Cuban Fury - Echte Männer tanzen

Cuban Fury - Echte Männer tanzen





Tanzen mit Ranzen

Es ist ein weit verbreitetes Klischee, dass Männer nicht tanzen. Wenn der Beat stimmt, wippen sie durchaus gerne mit dem Fuß im Takt, aber die Wenigsten begeben sich auf die Tanzfläche. Es ist ein Jammer, aber dass viele Frauen tanzende Kerle sexy finden, möchten die meisten Sturköpfe einfach nicht einsehen. Noch viel schlimmer: Einige Typen sehen in tanzenden Männern so etwas wie eine Bedrohung, denen man das "weibische Gewäsch" austreiben muss. Notfalls auch mit Gewalt, wie der junge Bruce in den 80er-Jahren am eigenen Leib erfahren muss, als er zum englischen Landeswettbewerb der Salsa-Meisterschaft von einer Gruppe Rowdys niedergestreckt wird und sich daraufhin schwört, nie wieder zu tanzen. Wegen einer Frau erdenkt er 25 Jahre später in der etwas zu konventionell geratenen Romantic Comedy "Cuban Fury - Echte Männer tanzen" seinen Schwur doch noch einmal zu überdenken.

Einsam fristet Bruce (Nick Frost) inzwischen in seiner kleinen Wohnung ein Dasein als Fachangestellter für Maschinenbau. Zu allem Überfluss muss er noch den Spott seines großkotzigen und von sich vollkommen überzeugten Kollegen Drew (Chris O'Dowd) über sich ergehen lassen. Bruce wird unvermittelt aus seiner Lethargie gerissen, als er durch Zufall erfährt, dass seine neue und heiße Chefin Julia (Rashida Jones) leidenschaftliche Salsa-Tänzerin ist. Um ihre Aufmerksamkeit und später auch ihr Herz gewinnen zu können, fasst Bruce den Entschluss, seinen alten Lehrmeister Ron (Ian McShane) aufzusuchen. Der ist alles andere als begeistert, dass sein einstiger Schützling plötzlich in der Tür steht - schließlich hat Bruce seinen Gönner damals einfach so sitzen lassen.

In typischer RomCom-Manier durchläuft Bruce sämtliche Stadien vom Loser zum späteren Helden des Films, den Regisseur James Griffiths mit allen gängigen Klischees ausschmückt. Natürlich ist Bruce ein von Selbstzweifeln zerfressener Sympathikus, dem man nichts sehnlicher wünscht, als dass er seinen Arsch hochkriegt und damit seine große Liebe bekommt. Mit seiner schleimigen Art ist Drew das perfekte Gegenstück zu Bruce und ab der ersten Sekunde an hassenswert. Und Tanzlehrer Ron ist ein alter und bärbeißiger Meister seines Fachs, der schon so manchen Grabenkrieg ausfechten musste.

Den durchweg gut aufgelegten Schauspielern ist es zu verdanken, dass "Cuban Fury" zumindest unterhält. Ein Tanzbattle zwischen Bruce und Drew wird, einem Karate-Kumite nicht unähnlich, zum Festival fliegender Arme und Beine. Das abschließende Turnier bietet jede Menge interessante Choreografien und hübsch geschnittene Einlagen. Ein großes Lob geht hier an Nick Frost, der viele seiner "Tanz-Stunts" selbst absoliverte und dem man so viel Beweglichkeit nicht zugetraut hätte. Der großartige Salsa-Soundtrack von unter anderem Tito Puente tut sein Übriges.

Quelle: teleschau - der mediendienst