Die Schadenfreundinnen

Die Schadenfreundinnen





Immer diese Männer ...

In der Liebe und im Krieg, so sagt ein Sprichwort, ist alles erlaubt. Im Gegensatz zum Konflikt zwischen verfeindeten Ländern unterstehen Beziehungen aber nicht den Genfer Konventionen. Eine Trennung kann dementsprechend hässlich verlaufen. Als die erfolgreiche Anwältin Carly (Cameron Diaz) herausfindet, dass ihr neuer Lover Mark (Nikolaj Coster-Waldau) bereits seit Jahren mit Kate (Leslie Mann) verheiratet ist, beendet sie ihre Romanze. Anstatt sich nun in die Haare zu bekommen, schließen sich die beiden Frauen als "Die Schadenfreundinnen" zusammen, um Mark das Leben zur Hölle zu machen. Denn der Feind meines Feindes ist mein Freund, weiß der Volksmund ebenfalls.

Mark hat es nicht nur gewagt, seine Gattin mit einer anderen Frau zu betrügen. Er traf sich nebenbei noch mit einer dritten, Amber (Kate Upton), die dem Club nur zu gern beitritt. Drei hübsche Blondinen, die auf Rache sinnen - das klingt nach einer Menge Spaß, ist aber leider nichts weiter als komödiantischer Durchschnitt.

Anfangs wirken "Die Schadenfreundinnen" noch frisch - vor allem stimmt die Chemie zwischen Cameron Diaz als Yuppie-Single und der leicht überdrehten, weil immer an der Grenze zum Slapstick spielenden Leslie Mann. Da Schauspielneuling Kate Upton gegen die geballte Erfahrung der Kolleginnen wenig entgegenzusetzen hat, wird ihr Charakter von Regisseur Nick Cassavetes ("Beim Leben meiner Schwester") zum schlichten Stichwortgeber für weiteren Klamauk degradiert. Trotz tatkräftigen Doppel-D-Einsatzes des Bikinimodels flacht die Frühlingskomödie mit zunehmender Laufzeit leider immer weiter ab. Heimlicher Star des Films ist ohnehin Leslie Mann, die ihrer schusseligen Figur Tragik und Komik gleichermaßen zu geben versteht und einzelne Szenen zum Genuss werden lässt.

Die Idee vom rachsüchtigen, gehörnten Frauen-Trio ist indes nicht neu. So nahm es "Der Club der Teufelinnen" gleich mit drei Herren der Schöpfung auf. Wo die 90er-Jahre-Komödie aber von einem liebenswerten Witz geprägt war, spielt sich bei den "Schadenfreundinnen" ein Großteil des Humors unterhalb der Gürtellinie ab. Wenn Mark die Hosen sprichwörtlich voll hat oder er sich die Zähne mit einer dezent verunreinigten Bürste putzt, werden die niederen Gag-Instinkte angesprochen. Die Farrelly-Brüder ("Verrückt nach Mary") wären stolz.

Bei all seiner Oberflächlichkeit blitzen aber immer wieder einige gute Pointen im Film auf, die ihn zumindest vor allgemeiner Langeweile retten. Witz mit Tiefgang oder gar eine emanzipatorische Botschaft hätte den "Schadenfreundinnen" dennoch sehr gut getan, um die Komödie über das Mittelmaß zu hieven. 

Quelle: teleschau - der mediendienst