Andie MacDowell

Andie MacDowell





Fast immer perfekt

Wie es sich für eine echte Hollywood-Grand Dame gehört, liegt Andie MacDowell mit ausgestreckten Beinen, die in schwarze, spitze Pumps münden, auf einer Chaiselongue im Hotel Adlon in Berlin. Die 55-jährige US-Amerikanerin ist in die deutsche Hauptstadt gekommen, um ihre neue TV-Serie "Cedar Cove - Das Gesetz des Herzens" zu promoten, die SAT.1 emotions ab dem 18. März, immer dienstags, um 20.15 Uhr, zeigt. MacDowell spielt die alleinstehende Richterin Olivia Lockhart, die in dem idyllischen Hafenstädtchen Cedar Cove die juristischen Fälle der Dorfbewohner klärt. Neben dem Job spielen ihre bereits erwachsene Tochter Justine (Sarah Smyth), ihre Mutter Charlotte (Paula Shaw) und der charismatische Journalist Jack (Dylan Neal) eine große Rolle in Olivias Leben. Andie MacDowell selbst lebt hingegen längst fernab vom Trubel Hollywoods. Wie sie im Interview verrät, hat sie in den Bergen Montanas vor, "das Beste aus dem Leben zu machen!" Sport spielt dabei die Hauptrolle.

teleschau: Leider haben Sie sich die kälteste Jahreszeit für Ihren Besuch ausgesucht.

Andie MacDowell: Ach, das kenne ich von Deutschland ja nicht anders. Ich war schon öfter im Winter hier. Deshalb war ich darauf vorbereitet. Vor ein paar Jahren war ich mal in München auf dem Weihnachtsmarkt - das war wundervoll!

teleschau: Sie sind wärmere Gefilde gewohnt, haben zum Beispiel in Kalifornien gelebt. Nun sind Sie aufs Land nach Montana gezogen. Vom Trubel in Los Angeles oder New York haben Sie wohl genug?

MacDowell: Als ich einst in New York gewohnt habe, hatte ich eine tolle Zeit. Aber nun möchte ich entspannt in den Tag hinein leben und tun und lassen können, was ich möchte. Das Tolle ist: Ich kann wohnen, wo immer ich will. Ich könnte morgen nach Paris oder Berlin ziehen, wenn mir der Sinn danach steht. Ich muss mich nicht mehr um meine Kinder kümmern - da wäre es doch zu schade, diese Freiheit nicht zu nutzen und andere Orte und Kulturen kennenzulernen.

teleschau: Man hat schließlich nur ein Leben.

MacDowell: Ganz genau! Ich musste leider erst 50 werden, um das zu erkennen!

teleschau: Ihre neue Serie "Cedar Cove", von der es aufgrund guter Quoten auch eine zweite Staffel geben wird, wird in Kanada gedreht - also haben Sie das Glück, sich wieder in einer idyllischen Atmosphäre aufhalten zu können ...

MacDowell: Ja, es ist wunderschön dort. Ich denke auch, dass die tolle Umgebung einer der Hauptgründe ist, warum die Zuschauer die Serie so gerne anschauen. Die Energie, die dort in der Luft liegt, ist ansteckend. Die Serie ist unwiderstehlich, denn der Zuschauer bekommt den Vibe der Stadt sowie der Charaktere zu spüren und möchte die Figuren besser kennenlernen.

teleschau: Im Pilotfilm zur Serie schmeißt die Richterin Olivia den Journalisten Jack eiskalt raus, als dieser ein Interview mit ihr führen will. Gehen Ihnen die Journalisten auch manchmal so auf den Keks?

