Prince Kay One

Prince Kay One





Ein neuer "großer Bruder"

Mal wieder alles neu bei "Deutschland sucht den Superstar"! Wenn das RTL-Casting-Flaggschiff am Mittwoch, 8. Januar, 20.15 Uhr, in seine inzwischen elfte Sangesrunde geht, sitzt erneut eine rundum ausgewechselte Jury vor den Talenten - mit Ausnahme des weiterhin unantastbaren Dieter Bohlen. Schillerndster Neuzugang neben Schlagerdame Marianne Rosenberg (58) und Mieze Katz (34) ist Prince Kay One (29). Der als Kenneth Glöckler in Friedrichshafen geborene Deutschrapper geriet zuletzt in die Schlagzeilen, nachdem er sich über angebliche Mafiaverstrickungen seines ehemaligen "besten Freundes" Bushido äußerte. Daraufhin soll er Morddrohungen erhalten haben und unter Polizeischutz stehen. Ob dies tatsächlich stimmt, bleibt offen. Beim Interview waren Fragen zu diesem heiklen Thema und erst recht der Name Bushido nicht erwünscht. Akzeptiert! Dann eben ausschließlich "DSDS", laut Kay One trotz zuletzt sinkender Quoten immer noch eine der größten Shows im deutschen Fernsehen.

teleschau: Warum landet ein Deutschrapper in der Jury von "Deutschland sucht den Superstar"?

Kay One: Von Beginn an verfolgte ich "DSDS". Wenn ich Zeit hatte, schaute ich mir die Sendungen gerne an. Bei der zweiten Staffel hat sogar einer meiner Kumpel mitgemacht: Philippe Bühler! Er hat es damals bis ins Finale geschafft. Aber es ist nicht so, dass ich mich für den Job als Juror beworben hätte. Im Gegenteil: RTL kam auf mich zu und wollte mich für die Jury.

teleschau: Inwieweit erfüllen Sie das Anforderungsprofil für den Job als Juror bei "DSDS"?

Kay One: Nur ein paar Zahlen: Ich habe bei Facebook 1,6 Millionen "Gefällt mir", zudem mehr als 100 Millionen Klicks bei Youtube. Das zeigt, dass ich gerade die Jugend sehr anspreche. Jemand Vergleichbares hat in der Jury wohl gefehlt. Außerdem polarisiere ich schon sehr stark.

teleschau: Wird es wegen Kay One in der Jury nun mehr Deutschrap und HipHop bei "DSDS" geben?

Kay One: Da bin ich offen. Selbst höre ich auch mehr als ausschließlich Deutschrap. Ich mag einige Pop-/Rock-Balladen, R&B, einfach alles, was gut ist und gerade zu meiner Stimmung passt. Vor allem aber darf ein Juror nicht voreingenommen sein. Wenn beispielsweise eine Schlagersängerin auftritt, und ich merke, dass sie toll singt, dann bewerte ich sie neutral und professionell - auch wenn ich selbst Rap mache.

teleschau: Wie wichtig ist die Zusammensetzung der Jury für den Erfolg der Sendung?

Kay One: Eine gute Jury braucht verschiedene Charaktere und Persönlichkeiten. Wenn bei "DSDS" nur vier Versionen von Dieter Bohlen sitzen würden, wäre das langweilig. Ich glaube, wir haben für diese Staffel den Nerv der Zeit getroffen. Marianne Rosenberg ist dabei, die vor 20 Jahren ihren ersten Hit hatte. Mieze Katz von M.I.A. steht mehr für eine alternative Pop-Sparte. Dieter Bohlen ist mit seinen unzähligen Nummer-eins-Hits ohnehin eine Größe. Und dann haben wir noch Kay One, der mehr die Jugend anspricht. Diese vier Meinungen ergeben ein gutes Endprodukt - und zwar den perfekten "Superstar 2014".

teleschau: Gerade in den USA kassieren Superstars unfassbare Millionengagen als TV-Juroren. Wie wichtig ist es heutzutage für einen Künstler, in der Jury einer Castingsendung zu sitzen?

