Bradley Cooper

Bradley Cooper





Dauerwelle inklusive

New York, Mitte der 70-er: Als der übereifrige FBI-Agent Richie DiMaso (Bradley Cooper) den beiden Trickbetrügern Irving (Christian Bale) und Sydney Prosser (Amy Adams) auf die Schliche kommt, lässt sich das Gaunerpaar auf einen Deal ein: DiMaso setzt sie als Lockvögel auf den angeblich korrupten Bürgermeister Carmine Polito (Jeremy Renner) an. Im Interview zu David O. Russells brillanter Betrügerfarce "American Hustle" (Start: 13.2.) gesteht Bradley Cooper (39), der für seinen Part oscarnominiert ist, seine Leidenschaft für Dauerwellen und Harrison Ford.

teleschau: Die Kostüme in "American Hustle" sind sehr auffällig im Seventies-Stil ...

Bradley Cooper: Das ist doch auch einer der Gründe, warum der Film beim Anschauen solchen Spaß bereitet, finden Sie nicht? Ich liebe Richies Kräusellocken, aber auch die Looks von allen anderen Figuren. Kostüm und Maske haben ganze Arbeit geleistet. Wir Schauspieler sehen verändert aus, und der Film funktioniert sogar auf zwei Ebenen, weil innerhalb der Handlung die Figuren vorgeben, jemand anderes zu sein.

teleschau: Ein doppeltes Spiel?

Cooper: Christian Bales Figur Irving kleidet sich wie ein nobler Londoner Geschäftsmann, ist aber der Sohn eines Glasers aus der Bronx. Mein Richie wohnt noch bei seiner Mutter, hat eine Verlobte mit der er nicht glücklich ist und markiert deshalb den coolen Agenten. Amy Adams spielt mit Sidney eine Frau, die aus Albuquerque, New Mexico, kommt. Aber sie stylt sich so, als ob sie auf dem Cover der "Cosmopolitan" wäre. Dabei war Sydney dort nur mal als Bürobotin angestellt.

teleschau: Was zeichnet David O. Russell als Regisseur aus?

Cooper: Leute, die auch Drehbücher schreiben und sie dann selbst inszenieren, sind eine ganz besondere Spezies Mensch. David O. Russell ist sehr eng verbunden mit seinen Filmen, hat einen besonders persönlichen Bezug zu seinen Geschichten, deshalb ist auch die Musik immer so wichtig. Die große Bedeutung von Jazz-Legende Duke Ellington in diesem Film hängt damit zusammen, dass Duke Ellington eine große Bedeutung für David O. Russell hat. Mit ihm zu drehen, ist ziemlich aufregend. Denn er schreibt zuweilen die Geschichte noch ein bisschen um, während die Kamera schon läuft, oder denkt sich am Set noch neue Dialoge aus. Aber ich arbeite inzwischen fast drei Jahre am Stück mit ihm zusammen. Man gewöhnt sich daran.

teleschau: Wann haben Sie sich eigentlich entschieden, Schauspieler zu werden?

Cooper: Wir wohnten in der Nähe eines Kinos, und mein Vater hat mich mit in die Vorstellungen genommen. Da war ich ungefähr zwölf Jahre alt und unglaublich beeindruckt davon, wie sehr mich so ein Film emotional bewegen konnte. Ich dachte mir: Das will ich tun, wenn ich groß bin. Und jetzt darf ich es! Ich arbeite mit Christian Bale, den ich als Kind in "Empire of the Sun" bewundert habe. Wie grandios ist das denn? Ich sitze ihm gegenüber, er wiegt um die zwanzig Kilo zu viel und trägt ein schwammartiges Toupet auf dem Kopf. Ich habe Dauerwellen. Wir sprechen krasse Akzente und schreien uns an. Besser geht's nicht.

teleschau: Welchen Film haben Sie denn als ersten Film im Kino gesehen?

Cooper: Ich glaube, es war "Star Wars".

telschau: Und wen haben Sie mehr bewundert, Han Solo oder Luke Skywalker?

Cooper: Keine Frage: Natürlich Han Solo! Da war übrigens auch die Actionfigur am coolsten. Ich hatte natürlich sämtliche Actionfiguren von Star Wars, aber Luke Skywalker blieb öfter mal in der Schublade liegen. Harrison Ford war einfach der wirklich coole Typ in diesem Film. Da können Sie fragen, wen Sie wollen. Das ist eine universelle Wahrheit (lacht).

teleschau: Sie drehen ohne Pause, und dazwischen touren Sie um die Welt, um ihre Filme zu bewerben. Sitzen Sie auch mal zu Hause auf dem Sofa?

Cooper: Eher nicht. Als Schauspieler führt man das Leben eines Nomaden. Vor ein paar Wochen habe ich noch auf Hawaii gearbeitet, gestern war ich zu Promozwecken in Moskau, und heute bin ich in Deutschland. Ich lasse meine Armbanduhr grundsätzlich auf kalifornischer Zeit, wenn ich reise. Los Angeles ist aber ebenso mein Zuhause wie Philadelphia, wo ich herstamme.

Quelle: teleschau - der mediendienst