Eric Dane

Eric Dane





Wieder ganz in Weiß

Mit einem Stückchen Frottee fing alles an: Nachdem Eric Dane in der Krankenhausserie "Grey's Anatomy" einer dampfenden Nasszelle entstieg, mit nichts am Leib als einem nachlässig drapierten Handtuch, hatte der Schauspieler den Spitznamen weg, der ihn für Jahre begleiten sollte. Die Rolle des plastischen Chirurgen Mark Sloan machte Eric Dane als "McSteamy" bekannt. Auch zwei Jahre nach seinem Serientod bei "Grey's Anatomy" wird der 41-Jährige noch häufig darauf angesprochen. Bei aller Dankbarkeit der Serie gegenüber freut ihn das beim persönlichen Gespräch in einem Münchner Nobelhotel nur bedingt. Viel lieber als über seinen Status als Sexsymbol möchte er über sein aktuelles Engagement reden: die Endzeitserie "The Last Ship", die von "Transformers"-Regisseur Michael Bay produziert wird und entsprechend bombastisch ausfällt. TNT Serie zeigt die zehnteilige erste Staffel ab 15. Juli, dienstags, 21 Uhr.

Mit der bayerischen Gemütlichkeit kann Eric Dane durchaus etwas anfangen: "Ich habe Freunde in München und liebe diese schöne Stadt. Die Menschen sind sehr entspannt, und alles ist so makellos und ruhig." Dem 1,85-Meter-Mann, der selbst ausgesprochen makellos wirkt, gelingt in breitem amerikanischen Akzent sogar ein "Schön, dass Sie da sind!"

Eigentlich wollte der Kalifornier mit entfernten deutschen Wurzeln nach seinem Ausstieg bei "Grey's Anatomy" im Jahr 2012 keine weißen Mäntel mehr sehen. Mindestens sechs Monate wollte er sich freinehmen, eigentlich ein ganzes Jahr, um Zeit mit seinen beiden kleinen Töchtern verbringen zu können. Doch dann kam ein Angebot, das er einfach nicht ablehnen konnte, und für das er sogar bereit war, erneut in weiße Arbeitskleidung zu schlüpfen. Diesmal ist es eine Kapitänsjacke.

"The Last Ship" ist ein veritabler Action-Kracher, für den der Action-Spezialist Michael Bay tief in die Trickkiste greift. Ein Kriegsschiff der US-Navy ist auf einer Geheimmission in der Arktis unterwegs und vier Monate lang von der Außenwelt abgeschnitten. Erst danach realisieren der Kapitän (Dane) und seine Besatzung, dass 80 Prozent der Weltbevölkerung von einer Pandemie dahingerafft wurden. Die Mikrobiologin Dr. Rachel Scott (Rhona Mitra), die sich ebenfalls an Bord befindet, arbeitet fieberhaft an einem Gegenmittel gegen die Seuche.

Wenngleich "The Last Ship" als gigantischer Navy-Werbespot durchgehen könnte, und Eric Dane als Vorzeige-Kapitän ohne Fehl und Tadel daran einen großen Anteil hat, verzichtete er auf seine geplante persönliche Auszeit nicht etwa wegen seiner Begeisterung für die US-Marine. Vielmehr war Produzent Michael Bay der Hauptgrund dafür, dass Dane sofort Feuer und Flamme für "The Last Ship" war: "Ich wollte immer im Action-Genre arbeiten, und Michael Bay ist in diesem Bereich ein Spezialist. Er macht ästhetisch ansprechende Filme, und ich wusste: Wenn jemand ein Projekt dieser Größenordnung umsetzen kann, dann er."

So eng Eric Danes Schauspielkarriere mit dem Genre "Serie" verknüpft ist, so wenig beschäftigt er sich privat damit. Seine Freizeit verbringt der Familienvater gerne anders. "Wenn ich neben meiner Arbeit und meinen zwei kleinen Kindern noch Zeit habe, was nicht besonders oft vorkommt, sehe ich mir am liebsten Sport im Fernsehen an", erklärt Dane, der während der Highschool so gut Wasserball spielte, dass es eine Zeit lang so aussah, als würde er damit Karriere machen. Doch eine Schulproduktion von Arthur Millers "Alle meine Söhne" infizierte ihn mit dem Schauspiel-Virus, er verabschiedete sich von seinem Plan zu studieren und wagte den direkten Sprung in die Theaterwelt, wenig später in die Filmbranche.

Dort lernte Dane auch seine Ehefrau, die Schauspielerin Rebecca Gayheart ("Düstere Legenden", "Nip/Tuck - Schönheit hat ihren Preis") kennen, mit der er im Oktober zehnten Hochzeitstag feiert. Nach neun Monaten Beziehung sollen die beiden beim Essen auf die Idee gekommen sein, den Bund fürs Leben einzugehen. Wie der "Daily Express" erfahren haben will, flogen die beiden noch am selben Tag nach Las Vegas und gaben sich das Jawort. Ein Mann der Tat also, nicht der großen Worte. Für den wortkargen Kapitän in "The Last Ship" hätte wohl keine bessere Besetzung gefunden werden können.

Quelle: teleschau - der mediendienst