StreetDance Kids - Gemeinsam sind wir Stars

StreetDance Kids - Gemeinsam sind wir Stars





Zertanzte Klischees

Mit Tanzfilmen ist es derzeit wie mit Vampirfilmen: Beide "Genres", so unterschiedlich sie auch sein mögen, versprechen globalen Erfolg an den Kinokassen. Hübsche Hauptdarsteller, ein poppiger Soundtrack und coole Action sind dabei überzeugende Beigaben. Spielten die ersten Streetdance-Filme noch im Erwachsenenmilieu, haben die Filmemacher nun beim dritten Teil die Kids ins Visier genommen. Bindeglied aller "Streetdance"-Filme ist der geniale Streetdancer Akai Osei-Mansfield, der nach kleineren Parts in den Vorgängerfilmen endlich eine Hauptrolle ergattert hat.

Jaden (Akai Osei-Mansfield) ist ein leidenschaftlicher junger Tänzer, der den Rhythmus im Blut hat. Seine ambitionierten Eltern haben gleichwohl andere Pläne für den sympathischen Jungen und wollen ihn auf eine Eliteschule schicken. Also werden Jadens Tanzschuhe samt Klamotten geschwind gespendet, nichts soll ihn vom Lernen abhalten - und Jaden pariert.

Sein Mitschüler Ethan (Theo Stevenson) ist da schon ein anderes Kaliber: Er ist ein vorlauter Kerl, der auf dem Schulhof alles vercheckt, womit sich Geld verdienen lässt. Neuerdings hat er ein Auge auf die hübsche Lucy geworfen, die allerdings mit dem Streetdancer Kurt zusammen ist, den Ethan herausfordern will. Dafür braucht er Jadens Unterstützung. Gemeinsam casten sie mehr oder weniger talentierte Kids, mit denen sie gegen Kurts Cybernetics-Crew antreten wollen.

Mittelpunkt des Geschehens ist die "Alte Garage" von Gina (Ashley Jensen), die großzügig ihre Räumlichkeiten für die Schüler zur Verfügung stellt. Aber es droht Gefahr, denn das Jugendzentrum soll nach dem Wunsch des korrupten Gemeinderats einer Parkgarage weichen. Auch wenn es Ethan vor allem um Lucy geht, haben er und Jaden doch auch den Plan, das Jugendzentrum zu retten: Eine große Talentshow soll helfen, Geld für die Renovierung zu sammeln, um den Abriss abzuwenden. Doch bis zur Show ist es langer Weg, auch weil die Mitglieder von Ethans Crew, zu der die Kampfsportlerin Amy (Fleur Houdijk) ebenso gehört wie der fettleibige Brian (Gamal Toseafa), nicht gerade Bewegungskünstler sind und der Teamgeist der ungleichen "All Stars" zu wünschen übrig lässt.

Soweit die konventionelle Handlung, die mit toll choereografierten Tanzeinlagen bildstark ergänzt wird. Doch der Film krankt an einem furchtbar klischeehaften Ensemble, in dem jede Figur geradezu reißbrettartig entworfen wurde: der stille Jaden, die gutmütige Gina, der gierige Gemeinderat ebenso wie die ehrgeizigen Eltern von Jaden, die sich für ihren Sohn als Farbige eine bessere Zukunft wünschen. Und auch der vorlaute Ethan leidet unter einem gern zitierten Drama: Er ist das Kind geschiedener Eltern und verherrlicht seinen Vater. Der erweist sich - natürlich - als unzuverlässiger Typ, gibt aber seinem Sohn immerhin noch den üblichen Rat: "Lebe deinen Traum!"

Die trivial angelegten Figuren zerren am positiven Image des eigentlich gut gemeinten Films, der immer wieder schöne Ideen entwickelt. Zum Beispiel, wenn sich Jaden bei einer Aufnahmeprüfung lieber in eine fantastische Scherenschnittwelt hinein träumt und sich dort tanzend behauptet. Das Tanzen spielt im neuen "Streetdance"-Film übrigens weniger eine Rolle als zunächst angenommen. Erst am Ende, beim fulminanten Showdown, ist endlich Action angesagt, wobei die Figuren bis zum Schluss in ihren Klischees verhaftet bleiben. Zum Glück haben einige Dialoge Witz: Eminem bekommt als "dieser alte amerikanische Rapper" sein Fett weg. Und unter Vinyl versteht eines der Kids von heute nur noch "wie Müll".

Quelle: teleschau - der mediendienst