Melanie Müller

Melanie Müller





Die Frau mit den "dicksten Eiern"

Deutschland trägt die Dschungelkrone - und wie so viele Würdenträger im Lande stammt die neue Urwald-Herrscherin aus dem Osten. Am Ende entschied es sich zwischen zwei jungen blonden Damen, die fraglos viel Furore gemacht hatten während ihres Aufenthalts im Prominentenlager von RTL. Die von "Germany's Next Topmodel" bekannte Larissa Marolt oder Melanie Müller, eine ehemalige Verehrerin des "Bachelor"? Die charmante Tollpatschige oder die zupackende Erotikbrumme? Oder auf den einfachsten Nenner heruntergebrochen: Ösi oder Ossi? Dschungelkönigin 2014 wurde mit rund 60 Prozent der Stimmen die 25-jährige Melanie Müller. Die Sächsin ließ in der Abschlusssendung der Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" nicht nur die lange Zeit favorisierte Österreicherin Larissa Marolt hinter sich, sondern auch den Mitfinalisten Jochen Bendel, der Dritter wurde.

Wie ernst ihnen der Kampf um die Dschungelkrone ist, bewiesen alle drei Finalisten noch mal eindrucksvoll in ihren letzten Dschungelprüfungen. Alle holten die Maximalausbeute von jeweils fünf Sternen.

In der Gunst der Zuschauer ganz vorne stand am Ende aber Melanie Müller, die sich selbst nach einer früheren Ekelprüfung bereits die "dicksten Eier" aller Camp-Insassen attestiert hatte. Mit ihrem robusten Magen und der ihr eigenen Zeigefreude konnte die Erotikdarstellerin in der Finalshow die meisten Anrufer hinter sich vereinen. "Das sind jetzt Gefühle, die man nicht so einfach beschreiben kann", machte die frisch Gekrönte gegenüber den Moderatoren Daniel Hartwich und Sonja Zietlow ihrer Freude Luft: "Man fühlt die einfach!"

Damit hat die achte "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!"-Staffel, die beim Publikum so beliebt war wie sonst keine zuvor, nicht nur eine sehr würdige Gewinnerin erhalten, sondern auch einmal mehr bewiesen, dass die Show bis zum Schluss für Überraschungen gut ist. Ähnlich wie im Vorjahr, als viele Olivia Jones wegen ihrer zupackenden Art und den schnodderig coolen Sprüchen bis zum Finale klar vorne sahen, setzte sich auch diesmal die polarisierendste Mitspielerin des großen Dschungel-Gesellschaftsspiels doch nicht durch: Zumindest im Camp waren sich alle lange einig, dass die "Weltmeisterin" Larissa, die mit acht Dschungelprüfungen in Folge nicht ganz freiwillig einen Mutproben-Rekord aufgestellt hatte, sich die Krone schnappen würde.

Möglicherweise hatten viele die latent frivole Melli zu lange unterschätzt. Dabei wusste sie offenbar nur zu gut, wie sie die Publikumsgunst immer wieder für sich gewinnen konnte - etwa durch geschickt platzierte "Offenbarungen" verbaler und textilfreier Natur. Erst knapp vor Schluss verriet sie publikumswirksam, dass viel von ihrer robust positiven Laune im Camp auch auf ihre gut versteckt hineingeschmuggelten "Liebeskugeln" zurückzuführen war. "Deswegen laufe ich so viel und arbeite so gern - denn mir geht's gut", sagte sie - und grinste mädchenhaft in die Kamera.

Und obwohl wenig an ihren Rundungen wirklich gottgegeben aussah, wirkt ihre Nacktheit tatsächlich ansteckend unbekümmert und "natürlich". Eine Frau, die sich selbst als "Trash-TV-Tussi mit den gemachten Brüsten" vorstellt, musste sich jedoch nicht wundern, wenn dann auch mal über Silikon-Einsatz gelästert wird. "Meines Wissens nach haben Melanies Brüste das letzte Mal gewippt, als der Chirurg sie aus der Packung geholt hat", spottete Sonja Zietlow am neunten Tag. Je länger die Leipzigerin aber mit ihrem putzigen Kuscheltier Prinzessin Mäusekind im Camp blieb, unaufgeregt ackerte und sich in keinen Diven-Zoff hineinziehen ließ, desto schneller verblasste ihr Porno-Image - zugunsten einer selbstbewussten jungen Frau, die Klartext redete und die man gerne - einfach so - mal in den Arm genommen hätte.

Für die Zukunft möchte man sich nur wünschen, dass auch Melanie selbst die RTL-Aufzeichnungen noch einmal durchsieht und die richtigen, weil naheliegenden Schlüsse aus ihrem Imagewandel zieht: Wer im Urwald ohne Schminke und Tricks so sympathisch rüberkommt, der muss sich nicht mehr aufdonnern. Es wäre schön, wenn die amtierende Dschungelkönigin Melanie bleibt - und die Marilyn-Monroe-Maskierung für immer hinter sich lässt.

RTL kann mit der Jubiläumsstaffel sehr zufrieden sein: Sie stellte mit durchschnittlich 7,95 Millionen Zuschauern einen neuen Quoten-Rekord auf. Noch wichtiger aus Sendersicht: Diesmal waren auch die Werbeblöcke bestens gebucht. "Eklig" war diesmal trotz der Tonnen von Maden, Kakerlaken, Waldameisen und Mehlwürmern wirklich wenig, dafür sehr vieles äußerst unterhaltsam. Man sieht sich wieder, spätestens nächstes Jahr im australischen Busch.

Quelle: teleschau - der mediendienst