Daniela Katzenberger

Daniela Katzenberger





"So seriös irgendwie"

Sie ist blond, hat aufregende Doppel-D-Kurven, ein ziemlich naives, aber absolut unverwechselbares Mundwerk und fast 1,8 Millionen "Freunde" bei Facebook: Natürlich ist die Rede von Daniela Katzenberger, die in den vergangenen fünf Jahren beim Privatsender VOX zu Deutschlands bekanntestem Reality-TV-Star avancierte. Als wäre die Karriere der Ludwigshafenerin nicht schon längst atemberaubend genug, ist sie nun auch noch in ihrer ersten großen Filmrolle zu sehen. In einem Krimi! In der ARD! Zur besten Sendezeit! - Allein diese Nachricht reichte aus, um im Vorfeld mithin das auszulösen, was man so unschön einen "Shitstorm" nennt. Aber bitte - was ist denn schon dabei! "Frauchen und die Deiwelsmilch", so heißt der mit viel Mundart und Lokalkolorit ausstaffierte Film, der am Donnerstag, 10. April, 20.15 Uhr, im Ersten läuft, ist nicht mehr aber eben auch nicht weniger als ein weiterer harmloser Wohlfühl-Regio-Krimi - mit einer Daniela Katzenberger, die sich in ihre Aufgabe reingekniet hat und den Job mit Charme erledigt.

teleschau: Fernseh-Deutschland staunt - Daniela Katzenberger spielt die Hauptrolle in einem ARD-Krimi. Wie kam es dazu?

Daniela Katzenberger: Die Produzentin Heike Vossler und der SWR-Redakteur Ullrich Herrmann sind mit der Idee auf mich zugekommen, dass ich eine Hauptrolle in einer Krimikomödie spielen könnte. Als ich dann noch erfahren habe, dass Oliver Berben Co-Produzent ist, habe ich gleich zugeschlagen.

teleschau: Und dann?

Katzenberger: Ging es Schlag auf Schlag: Man schickte mir das Drehbuch nach Hause, dann wurde der Drehstart festgelegt, ich bekam einen Schauspielcoach an die Seite. Und von da an hieß es nur noch: lesen, lernen, üben, drehen. Harte Arbeit!

teleschau: War Ihnen auf Anhieb klar, worauf Sie sich da einließen?

Katzenberger: (lacht) Ich glaube schon, ja. Obwohl: So richtig bewusst wurde mir das, was ich da wieder angestellt hatte, erst, als wir mit dem Drehen durch waren. Da dachte ich mir plötzlich: "Oh shit! - Das kommt jetzt echt im Fernsehen?" Ich kann aber sagen, dass ich mein Bestes gegeben habe.

teleschau: Haben Sie nun trotzdem Angst vor den Kritiken?

Katzenberger: Das nicht, ich bin ja einiges gewohnt ... Aber natürlich habe ich mitgekriegt, dass sich im Vorfeld schon sehr viele Leute im Internet mächtig aufgeregt haben. Das tut weh, aber ich kann das sogar verstehen, schließlich habe ich nie eine Schauspielschule besucht. Wahrscheinlich ist hier und da auch wieder viel Neid im Spiel.

teleschau: Haben Sie den fertigen Film schon gesehen?

Katzenberger: Ja, zusammen mit meiner Mutter. Ich will ja nicht arrogant klingen, aber ich muss sagen, mir gefällt der Film und wie ich da rüberkomme: So seriös irgendwie ... Ehrlich, ich hätte nicht gedacht, dass das so gut wird. Ich bin ja keine Schauspielerin.

teleschau: Wie fand Ihre Mutter Iris den Film?

Katzenberger: Er gefiel ihr, glaube ich, auch ganz gut. Aber die Kuss-Szenen haben sie irritiert. Sie nimmt es sehr persönlich, wenn jemand Fremdes ihr Töchterchen abknutscht. Dabei gibt es nichts Unromantischeres als einen Filmkuss. Das war eine furchtbar technische Angelegenheit: Ich musste meine Lippen auf seine pressen, auf die richtige Kameraposition achten, der Regisseur gab Anweisungen, wohin ich meinen Kopf zu drehen hatte, und außenrum standen zig-Leute ... Das ist so romantisch wie ein Besuch beim Zahnarzt.

teleschau: Aber immerhin sind Sie das Arbeiten vor der Kamera gewöhnt. Sie lassen sich für die VOX-Dokusendungen schon seit Jahren mit der Kamera begleiten.

