Fünf Freunde 3

Fünf Freunde 3





Vom wilden Käfer gebissen

Eine feuchte Tatze auf die gute Zusammenarbeit: Nach zwei erfolgreichen Kinoabenteuern mit jeweils mehr als einer Million Besuchern hat sich das Erfolgsteam für die Fortsetzung "Fünf Freunde 3" wieder zusammengefunden. Diesmal verschlägt es George (Valeria Eisenbart), Julian (Quirin Oettl), Dick (Justus Schlingensiepen) und Anne (Nele Marie Nickel) und natürlich ihren besten Vierbeiner-Kumpel Timmy in ein tropisches Urlaubsparadies. Die neuesten spannenden Verwicklungen lassen natürlich nicht lange auf sich warten. Zum einen gerät das junge Spürnasen-Team, das man aus den Enid-Blyton-Jugendbüchern kennt, an einen geheimnisvollen Kompass, der den Weg zu einem Schatz weisen soll. Zum anderen gilt es, die paradiesische Insel gegen die Raffzahn-Pläne eines skrupellosen Investors zu verteidigen.

Mit Mr. Haynes (Sky du Mont) ist wirklich nicht zu spaßen: Er hat sich mit fiesen Tricks ein großes Grundstück an einem herrlichen Strand - gedreht wurde in Thailand - gesichert und schon mal die Planierraupe anrücken lassen. Haynes möchte die exotische Traumlandschaft radikal umgestalten - für ein teures Luxus-Urlauber-Resort. Um die Dorfgemeinschaft, die ihre angestammte Heimat und alle Zukunftsperspektiven verlieren würde, schert er sich wenig. Doch natürlich hat der rücksichtslose Bauhai und Naturfrevler nicht mit dem mutigen Einsatz des jungen Quintetts gerechnet: Die jungen Urlaubsgäste freunden sich mit dem einheimischen Mädchen Joe (Davina Weber) an und versuchen, Haynes' Pläne in letzter Minute zu durchkreuzen.

Vielleicht ist die märchenhafte Bucht, die mit großartigen Kamera-Schwenks abgebildet wird, ja tatsächlich noch zu retten. Diese Hoffnung wollen die Freunde schon deswegen nicht aufgeben, weil sie beim Tauchen in einem versunkenen Schiff einen spannenden Fund machen: Was zunächst wie ein verrosteter alter Kompass aussieht, entpuppt sich als der Kompass eines legendären Piraten. Weist die Nadel des kuriosen Instruments womöglich zu seiner verloren geglaubten Beute? Doch der Weg dorthin ist beschwerlich und ziemlich gefährlich, weil er mitten durch den Dschungel führt. Und dann sind den jungen Schatzsuchern auch noch zwei Schurken auf den Fersen: Cassi (Nora von Waldstätten) und Nick (Michael Kessler) betreiben eigentlich eine Strandbar, haben aber die Pläne der Kinder belauscht - und es nun selbst auf das Seeräubergold abgesehen.

Bereits zum dritten Mal haben nicht nur die Hauptdarsteller, sondern auch die Macher der "Fünf Freunde"-Reihe wieder die Köpfe zusammengesteckt. Regie führt wie bei den ersten beiden Kinoerfolgen Mike Marzuk, produziert wurde der Film von Andreas Ulmke-Smeaton und Ewa Karlström, die bereits für die "Wilde Kerle"-Reihe sowie "Ostwind" und natürlich die "Freunde"-Abenteuer zusammengearbeitet hatten.

Gegenüber den Vorgängerfilmen ziehen die Macher aber die Spannungsschraube deutlich stärker an: Im Meer lauert ein Hai den Wrack-Tauchern auf, im Dschungel wird Julian von einem hochgiftigen Käfer gebissen, und die bösen Verfolger zögern nicht, von ihrer Schusswaffe Gebrauch zu machen. Außerdem setzt der Film - jugendgerecht dosiert - ziemlich wilde Action-Sequenzen ein, etwa bei einer Verfolgungsjagd in einem landesüblichen Tuk-Tuk-Gefährt, mit dem die Freunde mitten durch den asiatischen Wochenmarkt brettern.

Um die Nerven der Zielgruppe nicht allzu sehr flattern zu lassen, versucht Regisseur Marzuk das erhöhte Tempo mit einer Extraportion Humor auszutarieren - ein dramaturgisches Unterfangen, das nicht wirklich funktioniert, weil die vorgeplanten Gags zu selten zünden. Den Bogen überspannt der Film schließlich durch allzu durchsichtige Anbiederungsmanöver an die jungen Zuschauer: Alle Erwachsenenrollen bedienen teilweise groteske Klischees - darunter leiden vor allem Nora von Waldstätten und Michael Kessler, die Drehbuch und Regie lediglich als alberne Karikaturen durchs Dickicht stapfen lassen. Gut möglich, dass beim Drehen mehr als nur ein Film-Beteiligter vom "schwarzen Waldläufer" oder dem sprichwörtlichen wilden Affen gebissen wurde.

Quelle: teleschau - der mediendienst