich der Schauspieler im "People"-Magazin. "Sie löste einen Massenentzug im Showbiz aus. Bei mir war außerdem noch ein Baby unterwegs. Ich wusste, dass ich nicht Vater sein und diese Art Leben führen konnte."

Erfolge, Misserfolge und Ehefrauen kamen und gingen in den folgenden Jahrzehnten - doch die Sucht blieb, auch wenn er sie offenbar lange unter Kontrolle halten konnte. 2006 begann Williams wieder zu trinken, suchte in einer Entzugsklinik Hilfe. Vor wenigen Wochen erst, kurz nach der Absetzung seiner neuen TV-Serie "The Crazy Ones" nach nur einer Staffel, checkte der Komiker erneut in einer Klinik in Minnesota ein, um dort an seinem "emotionalen Gleichgewicht zu arbeiten" und seinen Willen, weiterhin trocken zu bleiben, zu festigen. Seine Publizistin Mara Buxbaum räumte nach dem Tod des Künstlers im "Hollywood Reporter" ein, dass Williams seit einiger Zeit gegen schwere Depressionen kämpfte.

"Ich mache mir eigentlich nicht viele Gedanken über mein Erbe", sagte der Comedy-Star 2005 in einem Interview mit der Nachrichtenagentur teleschau. Nun, neun Jahre später, hinterlässt Robin Williams drei Kinder aus drei Ehen, bestürzte Fans und Kollegen. Und er hinterlässt jede Menge schöne Erinnerungen an sein Lachen und an seine Fähigkeit, für ein Lachen zu sorgen.

Quelle: teleschau - der mediendienst