Katzenberger: Schon, aber das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. In meiner Doku quatsche ich nur, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Aber im Film musste ich nach einem Drehbuch agieren - das erfordert unheimlich viel Arbeit und Disziplin, und vor allem fühlte es sich sehr, sehr seltsam an ...

teleschau: Was war die größte Herausforderung dabei?

Katzenberger: Das enorme Pensum. Wir drehten insgesamt vier Wochen am Stück - die Drehtage waren meistens 14, 15 Stunden lang, morgens um 4.30 Uhr ging der Wecker. Das war insgesamt eine sehr anstrengende Angelegenheit und extrem kräftezehrend. Aber ich habe es gerne gemacht und sogar richtig Blut geleckt dabei. Aber selbst wenn jetzt keine Filmrolle mehr kommen sollte, kann mir die schöne Erfahrung keiner mehr nehmen.

teleschau: Was haben Sie in der Zeit gelernt?

Katzenberger: Auf Kommando drauflos zu spielen! Das war am Anfang ungemein schwierig, es forderte mich im Kopf wirklich sehr.

teleschau: Es gibt eine Szene, in der die Tränen fließen. Wie haben Sie das so gut hingekriegt?

Katzenberger: Das war wirklich schwer - zumal das ein total fröhlicher Tag war (lacht). Aber ich habe da meine eigene Technik: Ich ging einfach ein paar Minuten joggen!

teleschau: Wie bitte?

Katzenberger: Ja, klingt komisch, ist aber so: Wenn ich mich körperlich anstrenge, bekomme ich feuchte Augen. Die fragliche Szene wurde im Wald gedreht. Also rannte ich ein paar Minuten über die Hügel, und als ich zurückkam, flossen auch schon die Tränen, so kaputt war ich. Die haben sofort die Kamera angeschmissen und losgefilmt.

teleschau: Wie viel Daniela Katzenberger steckt in der Rolle der Bankangestellten Miri?

Katzenberger: Ganz viel. Wir sind uns sehr ähnlich. Ich glaube, dass das auch nur deswegen so gut geklappt hat, weil ich mich im Grunde zum größten Teil selber spiele.

teleschau: Die blonde Wuchtbrumme Miri muss sich mit der Stutenbissigkeit ihrer Kolleginnen herumschlagen. Typisch für Frauen?

Katzenberger: Die Zickigkeit am Arbeitsplatz? Wahrscheinlich schon. Ich machte da früher, als ich noch im Kosmetikstudio arbeitete, auch so meine Erfahrungen. Da stritt man sich schon mal darüber, wer nun den besseren Latte Macchiato für die Kundschaft macht, und giftete sich wegen solchen bescheuerten Sachen an. Jetzt, da ich so bekannt geworden bin, spüre ich diese Stutenbissigkeit aber nicht mehr so. Ich würde sogar sagen, dass ich unter Frauen beliebter bin als bei den Männern.

teleschau: Wie man auf Ihrer Facebook-Seite sehen kann, sind Sie momentan sowieso sehr glücklich. Die Knutsch-Fotos mit Ihrem Freund Lucas Cordalis sprechen für sich.

Katzenberger: Ja, ich bin frisch verliebt. Es hat mich total erwischt. Und wir beide dachten uns, dass wir die Sache auch, was den Umgang mit der Öffentlichkeit angeht, gleich offensiv angehen wollen. Wir hätten natürlich noch eine ganze Zeit lang abstreiten können, dass wir zusammen sind, aber früher oder später wäre es sowieso herausgekommen ... Und so was bedeutet immer Stress. Jetzt haben wir das von der Backe, und es fühlt sich gut an.

teleschau: Hat Lucas den Film auch schon gesehen?

Katzenberger: Nein. Wir werden ihn uns bei der ARD-Ausstrahlung zusammen angucken - ganz kuschelig daheim auf der Couch. Der Termin ist fest gebucht (lacht).

Quelle: teleschau - der mediendienst