Kristin Kreuk

Kristin Kreuk





Ganz schön demütig

Es wäre nicht weiter verwunderlich, wenn Kristin Kreuk bei so einigen Jungs weltweit für die ersten besonderen Träume gesorgt hätte. Belegt ist das freilich nicht, sondern rein spekulativ. Die Kanadierin aber war gerade zu Beginn ihrer Karriere eine Erscheinung in jungen Formaten, die zum Dahinschmelzen anregte. Sie war das Schneewittchen ("Snow White", 2001). Sie war die Jugendliebe von Superman ("Smallville", 2001 bis 2009). Sie erstrahlte in den TV-Spots eines Kosmetikherstellers (bis 2007). Und sie ward plötzlich nicht mehr gesehen. Nun taucht die Tochter eines Niederländers und einer aus Indonesien stammenden Chinesin mit jamaikanischen Wurzeln wieder auf. In der neuen Serie "Beauty and the Beast", die kabel eins ab 7. Februar immer freitags, 21.15 Uhr, zeigt, spielt die inzwischen 31-Jährige die titelgebende Schönheit - was sonst?!

Kristin Kreuks Karriere verlief nach dem Traumstart ("Snow White", "Smallville") - nun ja, sagen wir mal - durchwachsen. Mit Auftritten in einer unterirdischen Games-Verfilmung als Kampf-Asiatin ("Street Fighter: The Legend of Chun-Li", 2009) oder einer eher belanglosen TV-Neuverfilmung des Klassikers "Ben Hur" (2010) lässt sich schlecht protzen. Gegen den Karriereknick hätte sie etwas tun können, zu dem sich schon viele attraktive Frauen hinreißen ließen: die Karte Sex Appeal konsequent ausspielen.

Die Bildersuche im Internet jedoch liefert nur nett-harmlose Aufnahmen, auf denen Kristin vor allem strahlt. Zumeist lächelt sie auch. Oder sie lacht - über die Angebote des "Playboy", die es gab. Oder des UK-Männermagazins "FHM", das die Schauspielerin vergeblich hoch oben auf seine berüchtigte "100 Sexiest"-Liste gesetzt hatte, nur um an ein Shooting mit ihr zu kommen. Kristin bügelte entsprechende Avancen beharrlich und sogar entsetzt ab. "Als jemand, der quasi in den Medien aufwuchs, bin ich erschrocken über das Bild, das von jungen Frauen gezeichnet wird - allein wie Fotos von mir retuschiert wurden."

Jetzt ist Kristin Kreuk in der Serie "Beauty and the Beast" zu sehen, die lose auf dem gleichnamigen und durchaus erfolgreichen 80er-Jahre-Voläufer mit Linda Hamilton basiert. Kreuk spielt eine New Yorker Polizistin, die in einem nur vermeintlichen Biest (Jay Ryan) einen besonderen Beschützer hat. Tatsächlich aber ist Kreuk wieder genau das, was sie bereits als Schneewittchen verkörpert hat: die Schönheit. Ein Widerspruch? Kreuk selbst echauffierte sich doch noch Jahre nach "Snow White" über das oberflächliche Frauen-Bild, das die Männermagazine so gerne auch von ihr gezeichnet hätten.

Auf die Frage, was denn nun eine Schönheit brauche, um eine Schönheit zu sein, reagiert sie zurückhaltend und nachdenklich. Kreuk weiß um ihre exotische Ausstrahlung. Und erwähnt genau diese Äußerlichkeiten nicht. "Schönheit kommt von innen. Jedes Mädchen, jede Frau erstrahlt, wenn sie sich selbst liebt und akzeptiert, wie sie sich gerade fühlt", erklärt Kristin. Direkt neben ihr sitzt "Beast"-Kollege Jay Ryan. Er nickt zustimmend!

Nun könnte man(n) Kristin Kreuks Bescheidenheit durchaus männlich arrogant - Schönheit hin, exotische Ausstrahlung - ein bisschen langweilig finden. Auch wenn sie es als Gürtel-Trägerin im Karate verstehen würde, sich körperlich zu wehren. Auch wenn sie die meisten ihrer Stunts selbst macht. Darüber jedoch verliert sie kaum ein Wort. Wenn man sie provozieren will, sagt sie nur: "Ich tendiere eher dazu, eine demütige Haltung an den Tag zu legen, obwohl ich doch denke, dass ich eine gewisse Stärke besitze. Also ist es schwer für mich, Autorität zu verkörpern, ohne mich unwohl dabei zu fühlen!" Aha! Schönheit hat wohl doch etwas mit dem Inneren zu tun ...

Quelle: teleschau - der mediendienst