Nix wie weg - vom Planeten Erde

Nix wie weg - vom Planeten Erde





Hirn, Muskeln, Humor

Auf die Erde will keiner, alle Expeditionen dorthin sind bisher gescheitert. Denn der dunkle Planet, wie die Erde im Universum genannt wird, genießt einen sehr schlechten Ruf: Keiner kehrte bisher zurück. Wie es sich auf Kinderseelen auswirkt, dass nun wir Erdlinge die Bedrohung sind, muss noch erforscht werden. Fürs Erste aber können sich Kinder und Erwachsene in dem liebevoll gestalteten 3D-Abenteuer "Nix wie weg - vom Planeten Erde" prima amüsieren.

Auf dem Planeten Baab arbeiten die Brüder Supernova Hand in Hand. Gary ist das Gehirn des Gespanns, ein Tüftler, der sich mit der Technik im Kontrollzentrum auskennt und seinen Bruder in Szene setzt. Scorch ist einer zum Anfassen, der Superheld, dessen Taten im Fernsehen live übertragen werden. Furchtlos rettet er Babys in der ganzen Milchstraße, hat vor keinem Feind Angst. Warum auch, sein kleiner großer Bruder holt ihn ja überall raus. Gary, der Ältere, ist bodenständig, hat Familie, ist ein Schisser, der seinen Sohn Kip viel zu sehr beschützt. Dass der im Gegenzug den mutigen Onkel bewundert und ihm gerne nacheifert, liegt schon fast auf der Hand.

Vor dem wichtigen Einsatz auf der Erde zerstreiten sich die Brüder, und Scorch tut, was dumm ist: Er geht allein. Doch Muskeln alleine reichen nicht, wenn man sich in der Area 51 tummelt. Live an den Bildschirmen verfolgen alle blauen Bewohner von Baab, wie Scorch umgehauen und von den Leuten des fiesen Generals Shanker gefangen genommen wird. Danach bricht die Verbindung ab.

Nicht ganz freiwillig wird die Rettungsaktion zu einem Familienausflug für den schmächtigen Gary und die Seinen. Es ist schon hübsch anzusehen, wie Gary bereits bei der Landung auf der Erde die Reste seines Nervenkostüms zusammenkehrt und sich erst sehr langsam seiner Fähigkeiten bewusst wird. Die Erfahrung von Regisseur Cal Brunker zahlt sich aus. Er hat bereits bei großen Produktionen wie einem "Ice Age"-Teil und bei "Ich - Einfach Unverbesserlich" mitgearbeitet und versteht es das Publikum bei Laune zu halten.

Er verschleudert seine Gags nicht schon zu Beginn des Films und lässt den Zuschauer dann auf einer einsamen Eisscholle im kalten Wasser bis zum Showdown treiben, nein: Brunker bleibt präzise und detailverliebt. Der leichtfertige und der skeptische Bruder bereiten ihm eine bunte Spielwiese, die bepflanzt werden will. Auch für die Erwachsenen bringt der Regisseur und Co-Autor Ideen unter. So wird die Evolution im Film rückwärts erzählt. Demnach gab es auf diesem Planeten erst intelligente Wesen, dann kamen wir. Auch die Selbstverständlichkeit, mit der er das Innenleben der Area 51 offenbart, beinhaltet eine Menge komischer Momente, ist aber gleichzeitig noch kindgerecht.

Die dort gefangenen Aliens aus aller Herren Planeten brauchen einen sinnvollen Plan, um den seltsamen General vom Planeten Erde aufzuhalten. Zwar gibt es im Deutschen keine so berühmten Synchronstimmen wie "Enterprise"-Kapitän William Shatner, der in der Originalfassung den General spricht, aber das tut dem Vergnügen bei dieser technisch ausgereiften Weltallkomödie keinen Abbruch. Einzig die Frisuren der Alienfrauen hätte man noch mal überdenken können.

Quelle: teleschau - der mediendienst