Urlaubsreif

Urlaubsreif





Aller guten Dinge sind drei?

1998 besuchten sie gemeinsam "Eine Hochzeit zum Verlieben", hatten anschließend "50 erste Dates" und sind nun, zehn Jahre später, "Urlaubsreif": Drew Barrymore und Adam Sandler scheint es Spaß zu machen, sich auf der Leinwand ineinander zu verlieben. Obwohl in der Patchwork-Komödie "Urlaubsreif" auf den ersten Blick natürlich nichts dafür spricht, dass sich ihre beiden Charaktere am Ende in den Armen liegen werden ...

Beim Blind Date sind sich Kleiderschrank-Organisatorin Lauren (Barrymore) und Sportgeschäftleiter Jim (Sandler) zumindest auf Anhieb unsympathisch: Er interessiert sich mehr für die Holzfällersendung, die im Lokal läuft, sie spuckt ihm im Gegenzug ihr viel zu scharfes Essen aufs Hemd. Nichts wie weg! Doch wie es der Zufall und das Drehbuch von Ivan Menchell und Clare Sera so wollen, werden sich die beiden schneller wiedersehen, als ihnen lieb ist: in einer Hotelsuite in Südafrika, die sie sich aufgrund arg konstruierterter Umstände eine Woche lang teilen müssen. Laurens Söhne (Kyle Red Silverstein und Braxton Beckham) und Jims Töchter (Bella Thorne, Emma Fuhrmann und Alyvia Alyn Lind) sind davon genauso wenig begeistert wie die beiden Alleinerziehenden.

Auch wenn Adam Sandler mit "Die Liebe in mir" (2007) und "Punch-Drunk Love" (2002) durchaus auch anspruchsvolle Filme in seiner Vita stehen hat: Wer seinetwegen ins Kino geht, verspricht sich in der Regel wohl doch eher Klamauk als eine ausgefeilte Story. Man halte sich also nicht länger als nötig an dem berechenbaren Drehbuch, platten Geschlechterklischees und den gestelzten Sätzen in den wenigen ernsten Momenten des Films auf. Darauf war man ja irgendwie eingestellt.

Mehr überrascht da schon, dass Regisseur Frank Coraci nach drei Sandler-Komödien - "Waterboy - Der Typ mit dem Wasserschaden" (1998), "Klick" (2006) und die erste Sandler-Barrymore-Romanze "Eine Hochzeit zum Verlieben" - immer noch ein paar frische Ideen für seine Inszenierung aus dem Ärmel schütteln kann. Oder wie gut der New Yorker den zuweilen doch recht derben Slapstick mit den romantischeren Szenen des Films in Einklang bringt. Natürlich spielt ihm dabei die gute Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern in die Karten, die genauso unbezahlbar ist wie Barrymores und Sandlers rares Talent, sich unprätentiös zum Affen zu machen. "Urlaubsreif" mag ganz sicher kein Film für die Ewigkeit sein - aber vielleicht mal einer, für den Adam Sandler zur Abwechslung nicht für die Goldene Himbeere nominiert wird.

Quelle: teleschau - der mediendienst