Frank Buschmann

Frank Buschmann





"Aufeinanderprallende Fleischberge sind faszinierend!"

"Das war ganz großes Kino", erinnert sich Frank Buschmann (49). Im vergangenen Jahr war er direkt vor Ort, als in New Orleans eines der spektakulärsten Endspiele im American Football aller Zeiten auch in Deutschland mitten in der Nacht bis zu 1,51 Millionen Fans fesselte (Marktanteil 35,2 Prozent). Ob der Super Bowl XLVIII in diesem Jahr ähnlich nervenzerfetzend wird, kann "Buschi", der nach eigener Aussage mit den San Francisco 49ers sympathisiert, im Vorfeld natürlich nicht sagen. Er geht jedoch fest davon aus, dass sich seine dritte Super-Bowl-Übertragung gemeinsam mit dem Experten und Ex-Quarterback Jan Stecker (Cologne Crocodiles) noch einmal verbessert. Die Vorzeichen dafür scheinen wie gemalt. Immerhin steigt das Mega-Sportereignis des uramerikanischen Sports American Football diesmal ganz in der Nähe der Mega-City New York. "Das wird Gigantismus pur", freut sich Buschmann. SAT.1 und ran.de zeigen das Spiel der Spiele aus dem MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, in der Nacht zum Montag, 3. Februar, ab 0.05 Uhr. Kick off ist um 0.30 Uhr. Als Special Guest wird Stefan Raab bei Buschmann und Stecker erwartet.

teleschau: Frank Buschmann, in der Nacht zum 3. Februar kommentieren Sie den Super Bowl bereits zum dritten Mal. Wird eines der größten Einzelsportereignisse der Welt nicht langsam Routine für Sie?

Frank Buschmann: Seit mehr als 20 Jahren bin ich als Sportkommentator im TV-Geschäft. Und dennoch werde ich auch diesmal wieder überrascht sein von diesem Gigantismus. Das nämlich ist der Super Bowl in den USA. Zudem geht es in den Big Apple nach New York. Es gibt schlechtere Dienstreisen.

teleschau: Im vergangenen Jahr, beim Finale zwischen den Baltimore Ravens und den San Francisco 49ers, wurden Sie Zeuge eines der besten Endspiele aller Zeiten.

Buschmann: Was für ein Spiel! Das war Dramatik pur. Es bot alles, was American Football ausmacht. Erst denkt man, das Spiel ist bereits zur Halbzeit entschieden. Dann fällt der Strom aus - unglaubliche 36 Minuten lang! Daraufhin kippt das Spiel, und es wird noch einmal richtig spannend. Unfassbar! Das war ganz großes Kino.

teleschau: Ihr erster Super Bowl 2012 lief dagegen nicht ganz so gut. Die Kritiken waren durchwachsen.

Buschmann: Wir haben 2012 sicher nicht den besten Super Bowl übertragen und zwei, drei Fehler gemacht. Aber das Geile ist, dass wir daraus extrem viel gelernt, und es bereits im Jahr darauf um zig-Prozent besser gemacht haben. Die Zuschauerzahlen, die noch einmal nach oben geschnellt sind - und das bei einer Übertragung mitten in der Nacht -, sowie die Reaktionen nach der Partie, belegen das. Da half im vergangenen Jahr natürlich aber auch das Spiel.

teleschau: Erlebt der American Football in Deutschland gerade einen Boom?

Buschmann: Dieses Spektakel, wenn zwei große Fleischberge aufeinanderprallen und Eier durch die Gegend fliegen, scheint viele Zuschauer tatsächlich zu faszinieren. Aber dieses gestiegene Interesse jetzt so zu interpretieren, dass der Football mordsmäßig in Deutschland im Kommen ist, geht mir doch zu weit.

teleschau: Läuft Ihre Vorbereitung auf den Super Bowl diesmal anders ab?

