Nova Meierhenrich

Nova Meierhenrich





Kaum Ärger mit 40

Woran merkt man, dass das Alter kommt? Nicht nur an morgendlichen Knieschmerzen, sondern auch an der Tatsache, dass die jungen Dinger von einst plötzlich 40 werden. So geschehen im Falle der bildschönen Moderatorin Nova Meierhenrich - am ersten Weihnachtsfeiertag 2013 feierte sie ihren ersten Geburtstag mit einer Vier vorne. Zwischen 1996 und 2003 wurde Nova Meierhenrich zu einem der präsentesten Gesichter im deutschen Privatfernsehen. Sie moderierte bei MTV und Viva, machte Bravo TV und jettete für Sky-Vorgänger Premiere durch den Formel Eins-Zirkus. Die gebürtige Westfälin berichtete von allen großen Filmfestivals, wurde Spezialistin für Rote Teppiche, Grammy- und Oscar-Verleihungen. Seit der zierlichen Blondine das Leben auf der Überholspur in Form einer Burnout-Diagnose zum Verhängnis wurde, zog sich Meierhenrich in ein Leben jenseits ständiger Bildschirmpräsenz zurück. Ihr neuer Job als Moderatorin beim mit großen Erwartungen startenden neuen Disney Channel ist das erste feste Engagement seit vielen Jahren.

teleschau: Sie moderieren eine Sendung, die Cartoons mit Talk-Gästen mixt. Wie darf man sich das vorstellen?

Nova Meierhenrich: So, dass ein prominenter Gast und ich in einem Studio mit Blick auf die nächtliche Skyline von Entenhausen sitzen, über unsere Kindheitserinnerungen reden, zusammen Filme schauen, spielen und uns über die Welt von Entenhausen unterhalten. Jede Sendung steht darüber hinaus unter einem bestimmten Thema. Das kann "Glück" sein oder einfach nur "Liebe". Dazu gibt es immer passende Disney-Geschichten und Protagonisten: Man denke nur an Gustav Gans in Sachen Glück oder an Donald und Daisy bei der Liebe.

teleschau: "Ducks & Friends" ist trotz der Disney-Clips eine Abendsendung für Erwachsene. Wie lautet der Ansatz: Wollen Sie Kindheitserinnerungen nachspüren, Nostalgie schüren?

Nova Meierhenrich: Es geht tatsächlich auch um Kindheitserinnerungen. Wir bitten die Gäste, in ihrer Vergangenheit zu stöbern, Kinderfotos oder Disney-Figuren aus der alten Spielkiste mitzubringen. Natürlich schlagen wir auch die Brücke ins Jetzt. Es geht bei uns im Sinne einer intimen Talkshow vor allem um die Gäste: Was machen die gerade, wo stehen sie zurzeit in ihrem Leben, aber auch wo ist ihre Verbindung zu Disney?

teleschau: Die erste Staffel ist bereits abgedreht, 13 Folgen im Kasten. Wer sind Ihre prominenten Disney-Fans?

Nova Meierhenrich: In der ersten Sendung am 18. Januar besucht mich Jörn Schlönvoigt von "Gute Zeiten, schlechte Zeiten" - unser Thema ist "Heldentaten" und somit auch Quack der Bruchpilot. Was viele nicht wissen: Jörn ist Kunstflieger. Das passt wunderbar. Mit Komikerin Mirja Boes rede ich über Liebe und Eifersucht. Andere Gäste waren zum Beispiel Anna Fischer oder Axel Stein. Mich besuchen Schauspieler, Musiker und Moderatoren. Die anderen Namen möchte ich allerdings noch nicht verraten.

teleschau: Welche persönlichen frühen Disney-Erinnerungen haben Sie?

Nova Meierhenrich: Da denke ich sofort an meinen ersten Kinofilm. Das war "Susi & Strolch", ich war sechs Jahre alt. Mein Vater fand es wichtig, dass seine Kinder erst nach ihrem sechsten Geburtstag ins Kino gehen, daran erinnere ich mich. Außerdem liebte ich die "Lustigen Taschenbücher" von Disney, die habe ich gesammelt. Das Bild auf den Buchrücken bekam ich allerdings nie komplett, obwohl ich die Dinger sogar auf Flohmärkten suchte. Lücken gab's auch deshalb, weil mir meine drei jüngeren Brüder immer wieder einzelne Bücher gemopst haben und sie nie zurückstellten.

teleschau: Gibt es einen Disney-Lieblingshelden für Sie?

Nova Meierhenrich: Ich fand Tick, Trick und Track immer klasse - weil die mich an meine Brüder erinnert haben. Sie hatten genauso viele Flausen im Kopf, und man konnte sich wahnsinnig über sie ärgern. Aber wenn es hart auf hart kam, war immer auf sie Verlass.

teleschau: War Ihnen Donald Duck auch zu traurig?

Nova Meierhenrich: Nein, fand ich nicht! Er ist ein liebenswerter Tollpatsch, an dem ich toll finde, dass er einen unerschütterlichen Glauben an die Liebe mitbringt.

teleschau: Als Kind tat er einem aber immer leid. Man weiß doch immer: Am Ende erfüllen sich seine Träume nie ...

Nova Meierhenrich: Ich empfinde Donald heute noch weniger als tragischen Helden. In der Liebe klappt es doch super bei ihm! Er und seine Daisy halten immer zueinander. Wie wichtig das ist, können wir als Erwachsene noch besser verstehen. Auch deshalb empfinde ich Donald heute anrührender, als beispielsweise Enten oder auch Menschen mit prall gefülltem Geldspeicher.

teleschau: Der neue Job bei Disney ist für Sie fast schon eine Art Comeback. Früher waren Sie als Moderatorin omnipräsent, sie arbeiteten für viele verschiedene Sender. Warum war das irgendwann vorbei?

