Kopf an Kopf

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"Gravity" und "American Hustle" mit je zehn Nominierungen Favoriten im Oscarrennen

Die deutschen Oscarhoffnungen ruhen auf Max Lang und Jan Lachauer: Nachdem weder Daniel Brühl ("Rush") noch Georg Maas' Drama "Zwei Leben" mit einer Oscarnominierung bedacht wurde, halten im Rennen um den wichtigsten Filmpreis der Welt nun die beiden Nachwuchstalente mit ihrem animierten Kurzfilm "Room On The Broom" die deutsche Fahne hoch. Spannend dürfte die diesjährige Oscarnacht (2. März) werden: Sowohl das Weltraumdrama "Gravity" als auch die Gaunerkomödie "American Hustle" (Start: 13.02.) haben die Chance auf zehn Auszeichnungen, "12 Years A Slave" ist mit neun Oscarnominierungen ein ernstzunehmender Verfolger.

Regisseur David O. Russell hat einen Lauf - zum zweiten Mal und auch noch in Folge knackte er mit einem seiner Filme die "Big Five": Nach "Silver Linings" wurde auch "American Hustle" in den Kategorien "Bester Film", "Beste Regie", "Beste Hauptdarstellerin" (Amy Adams), "Bester Hauptdarsteller" (Christian Bale) und "Bestes Drehbuch" (Eric Warren Singer und David O. Russell) für den Oscar nominiert. Mit den Nominierungen von Jennifer Lawrence und Bradley Cooper als beste Nebendarsteller ist "American Hustle" außerdem in allen vier Darstellerkategorien preisverdächtig - womit dem Gaunerstück der Platz in den Oscarstatistiken schon sicher wäre. Doch die Konkurrenz ist beachtlich - nicht nur von Seiten des ebenfalls zehnfach nominierten Dramas "Gravity" und des neunmal nominierten Verfolgers "12 Years A Slave".

Mit Cate Blanchett ("Blue Jasmine"), Judi Dench ("Philomena", Start: 27.02.) und Meryl Streep ("Im August in Osage County", Start: 06.03.) könnten neben "Gravity"-Hauptdarstellerin Sandra Bullock noch drei andere Oscarpreisträgerinnen dafür sorgen, dass es auch im mittlerweile fünften Anlauf nichts mit dem Oscar für Amy Adams wird. Auch Christian Bale und Chiwetel Ejiofor ("12 Years A Slave") haben in der Hauptdarsteller-Kategorie oscarhungrige Mitbewerber: Namentlich Leonardo DiCaprio ("The Wolf Of Wall Street"), Bruce Dern ("Nebraska") und Matthew McConaughey ("Dallas Buyers Club", Start: 06.02.).

Neben Jennifer Lawrence und "12 Years A Slave"-Entdeckung Lupita Nyong'o stehen den Mitgliedern der Academy wie von der Filmpresse erwartet Julia Roberts ("Im August in Osage County") und June Squibb ("Nebraska") zur Wahl, komplettiert wird das Nebendarstellerinnen-Quintett von Sally Hawkins ("Blue Jasmine"). Eine angenehme Überraschung, wenn auch nicht die größte bei der Verlesung der Nominierten. Die dürfte wohl sein, dass nicht Tom Hanks, sondern sein Gegenspieler Barkhad Abdi für seine Rolle in "Captain Phillips" auf eine Auszeichnung hoffen darf. Die Chancen auf einen Sieg sollten aber insgesamt für Bradley Cooper, Michael Fassbender ("12 Years A Slave"), Jonah Hill ("The Wolf Of Wall Street") und vor allem Golden-Globe-Gewinner Jared Leto ("Dallas Buyers Club") höher einzuschätzen sein.

Deutlich schwerer fallen Prognosen in der Kategorie "Beste Regie": Wird nach zwei Drehbuchoscars diesmal nun Alexander Paynes ("Nebraska") Wirken als Regisseur gewürdigt? Erhält Altmeister Martin Scorsese für "The Wolf Of Wall Street" seinen zweiten Regieoscar? Oder schenkt man doch den "Jungen Wilden" David O. Russell ("American Hustle") und Steve McQueen ("12 Years A Slave") die verdiente Anerkennung? Und dann wäre da noch Alfonso Cuarón, der in jener Kategorie für "Gravity" immerhin gerade den Golden Globe gewann.

"Bester Film" könnte potenziell das Werk jedes nominierten Regisseurs werden. Doch erst im letzten Jahr wurde mit "Argo" mal wieder bewiesen, dass der beste Film des Jahres nicht zwangsläufig von einem der besten Filmemacher des Jahres stammen muss: "Philomena", "Her" (Start: 27.03.), "Captain Phillips" und "Dallas Buyers Club" sollte man also nicht zu früh abschreiben ...

Quelle: teleschau - der mediendienst