Maite Kelly

Maite Kelly





"Vorführ-Fernsehen lehne ich ab!"

Als Sängerin und Musicaldarstellerin fühlt Maite Kelly sich vor allem auf der Bühne pudelwohl. In einer Gastrolle in der ARD-Serie "In aller Freundschaft" (am Dienstag, 8. April, 21 Uhr) zeigt sie nun auch ihr schauspielerisches Talent vor der TV-Kamera. Die Umstellung hatte es durchaus in sich. Doch die 34-Jährige, die im Oktober ihr drittes Kind erwartet, sei mit dem Ergebnis zufrieden: "Am Abend nach dem Dreh wurde ich vom Regisseur gelobt", erzählt sie. Dennoch glaubt Maite nicht an eine Fortsetzung als Serien-Darstellerin. Auch wenn die Geschichte ihrer Rolle ein offenes Ende habe.

teleschau: Frau Kelly, Sie sind Musikerin, Moderatorin, treten in Musicals auf und sind nun auch mit einer Gastrolle in der ARD-Serie "In aller Freundschaft" zu sehen. Streben Sie eine nächste Karriere als Schauspielerin an?

Maite Kelly: Als Musicaldarstellerin ist mir die Schauspielerei natürlich nicht fremd. Und da ich in diesem Jahr in dem historischen Musical "Die schwarzen Brüder" mehr eine Charakter- als eine Gesangsrolle übernehme, ist es mir tatsächlich ein Bedürfnis, die Schauspielerei etwas mehr in den Vordergrund zu stellen. Aus dieser Sicht kam mir das Angebot für eine Gastrolle in der Serie gelegen.

teleschau: Bleibt es bei diesem einen einzigen Auftritt in der "Sachsenklinik"?

Kelly: Eins nach dem anderen. Zunächst ist meine Gastrolle als Katharina Pohl, die heimlich in ihren Chef verliebt ist und wegen einer vermeintlichen Ebola-Infektion um dessen Leben fürchten muss, für diese eine Episode angelegt. Darin macht Katharina ihm auch ein Liebesgeständnis. Ein möglicher Kuss folgt aber nicht - das Ende bleibt also offen. Wenn ich für einen Fortgang der Geschichte zwischen Katharina und ihrem Chef Florian Pohl wieder eingeladen werde, sage ich sofort zu.

teleschau: Inwieweit ist die Schauspielerei eine Option für Ihren weiteren Karriereverlauf?

Kelly: Seit sechs Jahren stehe ich als Musicaldarstellerin auf der Bühne. Die Schauspielerei gehört also zu meinem handwerklichen Programm. Die Herausforderung bei "In aller Freundschaft" war, diese Erfahrungen von der Bühne vor die Kamera zu bringen.

teleschau: Ist der Unterschied zwischen Bühne und Kamera tatsächlich so enorm?

Kelly: Auf der Bühne sind die Gesten übertriebener. Schließlich soll das Publikum in der letzten Reihe diese auch mitbekommen. Vor der Kamera dagegen heißt es, sich eher zu reduzieren. Ich hoffe, das ist mir gelungen. Und dass ich die Rolle so lebendig ausgefüllt habe, dass der Fernsehzuschauer die Maite Kelly dahinter vergisst.

teleschau: Sind Sie zufrieden mit dem Ergebnis?

Kelly: Der Regisseur jedenfalls hat mich am Abend nach dem Dreh vor dem ganzen, sehr professionell arbeitenden Team gelobt.

teleschau: Sind Sie auch persönlich ein Fan von "In aller Freundschaft"?

Kelly: Leider komme ich kaum dazu, die Folgen anzusehen. Wenn die Serie läuft, bringe ich meistens meine beiden Kinder ins Bett. Somit verpasse ich oftmals die Hälfte. Aber ich bin auf dem Laufenden und weiß, dass die Serie ernst zu nehmen ist.

teleschau: Journalisten denken gerne in Kategorien. Bei Ihnen fällt das zwischen Musik, Musical und Auftritten im TV schwer. In welche Schublade dürfen wir Sie denn stecken?

Kelly: Letztendlich geht es für mich als Künstlerin immer nur darum, Menschen zu erreichen und ihnen im Alltag ein bisschen Hoffnung zu geben. Und das funktioniert am besten, in dem man Geschichten erzählt. So arbeite ich als Songwriterin. Und auch im Musical, lässt sich unter anderem mit Tanz einiges erzählen.

teleschau: Neben Ihren vielen Engagements im Show- und Entertainmentbereich erwarten Sie bald auch Ihr drittes Kind. Wie bringen Sie Ihre vielen Aufgaben in einem Tag mit nur 24 Stunden unter?

Kelly: Ich habe gelernt, weniger zu machen, dafür effektiver. Das ist einer der Vorteile, des Älterwerdens: Ich habe gelernt, Prioritäten an den richtigen Stellen zu setzen. Erfahrung und Routine bieten zudem die Möglichkeit, sich auch mal zurückzulehnen und über mögliche Fehler nachzudenken, die man vielleicht gemacht hat.

teleschau: Welche Fehler bereuen Sie denn?

Kelly: Bei den bösen Sachen, die man im Leben vielleicht gemacht hat, ist es immer schön, wenn sie geheim bleiben (lacht).

teleschau: Gerade aber für die schlechten Seiten einer Person interessieren sich die Menschen besonders gern. Der jüngste Medienhype um den Steuerprozess von Uli Hoeneß belegt das.

Kelly: Dazu nur so viel: Bei 28 Millionen Euro kann von einem Fehler oder einem einfachen Vergessen wohl kaum mehr die Rede sein. Womöglich hängt sogar noch ein Rattenschwanz dahinter. Ich finde, wenn ein eigener Vorteil auf Kosten der Solidarität geht, hört der Spaß auf.

teleschau: Bei welchem Angebot hätten Sie überhaupt keinen Spaß und lehnen deshalb ein mögliches Engagement ab?

Kelly: Ich lehne jeden Tag Angebote ab. Für mich zählt vor allem ein Satz: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

teleschau: Eine Maite-Kelly-Realityshow mit privaten Einsichten in Ihr Leben wäre bestimmt spannend.

Kelly: Die wird es aber nicht geben, tut mir leid. Grundsätzlich lehne ich alles ab, das einen Menschen vorführt. Das kommt bei mir nicht in die Tüte. Von diesen Vorführ-Formaten gibt es momentan aber leider zu viele im Fernsehen.

teleschau: Schauen Sie privat denn viel Fernsehen?

Kelly: Jein. Ich gucke hin und wieder Formate, die mich interessieren. Oder wenn etwas Neues startet wie zuletzt beispielsweise "Die 2 - Gottschalk & Jauch gegen alle". Schließlich will ich auf dem Laufenden bleiben. Letztendlich gleicht das Showbusiness einer großen Familie. Wir passen aufeinander auf. Wir schauen uns aber auch gegenseitig einiges ab.

teleschau: Bei "Let's Dance" aber, das nun wieder läuft, sitzen Sie bestimmt vor dem Fernseher?

Kelly: Das ist eine wunderbare Show. Bei "Let's Dance" ist alles toll - außer Joachim Llambi. Ich liebe es ihn zu hassen, gleichzeitig hasse ich es, ihn zu lieben (lacht).

Quelle: teleschau - der mediendienst