Kay One: Der Job zeigt, dass man ein gutes Standing hat und als Künstler bei einem Massenpublikum gefragt ist. Für mich ist die Jury-Tätigkeit auf jeden Fall eine Auszeichnung und gleichzeitig ein next step. Meine Konzerte sind meistens ausverkauft, mein aktuelles Album "Rich Kidz" ist erst im Oktober auf Platz eins gegangen. Nun bin ich Teil einer der größten Shows im deutschen Fernsehen. Na, wenn das mal kein Sprung ist! Nun muss ich nur noch das Beste daraus machen.

teleschau: Der Rapper und der Pop-Titan! Wie läuft die Zusammenarbeit mit Dieter Bohlen?

Kay One: Ich bin komplett auf einer Wellenlänge mit ihm. Dieter Bohlen ist wie ein großer Bruder. Von ihm nehme ich gerne Ratschläge an, auch was meine privaten Sachen betrifft. Das passiert nicht oft. Ich bin eher der Typ, der sehr von sich eingenommen ist. Es interessiert mich normalerweise nicht, wenn irgendeiner meint, mich kritisieren oder etwas besser wissen zu müssen. Bei Dieter Bohlen dagegen muss ich sogar einstecken.

teleschau: Sie kommen aus dem Deutschrap. Ein Bohlen zählt dort doch rein gar nichts.

Kay One: Bei einigen früheren "DSDS"-Sendungen dachte ich nur: Boah, wie ist denn der drauf? Wie tickt der wohl privat? Aber ich fand ihn schon immer ganz cool mit seinen Sprüchen. Inzwischen arbeite ich selbst mit internationalen Stars zusammen, auf meinem aktuellen Album beispielsweise mit Melody von den Pussycat Dolls oder Timati, dem bekanntesten Rapper Russlands. Die haben sicher ihren Bekanntheitsgrad, aber gegen Dieter Bohlen kacken die auch ab.

teleschau: Dann bleibt Dieter Bohlen auch weiterhin der Chef bei "DSDS"?

Kay One: Er ist der Einzige, der bei jeder Staffel in der Jury saß. Das hat schon seinen Grund. Und trotz seiner Sprüche hat er einfach Ahnung von Musik. Wie bereits erwähnt, er darf sogar mir Ratschläge geben. Im Gegenzug belehre ich ihn darüber, was heutzutage cool und angesagt ist.

teleschau: Zuletzt lief "DSDS" nicht mehr ganz so erfolgreich, auch die Jury wurde immer wieder ausgewechselt.

Kay One: Die Quoten brennen immer noch alles nieder im Vergleich zu anderen Sendungen. Und für diese Staffel kann ich versprechen: Wir haben unfassbar talentierte Kandidaten. Außerdem bleibt bei mir und Dieter bestimmt kein Auge trocken.

teleschau: Bekommen wir denn einen echten "Superstar"?

Kay One: Definitiv, ja! Alle zwölf Kandidaten in den Liveshows können unfassbar gut singen. Und vor allem: Die Mischung passt! Für die Teenies an den TV-Geräten ist der ein oder andere Sunnyboy dabei. Für die Jungs haben wir eine potenzielle Megan Fox für die Augen - dafür habe natürlich ich gesorgt (lacht).

teleschau: Wer ist Ihr Favorit unter den bisherigen "Superstars"?

Kay One: Menowin aus der siebten Staffel. Er war der bisher beste Sänger bei "DSDS". Er hatte ein großes von Gott gegebenes Talent, das er mit seinen Skandalen und Exzessen jedoch nur in den Müll geworfen hat.

teleschau: Kann eine Bezeichnung wie "Superstar" zur Last werden?

Kay One: Es ist doch nicht die Sendung, die den ein oder anderen Kandidaten möglicherweise kaputt macht. Dafür sorgen die Leute schon selber. Manche, die es in die Top-Ten geschafft haben, denken plötzlich, sie sind die Über-Stars. Sie werden überall auf den Straßen erkannt und machen den Fehler, sich im Ruhm zu sonnen. Besser ist es, sie nutzen den Hype aus der Sendung, gehen gleich ins Studio und legen ein gutes Album nach. Viele aber machen erst ein halbes Jahr Party und verpulvern ihre Kohle. Da darf man sich später nicht beklagen, wenn man plötzlich nichts mehr hat.

teleschau: Hat die Jury bei der Betreuung der Kandidaten nicht auch eine Verantwortung?

Kay One: Von mir bekommt jeder Kandidat zu hören: Wenn du's hier schaffen solltest, dann konzentriere dich nicht aufs Feiern, konzentriere dich nicht aufs Party machen. Sei besser schlau und gib alles, um weiterhin gute Musik zu machen.

Quelle: teleschau - der mediendienst