Buschmann: Die Übertragungen von 2012 und 2013 habe ich inzwischen mehrfach gesehen. Wie gesagt, von unserem ersten Super Bowl gemeinsam mit Jan Stecker bin ich nicht so begeistert. Von 2013 war ich dagegen schon sehr angetan. Und dennoch: In diesem Jahr bereite ich mich viel exzessiver vor. Ich weiß schon nicht mehr, wie viele Footballspiele der aktuellen Saison ich mir inzwischen zwei- oder dreifach angesehen habe. Zudem hat SAT.1 erstmals auch die Conference Finals und drei weitere Playoff-Spiele live gezeigt. So haben Jan Stecker und ich diesmal nicht nur ein oder zwei Spiele, sondern fünf zur Vorbereitung. Als Kommentatoren-Duo können wir uns so leichter eingrooven.

teleschau: Auf welchem Rang liegt der Football auf der persönlichen Hitliste Ihrer Lieblingssportarten?

Buschmann: Die Nummer eins bleibt Basketball. Da mache ich auch nie einen Hehl daraus. Gerade weil Basketball auch meine aktive Sportart war und ich zig-Europa- und Weltmeisterschaften begleitet habe. Der Fußball, den ich wahrscheinlich noch öfter live kommentiert habe, ist sicher auch einer meiner Favoriten. Knapp danach kommt schon American Football. Ich habe mich gerade in den letzten drei Jahren ziemlich in dieses sehr komplexe Spiel hineingefressen.

teleschau: Und Sie wurden für die Football-Übertragung im vergangenen Jahr sogar für den "Deutschen Fernsehpreis" nominiert.

Buschmann: Natürlich freut man sich über eine Nominierung. Und natürlich möchte man das Ding dann auch gewinnen. Aber die Qualität einer Übertragung definiert sich für mich nicht über Preise. Ohnehin habe ich inzwischen Demut gelernt. Ich weiß noch gut, dass ich vor zehn Jahren von einigen Leuten beinahe in den Keller geschrieben wurde, weil ich so unerträglich emotional wäre.

teleschau: Bei Sport1 sind Sie seit der Trennung im vergangenen Jahr nicht mehr zu hören. Dafür toben Sie sich neben einigen anderen TV-Engagements verstärkt im Internet mit dem eigenen "Buschi TV" auf YouTube und auf Ihrer Facebook-Seite aus. Haben Sie diesen "Wechsel" jemals bereut?

Buschmann: Diese Dinge sind so auf mich zugekommen, und ich habe sie auf mich zukommen lassen. Manchmal braucht es eben auch mal einen Tritt in den Hintern. Die Trennung von Sport1 war einer. Als freiberuflicher TV- und Medienmann musste ich mir urplötzlich überlegen, wie es weitergeht.

teleschau: Der Wechsel vom großen Fernsehen ins Internet ist doch eher ungewöhnlich, oder?

Buschmann: Das Angebot von Sony, mit "Buschi TV" meinen eigenen Channel zu starten, ist großartig. Es bietet mir die Möglichkeit, zu machen, was ich will. Und ich bestimme ganz allein, was darauf läuft. Zuletzt habe ich auf "Buschi TV" ein sehr ausführliches Gespräch mit Ex-Handballer Stefan Kretzschmar geführt. Auch wenn ich jetzt etwas Werbung für mich selbst betreibe, ich behaupte, so ein ausführliches Interview bekommt man sonst nicht im Fernsehen zu sehen.

teleschau: Stimmt es, dass im April auch noch ein Buschi-Buch erscheint und im Mai eine Lesereise folgt?

Buschmann: Ja, auch wenn ich die Termine so noch nicht bestätigen kann. Ohnehin sind der Verlag und ich wegen dieser angeblichen Lesereise etwas irritiert. Einige Veranstalter fragen wegen möglicher Termine bereits an, obwohl noch keiner weiß, ob dieser Irrsinn, den ich da schreibe, überhaupt Spaß macht.

teleschau: Der Titel "Am Ende kackt die Ente!: Aus dem Leben eines Sportverrückten" verspricht wenigstens einiges.

Buschmann: Den Spruch mit der Ente habe ich mal gebracht, und er wird immer wieder mal gerne zitiert.

Quelle: teleschau - der mediendienst