Kermit

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Ein Frosch geht seinen Weg

Unglaublich: 59 Jahre ist Kermit mittlerweile alt, und er sieht in seinem neuen Film "Muppets Most Wanted" (Start: 1. Mai) trotzdem noch genauso frisch und jugendlich aus wie bei seinem ersten Auftritt. 1955 war das. Keine große Sache, versichert die wohl bekannteste Amphibie Hollywoods, in Froschjahren sei er schließlich noch immer in seinen 20-ern. Außerdem halte Sumpfwasser die Haut jung, verrät der bescheidene Weltstar im Interview: "Glauben Sie mir, wenn Sie täglich im Sumpf baden würden, wären Sie genauso grün wie ich."

teleschau: Kermit, in Ihrem neuen Film "Muppets Most Wanted" verschlägt es Sie nach Berlin - wie hat Ihnen die Stadt gefallen?

Kermit: Wissen Sie, die Szenen, die in Berlin spielten, wurden tatsächlich in den Pinewood Studios in England gedreht. Wenn wir mal etwas drehen, das in England spielen soll, werden die Aufnahmen dazu dann sicherlich in Berlin gemacht. So läuft das eben in Hollywood. Aber ich habe Berlin schon privat besucht und mochte die Stadt sehr, besonders den Tiergarten. Die Seen sind schön, und es ist wirklich einfach, sich in all dem Grün zu verlieren. Besonders, wenn man grün ist.

teleschau: Sie haben im Laufe Ihrer Karriere schon viel von der Welt gesehen. Wo war es am schönsten?

Kermit: Ich habe ein wenig Zeit in Berlin verbracht, in Hollywood und London gedreht und in Paris für Miss Piggys Einkäufe bezahlt. Aber mein liebster Ort auf der Welt ist immer noch mein Sumpf. Auch wenn man dort Gefahr läuft, von einem Alligator gefressen zu werden, geht doch nichts über die Heimat.

teleschau: Ihr Sumpf soll mittlerweile sogar ans Internet angeschlossen sein.

Kermit: Stimmt. Das war gar nicht so einfach, es muss ja alles wasserdicht und organisch sein. Deshalb nutze ich ein Seerosen-Tablet.

teleschau: Ach. Das ist ja interessant. Lassen sich darauf auch Apps installieren?

Kermit: Oh ja. Ich habe nur den Fehler gemacht, auch Miss Piggy welche runterladen zu lassen, darum sind auf meinem Tablet nun vorrangig Programme wie der "Teure-Läden-Finder", der "Teures-Essen-Finder" und der "Teure-Schuhe-Finder". Meine Lieblings-App ist die einzige, die ich selbst installiert habe: ein Alligatoren-Detektor. Der warnt einen, wenn man gerade im Begriff ist, gefressen zu werden. Und wenn man von einem Alligator verschluckt wurde, zeigt das eingebaute Navigationssystem den Weg aus dem Magen an. Sehr praktisch.

teleschau: So eine App hätte Ihnen sicherlich auch in "Muppets Most Wanted" weitergeholfen: Darin müssen Sie aus einem russischen Gulag fliehen, nachdem Sie mit einem kriminellen Frosch verwechselt wurden ...

Kermit: Es war wirklich nicht besonders spaßig, für ein Verbrechen verhaftet zu werden, das ich nicht begangen habe. Ich meine, klar, manche unserer Witze sind schlecht, aber so schlecht, dass ich dafür eine Gefängnisstrafe verdiene?

teleschau: Ihr krimineller Doppelgänger fand derweil Gefallen daran, sich für Sie auszugeben. Wenn Sie einfach die Identität von irgendjemanden annehmen könnten, wen würden Sie wählen?

Kermit: Vermutlich jemanden wie Tom Hanks oder Brad Pitt. Nicht nur, weil sie talentiert und berühmt sind, sondern weil sie alle möglichen Rollen spielen dürfen. In all meinen Filmen wurde ich bisher immer auf die Rolle des kleinen grünen Frosches festgelegt. Ich würde gern zeigen, dass ich mehr kann als nur schwimmen, Banjo spielen und das Schwein küssen.

teleschau: Sie bekommen also keine guten Rollenangebote, obwohl Ihr Comebackfilm "Die Muppets" so erfolgreich war?

Kermit: Ich sitze leider immer noch in der Schublade "Kleiner, grüner Hauptdarsteller" fest. Aber ich gehe weiterhin gern zu Vorsprechen. Ich bin mir sehr sicher, dass ich die Rolle des Captain America in der Tasche gehabt hätte, wenn mich sein Schild nicht so oft eingeklemmt hätte.

teleschau: In einem Interview haben Sie mal verraten, dass Sie einst für Yodas Part in "Star Wars" vorsprachen. Unternehmen Sie jetzt, da eine neue Trilogie gedreht wird, einen neuen Versuch?

