Carice van Houten

Carice van Houten





"Nackt sein gehört schließlich zum Leben dazu"

Sexy Boots, ein schickes schwarzes Kleidchen, wallendes brünettes Haar: Man muss schon zweimal hinsehen, um zu erkennen, dass es sich um Carice van Houten handelt. Denn mit der rothaarigen, unterkühlten und unnahbaren Mystikerin Melisandre, die sie in "Game of Thrones" (dritte Staffel ab Freitag, 28. Februar, 20.15 Uhr, RTL II) verkörpert, hat die niederländische Schönheit in diesem Outfit so gar nichts gemein. Zumal sie auch ein sehr viel sonnigeres Gemüt ist als ihr düsteres Alter Ego. Ein weiterer Unterschied: Im Gegensatz zur freizügigen Melisandre hat die 37-jährige van Houten durchaus ihre Probleme damit, sich vor Publikum zu entkleiden. Beim Interview im Londoner Nobelhotel Corinthia gab sie sich dennoch alles andere als verschlossen.

Im südholländischen Leiderdorp geboren machte sich Carice van Houten früh einen Namen auf dem niederländischen Filmmarkt. Bis heute wurde sie fünfmal mit dem prestigeträchtigen Goldenen Kalb ausgezeichnet. Für größeres internationales Aufsehen sorgte die Schauspielerin erstmals mit einer Rolle in "Operation Walküre - Das Stauffenberg Attentat" (2008), worauf ein Auftritt in "Repo Men" (2010) folgte.

2012 wurde van Houten schließlich in den Cast der preisgekrönten Fantasy-Serie "Game of Thrones" aufgenommen, die unter anderem für exzessive Sex- und Gewaltszenen bekannt ist. Die undurchsichtige Melisandre zu spielen, erklärt van Houten strahlend, bereite ihr "unheimlichen Spaß", weil die Figur sich ständig weiterentwickle und dabei immer neue Facetten zum Vorschein kämen. Überhaupt sei keiner der Charaktere langweilig: "Da ist niemand schwarz oder weiß". Die Arbeiten an dem mittelalterlich ausgestatteten Epos seien aber auch mit zahlreichen Herausforderungen verbunden, was bei der zierlichen van Houten schon mit dem Ritt auf einem Ross beginnt: "Pferde sind nun mal nicht meine absoluten Lieblingstiere ..." Die Crewmitglieder, erklärt sie schmunzelnd, hätten sie jedoch rasch wieder von dem Gaul gezogen: "Und ich denke, sie werden mich so schnell auch nicht wieder draufsetzen."

Weit mehr Überwindung kosten jedoch die zahlreichen Nacktszenen. Im Vorfeld sei sie jedes Mal nervös, wie van Houten unumwunden zugibt: "Auch wenn ich als Niederländerin an Nacktheit im Fernsehen gewöhnt bin, mag ich diese Drehs nicht sonderlich. Sie stressen mich, und ich bereue oft, dass ich vorher nicht im Fitnessstudio war." Trotzdem versuche die Aktrice, die sich ihrer Figur wegen wahrlich nicht zu schämen braucht, möglichst humorvoll und offen an die Sache ranzugehen. "Denn je mehr ich mich am Set verstecke, desto interessierter werden alle gaffen. Ich zeige dann lieber alles, was ich habe und sage: Seht her, das ist mein Körper, eure Mutter hat den gleichen, es ist nichts Besonderes."

Ihr eigenes Unbehagen bedeutet jedoch nicht, dass sie etwas gegen die vielen freizügigen Bilder in "Game of Thrones" einzuwenden hat. Im Gegenteil: "Generell ist das etwas, was ich an der Serie sehr mag. Nicht unbedingt den Sex - aber das Nacktsein, denn das gehört schließlich zum Leben dazu." Wichtig sei nur, dass die jeweiligen Szenen auch eine Funktion haben und nicht nur dazu dienen, Aufmerksamkeit zu erzeugen. Von der übertriebenen Prüderie mancher Kritiker hält Carice von Houten jedenfalls nichts: "Man bekommt im Fernsehen ständig Maschinengewehre zu sehen, warum sollte man dann nicht auch einen verdammten Nippel zeigen dürfen?"

Quelle: teleschau - der mediendienst