MacDowell: Zum Glück kommen keine Paparazzi zu mir nach Hause - in Montana muss ich mir also keine Sorgen mehr machen! Aber als ich eine Zeit lang in L.A. wohnte, wurde ich manchmal von Paparazzi belagert und abgelichtet. Ich konnte das echt nicht ausstehen und mich auch nicht daran gewöhnen. Es ist einfach nervig. Ich war trotzdem immer freundlich zu ihnen - obwohl sie echt gemein sind. Sie versuchen stets, dich in deinen unvorteilhaftesten Momenten abzulichten und schreiben hässliche Dinge über dich. Die Gier danach, Stars in schlimmen Posen zu zeigen, ist doch traurig und armselig. Da kommt die dunkle Seite der Menschheit ans Licht: Die Menschen mögen es, andere Menschen in unvorteilhaften Momenten zu sehen!

teleschau: Sie sind in Topform. Ist es nicht total anstrengend, immer kontrolliert und perfekt sein zu müssen?

MacDowell: Niemand kann immer perfekt sein. Deswegen tauchen ja manchmal schreckliche Fotos in der Presse auf. Denn in der Realität haben wir alle manchmal Momente, in denen wir nicht perfekt sind. Aber mir macht es nichts aus, hart zu trainieren. Sport ist das Highlight meines Tages. Ich mag es, weil ich mich danach so viel besser fühle. Wenn ich keinen Sport treibe, dann fühle ich mich einfach nicht so wohl in meiner Haut. Außerdem verzehre ich sehr gerne gesundes Essen. Ich esse es, weil es mir schmeckt und nicht, weil ich es essen muss - zum Glück. Ich bin mit Kartoffeln groß geworden. Meine Mutter ist auch eine Gemüse-Vernarrte. Deshalb liebe ich Gemüse. Mir fällt es allerdings schwer, auf Süßigkeiten zu verzichten. Ich liebe Eis. Aber weil ich hart trainiere, kann ich mir auch Eiscreme gönnen (lacht).

teleschau: Welches Workout absolvieren Sie?

MacDowell: Am liebsten gehe ich wandern. Früher bin ich viel gejoggt, aber jetzt bevorzuge ich Hiking. Das Rudergerät mag ich auch sehr, weil es den ganzen Körper trainiert. Und ich liebe Yoga! Ich weiß ja nicht, ob ich eine gute Yoga-Lehrerin wäre, aber ich stelle mir ein Leben als Yoga-Lehrerin wunderbar vor. Besonders wenn man sich die Weisheiten wirklich zu Herzen nimmt und sich um andere kümmert, und in sich selbst ruht und Frieden findet. Dass man begreift, dass man nichts Gegenständliches braucht, um glücklich zu sein. Es muss toll sein, so durchs Leben zu gehen.

teleschau: Sie haben mal gesagt, dass es die traurige Wahrheit ist, dass man als Schauspielerin über 50 keine Rollen mehr angeboten bekommt. Umso glücklicher müssen Sie sein, dass Sie die Hauptrolle in "Cedar Cove" bekommen haben.

MacDowell: Oh ja, das bin ich auch! Ich freue mich aber nicht nur für mich selbst, sondern glaube zudem, dass die Tatsache, dass ich als 55-Jährige diese Rolle spiele, auch wichtig für andere Frauen ist. Denn meine Rolle zeigt, dass Frauen in meinem Alter immer noch schön sind, einen tollen Mann an ihrer Seite sowie einen großartigen Job haben können. Zudem ist Richterin Olivia ein sehr wichtiges Mitglied in der Dorfbevölkerung. Diese Rolle sendet also eine positive Botschaft an alle Frauen da draußen. Das gefällt mir.

teleschau: Was ist als 55-jährige Frau besser als als 35-jährige?

MacDowell: Beide Altersklassen haben ihre Vorteile. Ich denke, dass viele 35-jährige Frauen sich selbst nicht zu schätzen wissen. Sie machen sich verrückt aus sehr vielen dummen, unnötigen Gründen. Sie verstehen nicht, wie glücklich sie sein könnten. Mit 55 merkst du dann, dass du nur eine begrenzte Zeit zur Verfügung hast im Leben und wie schnell sie verfliegt. Du kannst sie nicht anhalten oder zurückdrehen. Deshalb denke ich: Man darf keine Zeit vergeuden - schon gar nicht mit blöden Dingen und Gedanken oder damit, unglücklich zu sein!

Quelle: teleschau - der mediendienst