Kermit: Yoda und ich sind alte Freunde, er besucht mich ständig im Sumpf. Der erinnert ihn sehr an seine alte Bude auf Dagobah. Ich könnte niemals Yodas Platz einnehmen, er ist einmalig. Außerdem rückwärts sprechen ich nicht kann.

teleschau: Apropos einmalig: Miss Piggy meinte einst, dass es vor allem Ihr Selbstbewusstsein sei, das sie so anziehend findet. Schließlich hätten Sie keinerlei Probleme damit, in der Öffentlichkeit nackt rumzulaufen. Allerdings gibt es Gerüchte, Sie würden Ihre Beine nur ungern zeigen ...

Kermit: Ich bin ein Frosch. Frösche arbeiten nackt. Ehrlich gesagt tun wir alles nackt. Haben Sie schon mal versucht, in einem dreiteiligen Anzug durch einen Sumpf zu schwimmen? Tun Sie's nicht. Man wird nass, geht unter und zahlt Unmengen für die Reinigung. Ich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich so selbstbewusst bin oder nicht doch eher optimistisch. Ich glaube immer fest daran, dass sich die Dinge zum Guten wenden, selbst wenn alles dagegen spricht. Und was meine Beine angeht, hatte ich nie ein Problem, sie zu zeigen. Außer in Frankreich. Ich will dort nicht für eine Vorspeise gehalten werden.

teleschau: Was finden Sie eigentlich so anziehend an Miss Piggy?

Kermit: Ihren rechten Arm. Als sie ihn einmal um mich geschlungen hatte, kam ich nicht mehr weg. Im Ernst, Miss Piggy ist wundervoll. Sie ist eine Naturgewalt, unaufhaltsam. Und ganz egal, welche Hindernisse in ihrem Weg stehen, sie sind dem Erdboden gleich, wenn sie mit ihnen fertig ist. Man braucht schon ein besonderes Talent, um sich vom ganz normalen Schwein zum Weltstar zu mausern. Ich bewundere ihre Beharrlichkeit, ihre Ausdauer und ihr Selbstbewusstsein. Ich denke, deswegen sind wir zusammen. Und weil sie mich nicht gehen lässt.

teleschau: Miss Piggy ist geradezu versessen darauf, Sie zu heiraten. Sie hingegen sind in dem Punkt eher ... zurückhaltend. Ist es die Ehe, die Ihnen Angst macht oder ist es Miss Piggy?

Kermit: Ich bin wie die meisten Typen: Ich habe so meine Probleme mit Verpflichtungen. Mir wäre es lieber, unsere Beziehung bliebe so, wie sie ist. Wir arbeiten zusammen. Wir haben Spaß zusammen. Und wenn wir nicht zusammen sind, stehen wir immer in Verbindung. Okay, sie ruft mich permanent an und ich simse ihr gelegentlich zurück ... Aber wie auch immer, Angst habe ich weder vor der Ehe noch vor Miss Piggy. Ich will nur nicht gegen das Gesetz verstoßen. Darum wird alles so bleiben wie bisher, bis speziesübergreifende Ehen legalisiert werden. Bitte stimmen Sie dagegen.

teleschau: Miss Piggy und Sie sind das berühmteste Inter-Spezies-Paar der Welt. Lastet dadurch nicht ein gewisser Druck auf Ihrer Beziehung?

Kermit: Wenn man mit Miss Piggy zusammen ist, steht man immer unter Druck. Natürlich macht es die Sache ein wenig komplizierter, dass ich ein Frosch bin und sie ein Schwein ist. Aber unsere Leben sind schon so kompliziert, dass Kleinigkeiten wie unterschiedliche Gattungen auch keinen Unterschied mehr machen.

teleschau: Wie reagierte Ihr Umfeld, als Sie anfingen, Säugetiere zu daten?

Kermit: Bevor ich Miss Piggy kennenlernte, ging ich hin und wieder mal mit Fröschen, Kröten oder Molchen aus, aber nie mit Säugetieren. Natürlich waren meine Eltern zunächst geschockt. Säugetiere? Was sollen wir denen zu essen anbieten? Die essen doch keine Fliegen?! Aber meine Familie wollte, dass ich tue, was mich glücklich macht. Beziehungsweise, was Miss Piggy glücklich macht, in diesem Fall.

teleschau: Haben Froschfrauen seither versucht, Sie umzustimmen?

Kermit: Nicht seit mich Miss Piggy zum Sperrgebiet für Froschfrauen erklärt hat.

teleschau: Wie gehen Sie eigentlich mit aufdringlichen weiblichen Fans um?

Kermit: Das muss ich gar nicht, Miss Piggy beschützt mich vor ihnen. Glauben Sie mir, mit ihr will man sich nicht anlegen. Sie macht dann einfach "Hiiii-yaaa!".

teleschau: Werden Sie eifersüchtig, wenn Miss Piggy mit anderen Männern flirtet?

Kermit: Nein, ich genieße es ehrlich gesagt, wenn andere mit ihr flirten. Und sie flirtet weiß Gott gern zurück. Sie wurde übrigens neulich zum dritten Mal in Folge zu "Hollywoods schamlosestem Flirter" gewählt. Wenn es sie glücklich macht - und mir einen Moment Ruhe gibt - bin ich darüber froh.

Quelle: teleschau - der mediendienst