Nova Meierhenrich: Der Job bei Disney ist tatsächlich der erste seit sechs Jahren, bei dem ich wieder intensiv mit einem Sender zusammenarbeite, mich auf eine Art festes Engagement eingelassen habe. Damals habe ich mich bewusst aus der Fernsehmoderation rausgezogen. Um meine eigenen Ressourcen zu schonen und weil ich fand, dass es zu dieser Zeit einen unangenehmen Trend zum Trash-TV gab. Mich über andere Leute lustig zu machen, mich ironisch über sie zu erheben - das ist nicht meins. Ich mag auch diese ganzen Scripted Reality-Sachen nicht. Damals habe ich für die "Fame Academy" noch eine "Bambi"-Nominierung bekommen, das war toll. Und danach dachte ich, lieber jetzt eine Pause, denn ich möchte grundsätzlich nichts moderieren, bei dem ich selbst nicht gerne zuschaue.

teleschau: Wie haben Sie die Zeit danach gefüllt?

Nova Meierhenrich: Ich habe mich auf kleinere Herzensprojekte konzentriert, viel geschrieben für Magazine und Blogs. Für n-tv lief ich mit dem Rucksack durch Jordanien oder war mit Walforschern in Kanada unterwegs. Moderiert habe ich fast nur noch auf Live-Veranstaltungen, ohne Kamera. Dafür habe ich mich voll auf die Schauspielerei konzentriert. Habe Serienhauptrollen gespielt, Kino- und TV-Filme gedreht. Vor kurzem war ich in einem "Stubbe" zu sehen. Und im nächsten Herbst kommt ein "Nachtschicht"-Film von Lars Becker, bei dem ich dabei bin. Endlich war Zeit für all diese Projekte und auch in diesem Jahr stehen wieder viele tolle Drehs an.

teleschau: Hört sich trotzdem - mit dem Job bei Disney - nach viel Arbeit an. Wo bleibt da das Entschleunigen, das Ressourcen schonen?

Nova Meierhenrich: Im Gegensatz zu früher, wo ich teilweise für vier Sender gleichzeitig arbeitete, bin ich heute sehr entschleunigt. Ich achte darauf, dass ich immer ein paar Tage Pause zwischen den Projekten habe. Dass ich mal einen Saunanachmittag einplane, wenn ich in einem schönen Hotel bin und nicht sofort nach dem Termin abreise. Solche Dinge. Früher lebte ich nach dem Prinzip: Der ICE fährt schnell, und so schnell er fährt, fahre ich auch. Heute trete ich bewusst auf die Bremse. Ich hatte 2002 und 2003 einen Zusammenbruch. Damals war ich nur noch unterwegs: für die Formel Eins, diverse Reisemagazine, habe von jedem Filmfestival berichtet. Es wurde 300 Tage im Jahr um die ganze Welt gejettet, alle zwei, drei Tage wechselte ich die Kontinente. Ich hatte Burnout, wog nur noch 42 Kilo. Es war einfach Schicht im Schacht, mein Körper sagte "nein" zu all dem. Danach begann eine Neuorientierung. Ich habe damals alle Jobs gekündigt, den Stecker gezogen und von vorn angefangen.

teleschau: Am 25. Dezember sind Sie 40 Jahre alt geworden. Wie hart war der Tag für Sie?

Nova Meierhenrich: 40 ist schon ne Ansage. So was muss man wegfeiern - am besten mit einer großen Party - und genau so habe ich es gemacht. Ich habe meinen absoluten Traum-Kindergeburtstag gefeiert!. Nein, vom Gefühl her ging der Tag eigentlich. Es läuft beruflich gerade so gut bei mir, das ist auf jeden Fall eine tolle Motivation. Meinen 30. Geburtstag empfand ich kritischer. Damals habe ich die eigene Party abgesagt. Ich nahm die Kohle und flog allein nach Mauritius. Es war eine gute Entscheidung.

teleschau: Wie wichtig sind Ihnen Heimat und Familie?

Nova Meierhenrich: Sehr wichtig. Ich war Weihnachten erst wieder daheim in Ahlen. Auch auf meinem 20-Jahre-Abi-Treffen war ich 2013. Zu meiner Mutter habe ich ein enges Verhältnis. Die besucht mich momentan aber lieber in Hamburg, als dass ich zu ihr kommen soll. Meine Brüder wohnen zum Großteil auch noch in Ahlen, einen hat es nach Bremen verschlagen. Zwei von ihnen haben mittlerweile Kinder. Da ist die Zeit natürlich knapp, sich zu sehen - aber wir versuchen sie immer zu nutzen. Am häufigsten sehe ich meine Brüder, Neffen und Nichten allerdings über Skype - ein Hoch auf diese Technik (lacht).

teleschau: Träumen Sie davon, eine eigene Familie zu gründen?

Nova Meierhenrich: Absolut. Ich rede allerdings nicht gerne öffentlich über Liebe, Beziehungen und Co. Ich möchte mein Privatleben schützen, deshalb schleppe ich meine Beziehungen nicht auf Rote Teppiche. Ich verstecke nichts, präsentiere es aber auch nicht. In dem Moment, wo ich mit dickem Bauch rumlaufe oder heirate, werden es die Leute sowieso erfahren - und das reicht dann auch.

Quelle: teleschau - der mediendienst