Philipp Christopher

Philipp Christopher





Von New York nach Berlin

Er hat nicht nur ein markantes Gesicht, sondern ist auch top trainiert. Philipp Christopher spielt den neuen "GZSZ"-Fiesling David Brenner. Sein Engagement in der beliebten RTL-Daily-Soap (werktags, 19.40 Uhr) ist für den Schauspieler ein Nachhausekommen. Vor 15 Jahren zog er nach New York. Für "GZSZ" kehrt er, um einige Erfahrungen reicher, zurück in seine Heimatstadt Berlin. Im Interview spricht der 36-Jährige, der erstmals am Freitag, 21. März, in der Daily zu sehen sein wird, über die Unterschiede zwischen Deutschland und Amerika und verrät, warum er ohne Sport nicht leben könnte.

teleschau: Sie spielen den neuen "GZSZ"-Fiesling und Frauenschwarm. Wie fies ist David Brenner denn?

Philipp Christopher: Auf einer Skala von Eins bis Zehn würde ich ihm eine Sieben geben. Er ist sehr intrigant.

teleschau: Spielen Sie gerne den Unsympathen?

Christopher: Ich bekomme solche Rollen komischerweise oft. Dabei bin ich selber gar nicht so fies, sondern eigentlich genau das Gegenteil. Aber einen Fiesling zu spielen macht mir immer viel Spaß, weil so eine Figur ja meistens versteckte, geheimnisvolle Ambitionen und eine dunkle Vergangenheit hat, die es zu erforschen gilt.

teleschau: David Brenner ist aber nicht nur fies, sondern auch gutaussehend und trainiert. Was machen Sie, damit Sie so gut in Form sind?

Christopher: Ich gehe viermal die Woche zum Fitness und ernähre mich gesund. Mit 16 war ich für ein halbes Jahr zum Schüleraustausch in den USA und kam dort in einem kleinen Dorf in Upstate New York unter. Da gab es wirklich nichts anderes zu tun, als den ganzen Tag vor dem Fernseher zu hocken. Also ging ich jeden Tag ins Fitnessstudio. Mittlerweile ist es so, dass Fitness für mich eine Möglichkeit ist, abzuschalten. Da kann ich mich mal sammeln, das ist einfach eine Zeit, die ich nur für mich habe. Ich mache das auch immer alleine. Das ist meine Meditation.

teleschau: Bei dem halben Jahr USA blieb es nicht. Für Ihr Regiestudium zogen Sie nach New York. Wieso?

Christopher: Ich wollte immer mal in New York City wohnen. Mit 16 war ich auch mal in der Stadt und bin nachts den Broadway runtergelaufen. Diese Energie, diese Metropole, dieses Multi-Kulti ... - Das hat mich wahnsinnig fasziniert. New York war für mich nicht nur eine Weltstadt, sondern die Welthauptstadt schlechthin. Und ich dachte, Film in Amerika zu studieren, macht eigentlich Sinn. Die Schule war gut, es war eine tolle Erfahrung, und ich würde es immer wieder so machen. Und dann bin ich für knapp 15 Jahre in der Stadt hängengeblieben.

teleschau: Wie kam es zu dem Entschluss, zurück nach Berlin zu kommen?

Christopher: Ich hatte Berlin immer im Hinterkopf. Ich bin hier geboren, groß geworden, aufgewachsen. Meine Eltern sind immer noch hier. Ich bin in all der Zeit sowieso ziemlich oft in Berlin gewesen, mindestens zweimal im Jahr, manchmal öfter. Außerdem wollten ich und meine Frau uns länger schon eine Auszeit von New York gönnen. Und jetzt kam dieses Rollenangebot.

teleschau: Ist Ihre Frau Amerikanerin oder Deutsche?

Christopher: Sie kommt aus Alabama, hat aber auch 13 Jahre lang in New York gelebt. Dort haben wir uns vor acht Jahren im Schauspielunterricht kennengelernt.

teleschau: Wie findet sie es, jetzt nach Berlin zu ziehen?

Christopher: Super! Am Anfang ist das natürlich eine Umstellung für sie, aber sie war ja schon zig-mal mit mir hier in Berlin. Sie findet die Stadt ganz toll. Wir haben noch eine gemeinsame Filmproduktion namens Filmgym, die wir jetzt nach Berlin verlagern wollen. Da wird sie dann tätig werden. Obwohl sie eigentlich Schauspielerin ist, macht sie momentan mehr Produktionsarbeit.

teleschau: Sie haben eigentlich Regie studiert, stehen jetzt aber hauptsächlich vor der Kamera.

Christopher: Ich würde ungern etwas aufgeben. Wenn ich wählen müsste, wüsste ich nicht, wofür ich mich entscheiden würde. Wenn es eine tolle Rolle ist, ist das als Schauspieler natürlich das Größte.

teleschau: Fühlen Sie sich mittlerweile als Amerikaner oder als Deutscher?

Christopher: Den Amerikanern wird immer nachgesagt, sie seien so oberflächlich. Das wird aber glaube ich teilweise etwas missverstanden. Die haben einfach eine gewisse Leichtigkeit, einen lockereren Blick auf die Dinge. Ich glaube, in Deutschland neigt man dazu, sich in Sachen zu verbeißen, oder Themen überzudiskutieren. Teilweise sollten die Amerikaner vielleicht ein bisschen mehr nachhaken, während wir Deutschen nicht so extrem sein sollten. Ich versuche mich selber ein bisschen in der Mitte zu finden. Diese Leichtigkeit von den Amerikanern finde ich schon klasse, aber tief drin bleibe ich glaube ich immer ein bisschen deutsch.

teleschau: Trotz dieser Leichtigkeit sagen Sie, dass New York Ihnen zu anstrengend wurde.

Christopher: New York hat elf Millionen Einwohner. Es ist sehr schwer, sich dort zurückzuziehen und etwas Ruhe zu genießen. In Berlin schafft man das. Berlin hat weniger Einwohner, ist viel grüner als New York und nicht so erdrückend. New York hat so eine Energie - die schwillt nie ab, die ist immer da. Man fühlt sich so, als müsse man ständig irgendwas erreichen. Das ist mit der Zeit einfach sehr anstrengend.

teleschau: Was haben Sie an Berlin am meisten vermisst?

Christopher: Das hört sich jetzt vielleicht komisch an, weil die Amerikaner immer so einen auf Freiheit machen, aber ich fühle mich in Berlin immer freier, als in New York. Die Stadt ist einfach weniger autoritär. Und natürlich habe ich meine Familie vermisst... und das Essen! (lacht)

teleschau: Was werden sie jetzt an New York vermissen?

Christopher: Obwohl ich davor jetzt wegrenne, werde ich die Energie vermissen. Die ist schon mitreißend und toll. Man will sie zwar nicht die ganze Zeit haben, aber ab und zu wird sie mir sicher fehlen. Genau wie mein New Yorker Freundeskreis - in 15 Jahren hat sich da natürlich einiges angehäuft.

Quelle: teleschau - der mediendienst