A Touch Of Sin

A Touch Of Sin





Verlorene Würde

Es ist kein schönes Bild, das Jia Zhangke in "A Touch Of Sin" von seiner chinesischen Heimat zeichnet: Jede der vier Geschichten, die er in seinem Drama verwebt, wird tödlich enden. Und jede von ihnen basiert auf einer wahren Begebenheit. Verzweiflung ist es, die die vier Hauptfiguren, drei Männer und eine Frau, zur Gewalt verleiten wird - gegen sich selbst oder gegen andere. Verzweiflung über die Korruption, die das Land zerfrisst, über die Einsamkeit, die das berufsbedingte Nomadenleben mit sich bringt, über die Armut und die Kälte der Gesellschaft.

Es sind unauffällige, einfache Leute, die in der Kriminalgeschichte zur Waffe greifen werden: Ein Minenarbeiter (Jiang Wu), der sich von seinen Vorgesetzten betrogen fühlt. Eine Saunarezeptionistin (Zhao Tao), die von Kunden gedemütigt wird. Ein Wanderarbeiter (Wang Baoquiang), der seine Familien versorgen will und ein Fabrikarbeiter (Luo Lanshan), der einfach nur irgendwann irgendwo heimisch sein möchte.

"Wegen der ungerechten Verteilung des Wohlstands und der gewaltigen Kluft zwischen Arm und Reich steckt eine beträchtliche Anzahl von Menschen in persönlichen Krisen", erklärt der Regisseur. "Ein Individuum kann zu jeder Zeit seiner Menschenwürde beraubt werden." Gewalt sei der schnellste und direkteste Weg, die verlorene Würde wiederherzustellen. Nach der internationalen Premiere bei den Filmfestspielen in Cannes und der deutschen Premiere auf dem Münchner Filmfest kommt "A Touch Of Sin" nun in ausgewählte Kinos.

Quelle: teleschau - der mediendienst