Killing Time - Zeit zu sterben

Killing Time - Zeit zu sterben





Schwafler und Schweiger

"Konsequent" ist das Wort, mit dem Regisseur Florin Piersic Jr. seinen Film "Time To Kill - Zeit zu sterben" vermutlich umschrieben wissen möchte. Das rumänische "Pulp Fiction"-Kammerspiel erzählt von zwei Auftragskillern, die ihre Zeit vorwiegend mit der gleichen Tätigkeit zubringen wie Taxifahrer: Sie warten - bis etwas passiert.

Schon in den ersten drei Minuten, als einer der beiden Namenlosen (Florin Piersic Jr.) noch seinem vorherigen Auftrag gegenübersitzt, hagelt es gewichtige Themen: Rauchen ja oder nein, Kinderkriegen, Heiraten - alle essenziellen Fragen des Lebens werden angerissen. Der alte Mann (Florin Zamfirescu) spricht und der junge schweigt - wie er es fast den ganzen Film zu tun pflegt. Ein Schuss beendet das Gespräch.

Als der Job erledigt ist, kommt der nächste. Den muss der Profi zusammen mit einem ungeliebten Kollegen (Cristian Ioan Gutau) erledigen. 14 Stunden mit jenem Mitstreiter können den Nerv rauben. Noch dazu, wo er heute ein wenig angeschlagen ist, weil er sich um die Gesundheit eines nahestehenden Menschen Sorgen macht. Das klingt im ersten Moment ein wenig skurril, doch warum sollten Killer nicht auch eine Familie haben?

Sollen sie? Das ist ein Thema, über das sich die Partner streiten, neben anderen, die der langhaarige Jesusfreak, der ungeliebte Kollegen des Stilleren, in regelmäßigen Abständen hervorwürgt. Nun klingt "Pulp Fiction"-Kammerspiel ja ganz gut. Doch die beiden Darsteller tragen die Szenerie nicht. Sie sind nicht cool, die Dialoge über rosa Socken, Superman und Batman wirken abgegriffen.

Die inhaltsleeren Debatten halten nur Zuschauer bei der Stange, die auf Purismus stehen. Zwei Mann auf einem Sofa, zwei Mann in einer spartanisch eingerichteten Wohnung. Keine Effekte, Informationen über den, der da wohnt, und umgebracht werden soll, gibt es nicht. Also gilt es zu warten. Das zermürbt - die Uhrzeit wird immer mal wieder eingeblendet.

Der in Bukarest geborene Filmemacher Piersic will in seinem dritten Werk "einen langen und anstrengenden Tag" konsequent zu Ende bringen, ohne die üblichen filmischen Regeln. An Konsequenz fehlt es dem Drehbuch nicht, an Highlights hingegen durchaus.

Quelle: teleschau - der mediendienst