Devil's Due - Teufelsbrut

Devil's Due - Teufelsbrut





Neun Monate durch die Hölle

Bereits im Kindesalter bekommt man beigebracht: Gehe nicht mit fremden Menschen mit. Nur vergisst man das im Erwachsenenalter dann gerne mal. Ein einheimischer Taxifahrer überredet Samantha (Allison Miller) und Zach (Zach Gilford), die ihre Flitterwochen in der Dominikanischen Republik verbringen, zu einer Party mitzukommen. Am nächsten Morgen wachen beide ohne Erinnerung, aber mit einem Mordskater in ihrem Hotelzimmer auf. Wieder in den USA angekommen bemerkt die junge Frau, dass sie ein Kind erwartet. Die ungewöhnliche Schwangerschaft wird vom treusorgenden und langsam verzweifelnden Ehemann mit einer Videokamera dokumentiert. Das filmische Tagebuch erscheint nun in Form des Found-Footage-Horrors "Devil's Due - Teufelsbrut" in den Kinos.

Im Kern erzählt "Teufelsbrut - Devil's Due" nichts anderes als die Geschichte von Roman Polanskis fast schon 50 Jahre altem Klassiker "Rosemary's Baby" nach. Stilistisch behalf sich das Regie-Duo Matt Bettinelli-Olpin und Tyler Gillett, das sich durch seine Teilnahme an der Kurzfilm-Anthologie "V/H/S" einen Namen in Genrekreisen machen konnte, der Wackelkamera-Ästhetik. Gebrochen werden die Homevideo-Szenen immer wieder durch Überwachungskamera-Aufnahmen, die der Handlung Authentizität verleihen sollen.

Die Glaubwürdigkeit und Spannung von Found-Footage-Material steht und fällt aber mit der inneren Logik eines Films. Was "Blair Witch Project" 1999 gelang und von der "Paranormal Activity"-Reihe in jüngerer Zeit konsequent weiterverfolgt wurde, misslingt bei "Teufelsbrut - Devil's Due" auf ganzer Linie. Dass Zachs Kamera über eine Rückspultaste verfügt, mit der er die Erinnerungslücken aus besagter Partynacht tilgen könnte, fällt ihm erst ab der Hälfte des Films ein. Samantha kratzt ins zukünftige Kinderzimmer eine diabolische Rune auf den Boden? Kein Grund zur Aufregung, sie dekoriert lediglich das Interieur um.

Ein okkulter Satanszirkel, mehrere merkwürdige Riten und 90 Minuten gähnender Langweile später deutet der Epilog an, dass Samantha nicht die Einzige ist, die Satans Spross im Leibe trägt. Hoffentlich lassen zumindest die anderen Ehemänner bei den unheilvollen Schwangerschaften ihre Kameras stecken. Denn "Devil's Due - Teufelsbrut" brauchen wirklich nur fanatische Found-Footage-Anhänger.

Quelle: teleschau - der mediendienst