Nicola Peltz

Nicola Peltz





Vom Tomboy zum Hollywood Girl

Wird sie die neue Megan Fox? Nicola Anne Peltz darf mit ihren blutjungen 19 Jahren daheim zwar keinen Alkohol trinken, dafür aber schon eine Hauptrolle in "Transformers: Ära des Untergangs" (Start: 27. Juli) übernehmen. Da sie auch für die nächsten Teile des beliebten Roboter-Franchise eingeplant ist, könnte die aufstrebende Schauspielerin der kommende Stern an Hollywoods Himmel sein. Familienmensch will die mit sieben Geschwistern aufgewachsene jüngste Tochter einer bekannten, wohlhabenden Großfamilie aber bleiben.

Als Nicola Peltz am 9. Januar 1995 wenige Kilometer nördlich von New York City in Westchester County geboren wurde, war ihre Mutter Claudia Peltz, die in jüngeren Jahren unter ihrem Geburtsnamen Heffner als Model arbeitete, bereits fast 40 Jahre alt. Nicolas Vater, der Geschäftsmann Nelson Peltz, hatte zu diesem Zeitpunkt schon zwei Ehen und eine steile Karriere hinter sich. Der Selfmade-Milliardär und als Nachkomme österreichischer und russischer Juden in der jüdischen Community New Yorks äußerst aktive Hausherr flog eine Zeit lang jeden Tag mit dem Hubschrauber zu seinem Büro in der Stadt. Was es heißt, zur High Society zu gehören, erfuhr die ehrgeizige Tochter aus gutem Hause schon früh.

Mit sechs Brüdern im Haus lernte das aufgeweckte Mädchen schnell, im Positiven wie Negativen mit männlichen Verhaltensweisen umzugehen: "Meine Brüder hatten einen unglaublichen Beschützerinstinkt, einige mehr als andere, ich habe sie laufend um Rat gebeten. Ich werde immer das Baby in der Familie bleiben", verriet die jüngste von nur zwei Töchtern dem "Interview Magazine". Durchsetzungsvermögen war von Anfang an gefragt: "Mit so vielen Jungs aufzuwachsen, macht dich hart. Du wirst viel geneckt, es gibt kein vorsichtiges Abtasten. Man sagt die Dinge, wie sie sind, man ist ehrlich miteinander." Von Jungen und Männern umgeben, entwickelte sich Nicola zum regelrechten Tomboy, zum jungenhaften Wildfang, wie sie es selbst ausdrückt. Nach dem Vorbild ihres Bruders Brad, professioneller Eishockeyspieler, begann auch sie den Sport für sich zu entdecken und hatte lange Zeit das Ziel, Eishockeyspielerin zu werden.

Das änderte sich bald, als die vielseitig interessierte Teenagerin die Schauspielklasse an ihrer Schule besuchte und schnell Gefallen daran fand. Mit zwölf besorgte sie sich einen Manager, was ihrer Mutter anfangs natürlich missfiel. "Sie sagte immer, dass ich auf keinen Fall Schauspielerin werden könne und dass sie mich nicht jedes Mal zu einem Vorsprechen eine Stunde in die Stadt fahren würde", erzählte sie im Gespräch mit dem "V-Magazine". Als Nicola schließlich ihre erste Rolle im Manhattan Theatre Club bekam, merkte ihre Mutter, welche Leidenschaft in ihr steckte, wie hart sie arbeitete. "Sie realisierte, dass es nicht nur eine Phase war."

Tatsächlich: Die Schauspielerei sollte schließlich in den Mittelpunkt ihres Lebens rücken. Nach anfänglichen kleinen Rollen in Weihnachts- und Außenseiterkomödien spielte die dunkelblonde Schülerin 2010 in M. Night Shyamalans Fantasy-Adventure "Die Legende von Aang" ihre erste größere Rolle. Mit eher mäßigem Erfolg: Eine der neun "Goldene Himbeere"-Nominierungen des von der Kritik verrissenen Films erhielt sie als schlechteste Nebendarstellerin.

Von da an jedoch ging es für Nicola Peltz bergauf. Bereits mit der Rolle der Bradley Martin in der "Psycho"-Serienadaption "Bates Motel" erregte die attraktive, junge Frau Aufmerksamkeit im Filmgeschäft. Der Durchbruch dürfte ihr nun mit der ersten richtigen Hauptrolle gelingen: In "Transformers: Ära des Untergangs" (Kinostart: 27.7.) spielt die 19-Jährige an der Seite von Mark Wahlberg die Tochter dessen Film-Alter-Egos. Bei der Europapremiere in Berlin sagte Nicola: "Ich war als Kind ein riesen 'Transformers'-Fan, und jetzt spiele ich selbst mit."

Dass sie dabei auf den Part der hübschen, jungen Frau reduziert wird, die vom Vater vor jungen Männern und von diesen vor dem Weltuntergang beschützt werden muss, stört sie erst einmal nicht. Im Gegenteil: Immer wieder spricht sie in Interviews die Nähe der Rolle zu ihrer eigenen Familienerfahrung an. "Ich liebe das menschliche Element des Films", wie sie sagt. "Mein Lieblingsaspekt ist die Vater-Tochter-Beziehung, denn ich stehe meinem Vater sehr nah. Es ist so wichtig, einen starken Vater zu haben." Dass es dabei weder ihr noch der Handlung des Films um tiefgehende psychoanalytische Betrachtungen vom Verhältnis zwischen Tochter und Vater geht - geschenkt. Ihre Ansichten zum leidigen Thema Liebe und Beziehungen klingen hingegen schon recht abgeklärt: "Einen Freund habe ich zurzeit nicht", sagte sie dem "Interview"-Magazin. "Ich bin gerade zu beschäftigt, mir ist das zu viel Drama." Auch in dieser Hinsicht haben ihre vielen Brüder sie geerdet: "Jungen sind unreifer als Mädchen. Ich sehe meine Brüder und wie sie sich verhalten. Wählerisch zu sein ist eine gute Sache."

Nicola Peltz sagt auch Dinge wie: "Ich würde gern nach Südafrika reisen, ich bin eine große Tierliebhaberin und würde an einer tollen Safari teilnehmen." Im Interview mit "North Texas Daily" gefragt, was sie als Collegedozentin lehren würde, antwortete sie: "Ich möchte mit Menschen über positives Denken sprechen. Es ist toll, wenn ich jemanden mit positiver Energie treffe." Vorwerfen lässt sich der jungen Frau diese Naivität im Stile des typischen "American Girl" aber kaum. Schließlich ist die modeinteressierte Nicola noch immer ein Teenie, und zweitens tut sie nur das, was als unerfahrener Neuling im Medienbetrieb von ihr erwartet wird. Erwarten darf man wohl auch, dass sie mit "Transformers", ähnlich wie Megan Fox, einem breiten Publikum bekannt werden wird und damit eine große Karriere in Hollywoods Mainstream vor sich hat. Trotz des sich ankündigenden Erfolges: Eine klassische College-Ausbildung möchte Nicola in jedem Fall noch machen.

Quelle: teleschau - der mediendienst