Soundbreaker

Soundbreaker





Verrückt, aber schön

Regeln? Das wäre ja verrückt. Regeln braucht der Finne Kimmo Pohjonen keine, um Akkordeon zu spielen. Und er sucht Wege, dies so zu tun wie keiner vor ihm. Akustisch, elektronisch oder am besten gleich unter Wasser. In "Soundbreaker" lernt man aber nicht nur einen Künstler kennen, sondern auch einen Menschen, den man gerne in seinem Freundeskreis hätte. Diese Doku bereichert so, dass man sich wünscht, diesem Mann mal zu begegnen, was am 12. April in der Kölner Philharmonie möglich ist.

Dieser Mann hat sich intensiv mit seinem Instrument auseinandergesetzt: Es hat einen starken Charakter, sagt Kimmo Pohjonen, und die Bilder unterstreichen, was er meint. Pohjonen spielte jahrelang gut und präzise Akkordeon, ohne zu verstehen, was das soll. Dann baute er es auseinander und veränderte ein paar Dinge. Er suchte nach Ausdrucksformen und oft auch nach Auswegen. Zwischentöne und Launen zu unterdrücken lehnt der Musiker ab. Das bedeute, das Wesen des Instruments zu beschneiden.

Die klassische Ausbildung, dieses Gehorchen und Perfektionieren ist nicht sein Ding, er arbeitet mit Effekten und Verstärkern, setzt das Instrument und seine Stimme entgegen allen Konventionen zusammen. Wenn man erwähnt, dass der Finne Tierlaute und Traktorengeräusche in seine Musik integriert, mag mancher zurückschrecken. Doch das Erstaunliche ist, dass bei all der Energie, die der Mann dem Akkordeon entlockt, die Musik nie zum Experiment verkommt, so abwegig seine Ideen auch wirken mögen.

Das klingt gut und das sieht vor allem gut aus. Tolle Lichteffekte und kunstvolle Bildkompositionen ergeben zusammen im wahrsten Sinne des Wortes einen Film. Ohne Filmemacher Kimmo Koskela wäre "Soundbreaker" nur halb so interessant, als Regisseur, Kameramann und Cutter überzeugt er von Anfang bis Ende. Denn er fügt die Kunst und den Menschen zusammen, macht den Film zum Erlebnis. Dass darüber hinaus Pohjonen ein außergewöhnlich sympathischer und entspannter Künstler ist, rundet das Unternehmen ab. Verrückt, aber schön. Nein, verrückt und schön, das Ganze.

Quelle: teleschau - der mediendienst