Vielen Dank für Nichts

Vielen Dank für Nichts





Wut auf alle

Dass man aus dem Aufeinandertreffen Behinderter und Nichtbehinderter schöne Filme machen kann, haben Werke wie "Ziemlich beste Freunde", "Gran Paradiso" oder "Die Kunst, sich die Schuhe zu binden" gezeigt. Auch Christian Ulmens "Einer wie Bruno" und Florian David Fitz' "Vincent will Meer" gehören dazu, fasst man die Behinderung etwas weiter. Bei der deutsch-schweizerischen Produktion "Vielen Dank für nichts" allerdings ist nicht nur die Assoziation mit der Band Böhse Onkelz ("Danke für nichts") unglücklich.

Valentin (Joel Basman) ist eben kein Behinderter - das ist es, was ihn so fertigmacht. Er hatte lediglich einen Snowboardunfall, er wäre cool, wenn er noch laufen könnte. Kann er aber nicht mehr, was ihn keineswegs abhält, sich als etwas Besseres zu fühlen, wenn er nicht gerade im Sarkasmus badet. Und seine Mutter (Anikó Donáth) beleidigt.

Irgendjemand muss er bestrafen für die Tatsache, dass sein Leben jetzt anders verläuft als geplant. Seine Mutter hat ja ohnehin Schuldgefühle. Allerdings treibt es der Junge mit dem Wuschelkopf und der "Unglücksmütze" weit. So weit, dass seine Mutter beschließt, dass er bei einem Theaterprojekt mitmachen muss, auch um selbst mal wieder durchschnaufen zu können.

"Vielen Dank für nichts" ist immens vorhersehbar. Valentin wird Freundschaften knüpfen, andere Menschen akzeptieren. Dies hat leider weniger mit den anderen Anwesenden zu tun, sondern mit dem Wunsch, der schönen Mira (Anna Unterberger) zu gefallen. Der Film von Oliver Paulus und Stefan Hillebrand hat deutliche Schwächen, nimmt zwar kein Blatt vor den Mund bei den Dialogen, arbeitet aber sein Drehbuch nicht wirklich aus. Er hüpft zu seiner nächsten Station ohne Gründe oder Motive deutlich zu machen. Das ist ein bisschen schade.

Weiterhin ist der deutschsprachige Soundtrack etwas unglücklich gewählt, die Texte klingen pädagogisch, die Musik schon fast nach Schlager. Möglicherweise ist das etwas an der jungen Zielgruppe vorbei. Auch das Theaterprojekt und dessen Regisseur (Antonio Viganò ist echt, vielleicht deswegen) ist etwas anstrengend, auch für den Zuschauer. Dennoch hat "Vielen Dank für nichts" seine Momente, die er ausschließlich den Rollstuhlfahrern verdankt. Ohne die neuen Freunde Lukas (Nikki Rappl) und Titus (Bastian Wurbs) könnte der Film einpacken. Das ist dann vielleicht die beste Nachricht im Sinne der Integration, die sich der Film vorgenommen hat.

Quelle: teleschau - der mediendienst