Annica Hansen

Annica Hansen





Mit dem Laptop vor der Kiste

Mit "Keep Your Light Shining" startet ProSieben am Donnerstag, 22. Mai, 20.15 Uhr, einen neuen Sangeswettstreit. Drei Folgen sind zunächst geplant. Schon wieder eine Musik-Casting nach Schema F? Moderatorin Annica Hansen verneint vehement. Die 31-Jährige legt wert darauf, dass sich "KYLS" eindeutig von herkömmlichen Castingsendungen unterscheidet. "Das ist eine Musikshow mit richtig guten Sängern und einer noch nie da gewesenen Abstimmungsvariante", sagt sie. Ein neues Talent jedenfalls werde nicht gesucht, vielmehr geht es darum das Fernsehen mittels der neuen Medien zu einem interaktiven Erlebnis zu machen. Die Zuschauer können bei "Keep Your Light Shining" in die laufende Sendung eingreifen und via App oder Website entscheiden, welcher Kandidat eine Runde weiterkommt.

teleschau: Frau Hansen, mit "Keep Your Light Shining" moderieren Sie bei ProSieben eine nächste Musik-Castingshow ...

Annica Hansen: Das stimmt so nicht! "Keep Your Light Shining" ist keine Castingshow. Wir suchen nicht etwa einen neuen Star oder ein neues Talent. Es gab auch nicht die Möglichkeit, sich zu bewerben. In jeder Sendung treten neun Sängerinnen und Sänger gegeneinander an, die im Vorfeld von Musikexperten der Produktion und ProSieben ausgewählt wurden. Und wirklich alle können singen.

teleschau: Einigen wir uns also auf Sangeswettstreit?

Hansen: Oder besser auf Musikshow!

teleschau: Allerdings eine mit Wettbewerbscharakter.

Hansen: Und dieser Wettbewerb ist richtig schnell, flott und spannend. Anders als bei Castingshows, bei denen viele Zuschauer zwischen Vorrunden, Recalls und weiteren Entscheidungsrunden irgendwann aussteigen, weiß man bei "KYLS" nach etwa zwei Stunden Live-Show, wer gewonnen hat.

teleschau: Worin besteht die Herausforderung für die Kandidaten?

Hansen: Darin, die Zuschauer vor den Bildschirmen von sich zu überzeugen. Nacheinander singt jeder nur einen Part eines Songs. Derjenige, der die geringste Zustimmung erhält, fliegt raus. Die anderen kommen weiter und performen gegeneinander einen nächsten Hit. So reduzieren sich die Kandidaten Runde für Runde von anfangs neun auf acht, sieben und so weiter. Das finale Duett entscheidet schließlich darüber, wer die 50.000 Euro Preisgeld mit nach Hause nehmen darf. Zunächst sind drei Sendungen geplant. Das bedeutet immer: neue Sänger, neues Glück.

teleschau: Bei der Premierenshow sind Ricky Martin und Frida-Gold-Frontfrau Alina Süggeler mit von der Partie. Wie entscheiden die beiden über ein Weiterkommen der Kandidaten?

Hansen: Sie sind die Experten. Sie haben ihre Meinung zu den Performances und unterstützen die Zuschauer mit ihrer fachlichen Einschätzung. Über das Weiterkommen entscheiden allein die Zuschauer. Sie sind die Jury, die ihr Urteil in Echtzeit via App oder das Internet trifft. Dafür reicht es, zu Hause am Fernseher über Smartphone oder Laptop einen "Gefällt mir"- oder "Gefällt mir nicht"-Button über ProSieben-Connect zu drücken. Eine direktere Möglichkeit der Wahl gibt es nicht.

teleschau: Diese Second-Screen-Nutzung, eine TV-Sendung via Smartphone oder Tablet zu begleiten, scheint groß im Kommen. Liegen Sie privat auch bereits auf dem Sofa und twittern darüber, was sie zum Beispiel beim "Tatort" gerade ärgert?

Hansen: Tatsächlich sitze ich immer öfter mit Laptop oder iPad auf dem Schoß vor der Kiste und kommentiere fleißig mit. Gerade bei diskussionswürdigen Sendungen finde ich die Meinungen anderer sehr spannend. So erhält man auch schnell einen Trend, ob etwas ankommt oder nicht. Im Endeffekt greift die Show gerade dieses Prinzip auf.

teleschau: Die großen Castingsendungen schwächeln weiter. Braucht es die interaktive Mitmach-Möglichkeit, um diese Form der Show zu retten?

Hansen: Es braucht vor allem "KYLS". Das Format ist live, es ist schnell. Es gibt bisher keine andere Show, in der wirklich nur der Zuschauer über den Fortgang entscheidet.

teleschau: Bis auf eine "Elton zockt"-Ausgabe hat es Annica Hansen als Live-Moderatorin einer großen Abendschau auch noch nicht gegeben. Wie nervös sind Sie?

Hansen: Nervös ist das falsche Wort. Ich bin aufgeregt, habe etwas Bauchkribbeln und vor allem Vorfreude, eine so große Sache moderieren zu dürfen. Sehr gespannt bin ich auf die Experten.

teleschau: Spüren Sie so etwas wie Quotendruck?

Hansen: Ich möchte, dass der Spaß der Show auf den Zuschauer zu Hause rüberschwappt, und ich möchte natürlich gut moderieren. Wenn noch positive Resonanz kommt, bin ich zufrieden. Alles Weitere, etwa wie es mit "KYLS" weitergeht, entscheiden andere.

teleschau: Wenigstens die "Bild"-Zeitung wird doch wohl über eine äußerst attraktive Moderatorin berichten wollen, oder?

Hansen: Das könnte durchaus sein. Vor allem, wenn die Show ankommt.

teleschau: Möglicherweise meldet sich dann auch der "Playboy" wieder.

Hansen: Das ist doch schon ewig her! Wenn der "Playboy" tatsächlich anfragen will, darf er das gerne machen. Allerdings: Ein Shooting steht derzeit nicht auf meiner To-do-Liste. Jetzt moderiere ich erst einmal.

Quelle: teleschau - der mediendienst