Die Sly-Show

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Geballte Hollywoodpower an der Croisette für "The Expendables 3"

Es war seine Show und er hatte ein paar Freunde dabei: Zusammen mit Arnold Schwarzenegger, Mel Gibson, Harrison Ford, Dolph Lundgren und Wesley Snipes fuhr Sylvester Stallone in Cannes zur "Expendables 3"-Pressekonferenz vor - in einem Panzerfahrzeug. Ein starkes Statement, auf das im Lauf der PR-Veranstaltung noch einige folgen sollen: "In der Geschichte des Actionfilms gibt es etwa 15 ernstzunehmende Helden", erörtert Sylvester Stallone etwa - und zumindest ein Drittel davon greift in "The Expendables 3" (Kinostart: 21. August) zur Waffe.

Nach dem allzu komödienhaften zweiten Teil glaubt "Expendables"-Hauptdarsteller und Co-Autor Sylvester Stallone beim dritten Anlauf genau den richtigen Mix aus Action und witzigen Zwischentönen gefunden zu haben. "Das ist wie beim Heiraten", fügt er, selbst zum dritten Mal verheiratet, grinsend hinzu. Diese kleinen privaten Einwürfe sind typisch für Hollywoodstars auf seinem Level. Nicht nur die Fans erhalten so das Gefühl, ganz nah an ihnen dran zu sein: Auch die Pressevertreter, die beim Festival noch bis 25. Mai von Termin zu Termin hetzen, sind dankbar für die amüsante Verschnaufpause.

Es ist ein erstaunlich entspannter Superstar-Gipfel, zu dem hier geladen wird: Keiner der anwesenden Schauspieler muss seine Muskeln spielen lassen, sich in den Vordergrund drängen, denn jeder der Action-Veteranen hat seinen Platz in der Filmgeschichte längst gefunden. Arnie und Sly etwa arbeiteten zur Freude des Publikums ihre Rivalität aus den 80-ern auf, in denen sie beide zur selben Zeit auf der Höhe ihrer Karriere waren. "Der Wettstreit hat sich ganz natürlich entwickelt", resümiert Arnold Schwarzenegger: "Da ging es um Fragen wie: Wer hat größere Muskeln? Wer benutzt die größeren Waffen? Wer ist damit am effektivsten beim Umbringen von Leuten? Wer hat die meisten in seinen Filmen getötet? Ich habe 49 Leute gekillt, und Du? Oh, ich habe 78 umgebracht. Das war ein Wettbewerb!" Längst vorbei, heute schmeichelt Stallone mit einem Grinsen seinem Konkurrenten von damals: "Ich wurde älter und weiser und habe erkannt: Gott sei Dank gab es Arnold, er hat dafür gesorgt, dass ich besser wurde!"

Den Mann, den nichts umhauen kann, gibt Stallone heute auch noch gerne. Regisseur Patrick Hughes, der das "Expendables"-Franchise von Sylvester Stallone und Simon West übernahm, betont, wie stolz die gesamte Besetzung darauf sei, so viele Stunts wie möglich selbst gemacht zu haben. Stallone unterstreicht dies: "Da war viel Schmerz mit dabei - und das zahlt sich aus." Arnie allerdings muss einräumen, dass die Wand, auf die er im Film einschlagen muss, mittlerweile gepolstert sei und Sly es beim Prügeln in sein Gesicht locker anging. "Und Harrison Ford benutzte beim Schießen auf mich keine scharfe Munition." Als Mel Gibson dann noch das Heer an Physiotherapeuten erwähnte, das die müden Helden wieder für den nächsten Tag flott machen musste, gibt es kein Halten mehr.

Bei der Frage, wie lange es diese etwas in die Jahre gekommene Action-Truppe denn noch machen wird, ging die fragende Journalistin dann schon mal vorbeugend in Deckung. Aber die Stallone, Schwarzenegger und Co. wären nicht die Profis, die sie sind, um nicht mit einem Witz zurückzuschlagen: "Wir sind Kinder mit Arthritis und für immer jung." Keine Gefahr also für weitere Fortsetzungen der "Expendables" - erste Castinggerüchte für einen vierten Teil sind ja bereits in Umlauf.

Quelle: teleschau - der mediendienst