Land in Sicht

Land in Sicht





Neue Heimat, Brandenburg

"Land in Sicht, singt der Wind in mein Herz", sang einst Rio Reiser, "die lange Reise ist vorbei. Morgenlicht weckt meine Seele auf. Ich lebe wieder und bin frei." Von diesem Gefühl der Freiheit sind Abdul, Brian und Farid noch ein Stück weit entfernt. Die drei Asylbewerber sind nach langer Flucht in Bad Belzig gelandet, in der brandenburgischen Provinz, 90 Kilometer süd-westlich von Berlin. Die Dokumentation "Land in Sicht" begleitet die drei Männer bei Terminen auf deutschen Ämtern, im Alltag und beim Versuch, in der fremden Gesellschaft Fuß zu fassen. Sozialarbeiterin Rose Dittfurth ist stets an ihrer Seite.

Die Filmemacherinnen Judith Keil und Antje Kruska lassen sowohl Bilder als auch die drei Männer aus dem Jemen, Iran und Kamerun sprechen. Gerade die Themenvielfalt ist dabei hervorzuheben. Wenn sich zum Beispiel der junge Brian fragt, ob er sich eine deutsche Frau suchen sollte, um bleiben zu können. Er hadert, weil sich meist nur ältere Damen für ihn zu interessieren scheinen und das doch nichts mit Liebe zu tun habe. Der ehemalige Asylbewerber Jordan hat sich einst davon nicht beirren lassen und gibt dem 25-Jährigen auf den Weg: "Frei bist du nur, wenn du diesen Aufenthalt hast."

Schwer zu sagen, ob die Dokumentation einen tatsächlichen Blick auf das Leben von Asylbewerbern in Deutschland liefert: Wären die Besuche bei der Agentur für Arbeit, bei möglichen Arbeitgebern oder bei einer Anwältin genauso freundlich verlaufen, wenn keine Kamera dabei gewesen wäre?

Quelle: teleschau - der mediendienst