Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm

Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm





Eine unromantische Komödie

Als der isländische Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen "Eyjafjallajökull" 2010 ausbrach, wurden ungeheure Kräfte freigesetzt, die den europäischen Flugverkehr für Tage lahmlegten. Ähnlich unglaubliche Kräfte setzt das Ex-Ehepaar Alain (Dany Boon) und Valérie (Valérie Bonneton) in der französischen Komödie "Eyjafjallajökull - Der unaussprechliche Vulkanfilm" frei, die Regisseur Alexandre Coffre gemeinsam mit Yoann Gromb und Laurent Zeitoun ("Der Nächste, bitte!") ausgesponnen hat: Um sich gegenseitig zu bekämpfen, auszubremsen und zu vernichten ist den seit 20 Jahren Geschiedenen jedes Mittel recht ...

Es fällt schwer, diese beiden zügellosen Streithähne zu mögen, die sich zufällig im gleichen Flugzeug befinden, das sie zur Hochzeit ihrer einzigen Tochter Cécile (Bérangère McNeese) auf Korfu bringen soll. Der Vulkan mit dem unaussprechlichen Namen zwingt sie bereits in München wieder auf die Erde zurück und der 2.100 Kilometer lange Weg erscheint auf einmal - nämlich gezwungenermaßen gemeinsam - kaum noch zu bewältigen.

Empfindlichen Seelen, die so gar nicht über derben Slapstickhumor lachen können und es alles andere als komisch finden, wenn die Ex-Frau ihren Verflossenen mit einer Harpune im Bein eiskalt stehen lässt, sei dringend von dieser etwas ungewöhnlichen Sommerkomödie abgeraten. Wer sich dennoch in "Eyjafjallajökull" hineintraut, den erwartet ein absurd komischer Roadtrip, in dem ein versehentlich erschossener albanischer Raubvogel und ein teuflischer Jesus-Freak für geniale Höhepunkte sorgen. Aber auch Schlaglöcher hat man als Zuschauer auf der Reise zum nächsten Lacher zu bewältigen: Die Inszenierung ist zuweilen etwas holprig, und manchen Gag hätte man lieber am Straßenrand liegen lassen sollen.

Doch was den Film neben den Cinemascope-Landschaftsaufnahmen von Kameramann Pierre Cotterau und bestimmt recht kostspieligen Actionszenen sehenswert macht, ist die explosive Chemie zwischen den beiden Hauptakteuren: Dany Boon glänzt als hinterhältig-schluffiger Fahrlehrer Alain und Valérie Bonneton gibt dessen erfolgreiche, überaus verbiesterte Ex-Frau mit sichtlichem Vergnügen. Wenn sie während eines kurzen Waffenstillstands auf ihre verkorksten Jahre anstoßen und Alain prompt feststellt: "Da wird ein Glas nicht reichen" haben die beiden garantiert die Lacher aller Rosenkrieger auf ihrer Seite.

Wie ihre Figuren kennen sich auch die beiden Schauspieler, die kürzlich noch gemeinsam in "Super-Hypochonder" zu sehen waren, schon seit über 20 Jahren. Sie geben ein vergleichbar komisches Paar ab wie Boon und Kad Merad in der ungeheuer erfolgreichen Komödie "Willkommen bei den Sch'tis", bei der Boon auch Regie führte.

Aufgrund des überbordenden Klamauks, der gelegentlich den Gagflow zerstört, und der recht unglaubwürdigen, zugleich minimalen Entwicklungen der Figuren wird dieser unromantischen Komödie vermutlich nicht der Erfolg vergönnt sein, den Exportschlager wie die "Sch'tis" oder gar "Ziemlich beste Freunde" hatten. Dennoch kommen Freunde des absurd-boshaften Humors ziemlich auf ihre Kosten.

Quelle: teleschau - der mediendienst