Ferner Schöner Schein

Ferner Schöner Schein





Verschwunden in der Provinz

"Ferner Schöner Schein" erzählt die Geschichte von Pawel, der zusammen mit seiner senilen Mutter in einem trostlosen Dorf in der polnischen Provinz lebt. Inmitten des stets präsenten Verfalles und Mülls versucht er, sich als Altmetallsammler über Wasser zu halten. Doch der Zustand der Mutter verschlechtert sich zusehends und lässt Pawels Traum von einem erfüllten Leben mit seiner Verlobten in weite Ferne rücken. Nachdem er seine kranke Mutter fortgeschafft hat, verschwindet auch Pawel von heute auf morgen ohne jegliche Spur. Alle Dinge, die die jüdische Familie in ihrem Haus hinterlassen hat, teilen die Dorfbewohner im Laufe der Zeit untereinander auf.

Als erster Spielfilm des Künstlerpaares Anka und Wilhelm Sasnal feierte "Ferner Schöner Schein" 2012 beim Internationalen Filmfestival in Rotterdam Weltpremiere und wurde unter anderem beim crossing europe Film Festival in Linz als bester Spielfilm ausgezeichnet. Den beiden Künstlern zufolge verweist die Darstellung der Provinz auf die polnisch-jüdische Geschichte und wurde von Claude Lanzmanns Holocaust-Dokumentation "Shoah" inspiriert. "In diesem Land gibt es keine neutrale Landschaft, alles ist mit Emotionen und Geschichte aufgeladen, wortwörtlich mit Blut und vergessenen Geschichten", berichten die Künstler in einem Interview mit dem East European Film Bulletin.

In Deutschland wird "Ferner Schöner Schein" in einigen ausgewählten Kinos zu sehen sein. Freunde des polnischen Kinos dürfen sich darüber freuen, dass der junge Münchener Filmverleih Eksystent Distribution den Film ausschließlich in polnischer Sprache mit deutschen Untertiteln vertreibt.

Quelle: teleschau - der mediendienst